Digital Signage-Interview

Scala / Klaus Hofmeier „Digital Signage-Software muss sich entkomplexifizieren“

- Heute im invidis-Interview: Klaus Hofmeier von Scala über Technologien und Trends, die Qualität bedeuten und jene, die Innovation sind sowie die besondere Bedeutung von Konnektivität von Digital Signage-Software. von Theresa Amann

Klaus Hofmeier von Scala B.V. (Foto: Scala)

Klaus Hofmeier von Scala B. V. (Foto: Scala)

Interview mit Klaus Hofmeier, Area Sales Manager Germany, Scala:

Der Digital Signage-Markt konnte auch in 2014 seinen Wachstumskurs fortsetzen. Jedoch war das allgemeine Wachstum nicht mehr so stark wie in dem Jahr davor. Wie beurteilen Sie das vergangene Geschäftsjahr für Ihr Unternehmen und wie hat sich aus Ihrer Sicht der Digital Signage-Gesamtmarkt entwickelt?

Klaus Hofmeier: In 2013 wurde seitens der Anbieter noch viel Bedarf an Digital Signage 2.0 – Lösungen bedient. Durch die verstärkt einsetzende digitale Transformation in vielen Situationen des tägliche Lebens (Arbeit, Familie, Versorgen, Urlaub, Kommunikation, Entscheiden…) wurden die Lösungsansprüche aus Gesamtmarktsicht komplexer und teilweise von neuen Marktteilnehmern bedient. Der für Digital Signage 3.0 und 4.0 relevante Gesamtmarkt ist in 2014 aus meiner Sicht prozentual mehr gestiegen als in 2013. Die statistische Wahrnehmung innerhalb unserer Branche reflektierte jedoch ein geringeres erfasstes Wachstum.

Scala konnte das vergangene Jahr nutzen, um seinen überdurchschnittlichen Wachstumspfad fortzusetzen. Dies zum einen mit dem Ausrollen von Software für bestehende und neue Digital Signage 2.0-Projekte als auch mit Service-und Softwareleistung für komplexere Aufgabenstellungen.

Wie sehen sie die Entwicklung in den einzelnen Ländern des DACH-Marktes?

Klaus Hofmeier: Der DACH-Markt stellt sich als homogener Teilmarkt dar. Die deutschsprachigen Länder adaptieren neue Technologien später als die angelsächsischen, dafür mit einer höheren Nachhaltigkeit versehen. Das Innovationsverhalten in Österreich ist aus meiner Sicht relativ gesehen am stärksten einzuschätzen. Deutschland hat in einigen Verticals (z. B. Finance) noch viel Nachholbedarf. In der Schweiz ist die Kostensensibilität am höchsten.

Die Digital Signage-Branche hat sich seit der Gründungsphase Anfang der 2000er Jahre in den letzten Jahren deutlich beruhigt und professionalisiert. Wie schätzen Sie die Wettbewerbssituation für Software-Anbieter zurzeit ein?

Klaus Hofmeier: Ein über die Jahre hinweg entwickelter starker Verbreitungsgrad sichert einzelnen Softwareanbietern und deren Kunden Investitionssicherheit sowie eine gute Basis für die “Next Generation“ Entwicklungen. Dabei gilt es, disruptive Marktveränderungen schnell zu erkennen und die geeigneten Lösungen bereits im Portfolio zu haben. Adhoc-Lösungsbereitschaft auf Basis von Software-Plattformen wird die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Software-Anbieter wesentlich erhöhen. Der Plattformcharakter und die Bedienung bestehender sowie neuer Standards gewinnen generell an Bedeutung.

Technologische Trends kommen und gehen. Welche wichtigen Entwicklungen sehen Sie im Bereich Digital Signage in den nächsten 12 bis 24 Monaten? Welche Trends werden sich durchsetzen und welche werden verschwinden?

Klaus Hofmeier: Bei dieser Fragestellung ist zwischen Technologien und Trends zu unterscheiden, die QUALITÄT bedeuten und denjenigen, die INNOVATION sind. Bei ersterem hat unsere Branche viel Nachholbedarf und muss sich systematisch das Vertrauen der Kunden sichern und teilweise wieder zurück gewinnen. Trends im Sinne von Qualitätssicherung sind verbesserte Monitoring-Fähigkeiten sowie die Analyse und das Managen der Erkenntnis.

Viele Anwendungen werden sukzessive in die Cloud wandern – aus Kostengrunden und auch aus dem Bestreben heraus die Qualität weiter zu steigern.

Nicht vernetzte Stand-Alone-Lösungen mit proprietärer Hardware und Software werden zunehmend verschwinden und durch webbasierte standardisierte Bündel ersetzt. Systeme mit System on Chip werden im Markt höhere Marktanteile generieren.

Insbesondere die Digital Signage-Integratoren legen sich nicht mehr auf einen Software-Zulieferer fest. Sie haben unterschiedliche Produkte im Angebot, um den Kunden das bestmögliche Produkte anzubieten. Mit welchen Maßnahmen stärken Sie die Kundenbeziehung und wie haben sich der Aufwand und die Maßnahmen in den letzten Jahren verändert?

Klaus Hofmeier: Zum einen gewinnt das Beziehungsmanagement mit den Digital Signage-Integratoren an Bedeutung, zum anderen die gezielte Unterstützung der Lösungsbefähigung. Dabei spielt das Konzentrieren auf die vernetzte Kernkompetenz sowie das Wissen um die „Verticals“ eine besondere Rolle. Deshalb verstärken wir unser Projektmanagement sowie das Servicemanagement und haben unsere Organisation darauf vorbereitet gemeinsam mit unseren Partnerunternehmen komplexere Projekte in einem „Global-Local-Kontext“ durchzuführen. Hinzu kommt, dass die Anforderungen an den Wissenstransfer gestiegen sind. Darauf antworten wir mit einem verbesserten Zertifizierungs- und Trainingsprogramm.

Alles wird untereinander vernetzt, Systeme werden dadurch komplexer, das Internet der Dinge wird langsam Realität. In welche Richtung muss oder wird sich Digital Signage-Software in den nächsten Jahren entwickeln?

Klaus Hofmeier: Digital Signage-Software muss sich zunehmend „entkomplexifizieren“. Vereinfachungen im Customizing, Setup und im Betrieb werden zu geringeren TCO führen. Die Vernetzung von Systemen wird es erlauben prozessorientiert Bestandteil von Intenet-der-Dinge-Lösungen zu sein. Somit fällt der Konnektivität der Digital Signage-Software eine besondere Bedeutung zu.

Wenden wir uns nochmals der Zukunft zu. Wo sehen sie die Branche in 24 Monaten?

Klaus Hofmeier: Die Branche wird in 24 Monaten durch wesentlich mehr und verschiedene Anbieter aus unterschiedlichen Bereichen geprägt werden. Das gesamte Marktvolumen, welches Digital Signage-Software-Anbieter adressieren können, kann ein Vielfaches des Heutigen sein. Gewinnen werden Software-Unternehmen, die sich mit einer klaren Vision versehen, den veränderten Gegebenheiten stellen und sich strategisch sowie organisatorisch mit den Marktpartnern an den Kundenanforderungen ausrichten.

Besten Dank für das Gespräch.

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