Interactive Whiteboards

Das wird der VW Käfer unter den interaktiven Whiteboards

- Was ist frisch auf dem Markt, hat 42″ oder 84″ Diagonale und kostet weniger als mancher Mediaplayer? – Das SMART kapp erschließt ganz neue Kundengruppen für Interactive Whiteboards. Und hat das Zeug zum Klassiker. von Thomas Kletschke

Läuft und läuft und läuft: das SMART kapp (Foto: SMART Technologies)

Läuft und läuft und läuft: das SMART kapp (Foto: SMART Technologies)

Nicht jede Schule, jedes Unternehmen oder jeder sonstige Business-Kunde kann oder will Tausende oder gar Zehntausende von Euros ausgeben, um die alten Flipcharts durch einen großen interaktiven Screen samt benötigter Infrastruktur zu ersetzen. Und auch nicht jede Firma hat ein IT-Netzwerk, das gut genug und problemlos für manche der professionellen Lösungen erweiterbar ist, die modernes Zusammenarbeiten vereinfachen.

Mit SMART kapp  – quasi dem Käfer respektive Beetle unter den interaktiven Whiteboards – will der US-Hersteller SMART diese Kundengruppen nun bedienen. Bringt das Gerät im Arbeitsalltag nur die Hälfte von dem, was es verspricht, ist es preislich eine Überlegung wert. Lediglich der eigenwillige Hersteller- und Produktname könnte noch für Verwirrung bei Telefon-Hotlines führen, etwa derart: „Wie, Sie wollen eine Smart Cap?“.

Der Reihe nach: SMART Technologies Inc. ist ein auf Collaboration-Lösungen spezialisierter US-Anbieter, der von interaktiven Displays, projektionsbasierten Lösungen, Touchtischen bis hin zu verschiedenen Apps und Software entsprechende Produkte im Portfolio hat.

Unter SMART kapp vermarktet man eine Lösung, die nach dem Prinzip „Capture, Save, Share“ funktioniert (siehe Video), und die mit Mobile Devices auf Basis von Android sowie iOS funktioniert und Bluetooth zur dieser direkten Anbindung nutzt. Die zugehörige App erzeugt auf Wunsch Links zu aktuellen Sessions auf dem Whiteboard. Jederzeit lassen sich die auf dem Board aufgeschriebenen oder aufgezeichneten Infos (via Snapshot-Funktion) speichern und im Nachhinein lassen sich die einzelnen Charts / Snapchotshintereinander anschauen, speichern und versenden (jpg, PDF – via Evernote, Dropbox oder Google Drive- Link).

Durch die Versenden-Funktion und den Link sind alle Rechner und Betriebssysteme, die einen Browser nutzen, ansprechbar, also Windows, Linux und Apple OS in allen Varianten. Eine USB-Schnittstelle sorgt dafür, dass man Infos auch auf einen externen Stick ziehen kann.

Schon während der Erstellung auf dem Whiteboard erscheinen die Infos auf den Screens der verbundenen Nutzer. Die App gibt es in einer Version für fünf Nutzer sowie in einer Premium-Variante für bis zu 250 Nutzer.

Auf dem SMART kapp selbst kann man mit einem herkömmlichen Edding schreiben, nach der Teamsitzung die Inhalte wegwischen – also komplett old school arbeiten, ohne auf Interaktivität und Digital verzichten zu müssen. Auch im Hinblick auf wenig technikaffine Nutzergruppen eine sehr interessante Idee.

Im Flipchart-Format - SMART kapp (Foto: SMART Technologies)

Im Flipchart-Format – SMART kapp (Foto: SMART Technologies)

Nach eigenen Angaben hält der Hersteller 16 eigene Patente; die darin enthaltenen Technologien sind in den Boards verbaut. Genutzt wird eine hinter der Schutzschicht angebrachte Kamera, um die vorderseitig mit Filzer aufgeschriebenen und gezeichneten Inhalte abzubilden. Einige Preise gab es für das Konzept auch schon, unter anderem auf der ISE 2015 den Award „Best of ISE 2015 – Best Interactive Meeting Room Product“ von Rave Publications sowie den „Best in Show at ISE 2015″ von UK Tech & Learning.

Ende vorigen Jahres wurden die ersten Geräte ausgeliefert, damals noch 42-Zöller im Hochformat. Vor kurzem hat sich eine 84″-Variante hinzugesellt, die im Portrait-Modus arbeitet. Beim Hochkant-Modell kann ein Nutzer schreiben, das größere Modell lässt zwei simultane Nutzer zu. Während das kleinere Modell eine Schutzschicht aus Glas hat, wird der 84-Zöller mit einer Laminierungsschicht geschützt. Die 16 kg beziehungsweise 27,3 kg schweren Boards haben an den Rückseiten Vorrichtungen fürs VESA kompatible Mounting. Zum Lieferumfang gehört jeweils ein Edding sowie Wischer, die passend mit einem Magneten am SMART kapp befestigt werden (siehe Aufmacherfoto).

Zudem sind für Juni 2015 zwei weitere Geräte angekündigt, die SMART kapp IQ, bei denen es – einmal in 55″ und in einer 65″-Version – auch für die Freunde von Ultra HD etwas gibt: zwei 4K-Varianten, 16:9 mit jeweils 3.840 × 2.160 p (bei 30 Hz; nur HDMI als Input). Hierbei wird es sich aber um eine komplett andere zugrundeliegende Technologie handeln. Gut möglich, dass SMART diese Whiteboards dann doch nicht unter dem markennamen kapp IQ vermarktet, der einfach zu nah an kapp ist.

Schön, wenn es nette US-Technologie gibt – schöner, wenn entsprechende Distributionskanäle in Reichweite existieren. In Europa teilen sich zwei Schwergewichte den Markt auf: TD Maverick (Tech Data) ist exklusiver Distributor für Deutschland, Österreich, Schweiz (DACH); Belgien, Niederlande, Luxemburg (Benelux) sowie die vier skandinavischen Märkte Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen. In Frankreich, Portugal, Italien sowie Spanien ist Ingram Micro der Distributor.

Dem Vernehmen nach konnte TD Maverick auf der diesjährigen ISE ein großes Interesse feststellen, das seitdem anhält. Vor allem haben sich Reseller gemeldet, die bisher im AV-Segment tätig sind – auch Unternehmen, die eher klassische Büro-Ausstattungen im Portfolio haben, gehören dazu.

Für den SMART kapp als 42-Zöller gilt ein UVP von 849 Euro, der SMART kapp 84“ kostet 1.199 Euro (ebenfalls UVP).

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