Digtal Signage

Design statt Schweiß – Bewegtbild wirkt im Modeeinzelhandel

- Digital Signage funktioniert für Filialisten und Großunternehmen. Aber wie ist der ROI für kleinere Einzelhändler? Ein Berliner Baustoffhändler und Modedesigner zeigt wie man Digital Signage wirkungsvoll und effektiv einsetzen kann – mit überschaubaren Aufwand und ohne Agentur. Eine invidis Site Inspection. von Peter Beck

Visual Merchandise - Schaufenster & Displays (Foto: Beckmann)

Visual Merchandise – Schaufenster & Displays (Foto: Beckmann)

Baumärkte und Mode sind zurzeit ein großes Thema. In der Werbeschlacht der großen Baummarktketten setzen Hornbach, Obi und Konsorten auf Werkzeug und Bekleidung. Der Berliner Ben Weide interpretiert die Verbindung von Männer, Bekleidung und Werkzeuge völlig anders. Design statt Schweiß – dafür entwickelte der Modedesigner u.a. einen waschbaren Anzug.

Visual Merchandise - Schaufenster & Displays (Foto: Beckmann)

Visual Merchandise – Schaufenster & Displays (Foto: Beckmann)

Vor wenigen Wochen wurde nun der erste Flagshipstore in der Mulackstr. 1 im Herzen Berlins eröffnet. Für die zwei Etagen Ladenbau entwickelte Ben Weide ein bemerkenswertes Shop-Design das zusammen mit dem verbundenen Baustoffspezialisten HoBa Baustoffe realisiert wurde. Zentraler Blickfang in der Eingangsflucht ist ein Large Format Display. Integriert in die Wand zeigt das im Portrait-Modus angebrachte 65“ Samsung Display eine 15 Minuten Schleife mit Catwalk-Szenen der aktuellen Kollektion. Die Inhalte wurden dediziert für den Digital Signage-Einsatz produziert – die Produktionskosten für das Video lagen bei 15.000 Euro. Ein Aufwand der sich lohnt.

Der Content in der Film-Dauerschleife wirkt und zieht große Aufmerksamkeit auf sich – so bereits die ersten Erfahrungen im Ben Weide Flagshipstore. Bemerkenswert sind die Impulse die der Digital Signage-Content bei Kunden im Laden setzt. Häufig zeigen diese dediziertes Interesse an Kollektionsmodellen, die ausschließlich im Film präsentiert werden. Die Bewegtbilder inspirieren, bringen die Kollektion zum Leben und sind nach dem Schaufensterkonzept die wichtigste Visual Merchandising Maßnahme. Zusätzlich bieten die Bilder nicht nur Abwechslung in der Wartesituation sondern auch während der Afterwork-Events, die regelmäßig im Ladengeschäft stattfinden werden.

Aus Digital Signage-Sicht ist die Installation des Screens optimal – sowohl von der Lage in der Sichtachse des Eingangs bis hin zur Installation. Das Display wurde bündig in die Trockenbauwand eingelassen, Kabel sind unsichtbar verlegt und eine Revisionsklappe gibt Zugang zu den Anschlüssen. Her kann auch der USB-Stick mit dem Content ausgetauscht werden.

Der 15 Minuten Loop läuft als Endlosschleife mit dem integrierten Mediaplayer des Samsung LFD. Schade eigentlich, dass hier nicht die vorinstallierte Magic Info Software genutzt wird – denn zu jedem Loopbeginn zeigt das Onscreen-Menü Dateinamen und Dauer. Aber das entspricht den invidis Beobachtungen – die Mehrheit von kleinen Einzelhändlern nutzt nicht die integrierte Digital Signage-Softwarelösung. Entweder liegt das an der Unwissenheit und / oder am fehlenden zusätzlichen Nutzen: Bei KMU-Lösungen dominiert der Standard-Loop – ausschließlich ein Film in Dauerschleife.

Hier wären Social Media Plug-ins sicherlich eine gute Lösung. Digital Signage-Software Anbieter wie Enplug (invidis Bericht) haben sich auf solche Lösungen erfolgreich spezialisiert.

Die Installation und die Content-Produktion zeigen bereits nach den ersten Monaten, wie effektiv Bewegtbilder am POS wirken. Der Modeeinzelhandel ist da besonders gut geeignet – denn Modelle in Aktion bringen Design zum Leben. Fast ganz ohne Schweiß – und falls man doch ins Schwitzen kommt, lassen sich die Anzügen in der Waschmaschine waschen.

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