Linzer Forscher entwickeln intelligentes Display

- Forscher der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) haben nach drei Jahren Arbeit einen ersten Prototypen der „SmartLight Displays“ präsentiert. Es soll Umgebungsinformationen erkennen und die Inhalte darauf abstimmen. Institutsleiter Alois Ferscha rechnet damit, „dass sich hier in naher Zukunft große Märkte auftun werden“. von Stefanie Schömann-Finck

Smartes Display aus Linz

Smartes Display aus Linz

Insgesamt, so Fercha, gebe es zwar bereits einen Trend zu solchen Systemen, die herkömmlichen Lösungen seien aber „völlig blind in ihrer Rücksichtname auf die Situation“. Das Projekt gehe weit über den Gedanken hinaus, nur das klassische Plakat zu digitalisieren, um es schnell auswechseln zu können.

Das neue Display registriere physikalische Umweltbedingungen, wie  Temperatur, Lichtdichte, Feuchtigkeit, Windstärke und  Umgebungsgeräusche. Diese Informationen können miteinbezogen werden. So könne das System beispielsweise bei hohen Temperaturen Spots für Erfrischungsgetränke automatisch öfter darstellen.

Zudem werden die Passanten beobachtet. Ein Sensor nimmt Personen und ihre Entfernung vom Display wahr und passt die Größe an. Trägt ein Passant ein sogenanntes „Token“ mit sich, beginnen die Displays eine drahtlose Kommunikation und modifizieren aufgrund von dessen Daten die Inhalte.

Was man auf so einen Token speichert, liege allerdings allein in der Verantwortung der Nutzer, so Ferscha. „Wichtig ist, dass es sich um einen total anonymisierten Zugang handelt.“ Ähnliche Modelle die auf der Kommunikation mit dem Handy beruhen, würden im Gegensatz dazu „immer die Verbindung zu ihrem Namen herstellen können“. Darin sehen die Forscher eine enorme Gefahr.

Auch eine Aufmerksamkeitsanalyse haben die Forscher entwickelt. Dazu wird der Körperhaltung der Passanten analysiert.
„Die Einschätzung der menschlichen Aufmerksamkeit von rein äußerlichen Beobachtungsgrößen wie Körperhaltung, Kopf- oder Handgesten, Gesichtsausdruck oder Augenbewegung zählt zu den schwierigsten Aufgaben der maschinellen Wahrnehmung. Mit der Implementierung eines Präsenz- und Aufmerksamkeitsmustererkennungssystems in unserem SmartLight Display ist es erstmals gelungen, Anzeigeinhalte nicht nur zu personalisieren, sondern selbst an die Aufnahmenbereitschaft des Betrachters anzupassen“, weiß Ferscha.

Die Wissenschafter haben nun eine EU-Förderung erhalten und arbeiten bereits mit der Wirtschaft zusammen. „Mit dem vor kurzen genehmigten EU-Projekt SAPERE haben wir nun die Möglichkeit, unsere SmartLights zu vernetzten und intelligenten Informations-Ökosystemen weiterzuentwickeln.“ Ein Display soll laut Ferscha etwas weniger als 10.000 Euro kosten.

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