Made of Talent

Wie Spanien sein weltweites Image verbessert

- Ist der Ruf erst ruiniert, muss er neu aufgebaut werden. Bevor aber irgendeine dämliche Regierungs-Kampagne alles verschlimmert, macht man es lieber gleich selbst. Mit Made of Talent kommuniziert eine Initiative aus Künstlern, Forschern, Werbeprofis, Digitalagenturen, Medienhäusern und Out of Home-Spezialisten in 14 Ländern, was Spanien so drauf hat. von Thomas Kletschke

Made of Talent-Kampagne in UK (Foto: Clear Channel UK)

Made of Talent-Kampagne in UK (Foto: Clear Channel UK)

Nein, in diese Kampagne fließen keine Gelder von IWF, ESF und sonstigen öffentlichen Töpfen. Und ja: Auch Griechenland könnte ähnliche Fürsprache momentan gebrauchen. Das nur vorweg.

„Spanien? – Die sind doch schon fast so pleite wie Nordkorea es gerne wäre.“ Wenn sich Gedanken wie diese bei Konsumenten, Businesskunden und potenziellen Investoren oder Touristen festsetzen, ist das alles andere als angenehm.

Denn auch wenn die Wirtschaft in Spanien in den vergangenen Jahren hat leiden müssen, kann man in der Welt punkten. Und zwar nicht als kommende Neo Peseta-Billiglohnwerkbank, sondern als eine Gesellschaft, die – unter anderem – für Design und Forschungsgeist steht.

Auf dieser Grundidee baut die Kampagne Made of Talent auf, die in 13 Ländern ausserhalb Spaniens sowie unter Hechos de Talento in Spanien läuft. Neben dem Web und Social Media werden Außenwerbekanäle bespielt: klassisches Plakat, CLP sowie Digital-out-of-Home.

In Europa ist Made of Talent in Spanien, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Ungarn, Schweden, Finnland sowie Norwegen zu sehen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es bis dato keine Partner. Wohl aber in sechs weiteren Ländern weltweit: den USA, Mexiko, Peru, Brasilien sowie Australien.

Auch Gisela Pulido leiht Made of Talent ihr Gesicht (Foto: Clear Channel UK)

Auch Gisela Pulido leiht Made of Talent ihr Gesicht (Foto: Clear Channel UK)

Ausgegangen ist die Initiative von der spanischen Business School ESIC und Außenwerber Clear Channel. Weitere enge Partner bei der Kampagne sind die mit Havas verbandelte Arena Media Group, die zu Clear Channel gehörende Tribeca Media Group, der Spanien-Ableger der Kreativagentur J. Walter Thompson, die spanische Digitalagentur Actycrea und AEPE – der spanische Verband der Maler und Bildhauer.

Die Kampagne personalisiert und ist in zwei Teile gegliedert. Ziel der noch nicht abgeschlossenen Kampagne: Zehn lebende Spanierinnen und Spanier, die weltweit in ihrem Fach zu den Besten gehören, werden ausgesucht und geben ihr Gesicht her – stellvertretend für die zahllosen weiteren spanischen Talente und für ihr Land.

Vorschläge konnten auf der englisch- und spanischsprachigen Kampagnen-Website eingereicht werden, Eigenvorschläge waren zugelassen. Eine Jury von acht Prominenten sowie die Nutzer werden aus den Kandidaten die Menschen aussuchen, die im zweiten Teil der Kampagne ihr Gesicht geben.

In der Zwischenzeit werben die Prominenten weltweit für die Kampagne. Sieben von ihnen sind Spanierinnen und Spanier. Zu ihnen gehören die spanische Kite-Surferin und neunmalige Weltmeisterin Gisela Pulido oder Parfumeur Alberto Morillas, dessen Nase und Fähigkeiten schon für Kenzo, Giorgio Armani oder Calvin Klein im Einsatz waren.

Weniger sportiv oder feingeistig gefällig? Xavier Corilla Costa, Video Game Developer und Gründer von Digital Legends Entertainment ist ebenfalls als Testimonial mit im Boot. DLE entwickelt seit 2001 Games für alle möglichen Web-, mobilen und TV-Plattformen. Bill Derenger – Clear Channel Outdoor VP für Südeuropa – ist als US-Amerikaner der einzige Nicht-Spanier in der Jury.

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