Digital Signage-Interview

Patrick Schröder / dimedis über Flexibilität und Trends in der Branche

- Im Digital Signage-Interview spricht Patrick Schröder von dimedis über langfristige Trends, wie die Integration von Smartphones und die Interaktion über touchfähige Displays und Stelen. Außerdem sieht der Digital Signage-Bereichsleiter digitale Wegeleitung und den vermehrten Einsatz von Videowalls, auch in ungewöhnlichen Formaten, als Trend-Themen. von Theresa Amann

Patrick Schröder von dimedis GmbH (Foto: dimedis)

Patrick Schröder von dimedis GmbH (Foto: dimedis)

Interview mit Patrick Schröder, Bereichsleiter Digital Signage, dimedis GmbH:

Der Digital Signage-Markt konnte auch in 2014 seinen Wachstumskurs fortsetzen. Jedoch war das allgemeine Wachstum nicht mehr so stark wie in dem Jahr davor. Wie beurteilen Sie das vergangene Geschäftsjahr für Ihr Unternehmen und wie hat sich aus Ihrer Sicht der Digital Signage-Gesamtmarkt entwickelt?

Patrick Schröder: Wir sind gut gewachsen mit unseren Digital Signage-Softwarelösungen kompas sowie kompas wayfinding und sind daher mit der Entwicklung sehr zufrieden. Es gibt noch sehr viel Potential, so dass wir den Gesamtmarkt sehr positiv sehen. Unsere Branche hat sich etabliert und heute ist gerade im Handel Digital Signage integraler Bestandteil der Kundenkommunikation. Große Chancen sehen wir auch bei Behörden und Universitäten, hier stehen digitale Wegeleitung und interaktive Digital Signage-Anwendungen im Mittelpunkt. Ein weiterer Treiber ist die digitale Außenwerbung. Dort werden alle relevanten Marktteilnehmer ihre DooH-Netzwerke ausbauen und maßgeblich dazu beitragen, dass Digital Signage vollends im Bewusstsein aller Menschen ankommen wird. Das wird unser Geschäft anfeuern. Wir als Softwareanbieter orientieren uns an den spezifischen Bedürfnissen dieser Branchen und setzen klar auf Interaktivität und integrieren das Thema Werbebuchung und -messung in unsere Produkte.

Wie sehen Sie die Entwicklung in den einzelnen Ländern des DACH-Marktes?

Patrick Schröder: Im gesamten DACH-Markt erwarten wir ein gesundes positives Wachstum.

Die Digital Signage-Branche hat sich seit der Gründungsphase Anfang der 2000er Jahre in den letzten Jahren deutlich beruhigt und professionalisiert. Wie schätzen Sie die Wettbewerbssituation für Software-Anbieter zurzeit ein?

Patrick Schröder: Wir beobachten eine Konsolidierung, was positiv für den Markt ist. Die Konkurrenz ist groß, aber wir sind mit unserer Softwarelösung kompas sehr gut aufgestellt und merken, dass es sich auszahlt, auf offene Webtechnologien wie z.B. HTML5 und auf Linux zu setzen und so dafür zu sorgen, dass man als Softwareanbieter auch für langfristige Digital Signage-Entwicklungen bestens gerüstet ist. Proprietäre Entwicklungen werden vom Markt nicht mehr akzeptiert, vor allem wenn ich als Kunde langfristig ein Netz aufbauen und auch noch in fünf Jahren mit dem Digital Signage-System arbeiten möchte. Weiterhin ist für alle Softwareanbieter wichtig, die komplette Macht dem Kunden zu geben. Denn heute ist kein Kunde bereit auf eine „Black Box“ Software zu setzen, wo man sein Netzwerk nicht selbst administrieren und aktiv monitoren kann und nur Statistiken erhält, wenn man den Anbieter darum bittet. Daher ist unsere Philosophie die, den Kunden eigenständig entscheiden zu lassen, was er machen möchte. Wir unterstützen ihn dabei. Wir geben mit kompas und kompas wayfinding unseren Kunden eine Komplettlösung in die Hand, mit der Inhalte gepflegt, das Netzwerk gesteuert und alle Statistiken sekundengenau ausgelesen werden können.

Technologische Trends kommen und gehen. Welche wichtigen Entwicklungen sehen Sie im Bereich Digital Signage in den nächsten 12 bis 24 Monaten? Welche Trends werden sich durchsetzen und welche werden verschwinden?

Patrick Schröder: Klare langfristige Trends sind die Integration von Smartphones und allgemein die Interaktion über touchfähige Displays und Stelen. Wir bieten Schnittstellen zum Smartphone über QR-Codes bereits an, mit dem Thema Beacons haben wir uns intensiv beschäftigt. Wir sind uns aber nicht sicher, ob sich das durchsetzen wird. Es ist kein technologisches Problem, es ist eher so, dass der User dies zu wenig nutzt.
Ein weiterer klarer Trend sind spezielle interaktive Anwendungen wie die digitale Wegeleitung in Shopping Malls, Behörden und an Flughäfen. Was wir ebenfalls beobachten ist der vermehrte Einsatz von Videowalls, auch in ungewöhnlichen Formaten. Wir reagieren auf diesen Trend, indem wir einen Videowall-Editor in kompas integriert haben, mit dem man per Drag&Drop Inhalte und Playlists in bestimmte Bereiche der Videowall einbuchen kann.

Insbesondere die Digital Signage-Integratoren legen sich nicht mehr auf einen Software-Zulieferer fest. Sie haben unterschiedliche Produkte im Angebot, um den Kunden das bestmögliche Produkte anzubieten. Mit welchen Maßnahmen stärken Sie die Kundenbeziehung und wie haben sich der Aufwand und die Maßnahmen in den letzten Jahren verändert?

Patrick Schröder: Digital Signage-Integratoren schätzen seit Jahren die Flexibilität und den unproblematischen Roll out unserer kompas und kompas wayfinding Softwarelösung. Wir haben mittlerweile einige Male bestehende Software unserer Mitbewerber in sehr kurzer Zeit durch kompas ersetzt, weil die Kunden oder die Integratoren mit der bisherigen Lösung unzufrieden waren. Dass eine Digital Signage-Software dies leisten kann, ist extrem wichtig für jeden Netzwerkbetreiber. Die Installation von kompas erfolgt auf dem Client in weniger als 5 Minuten und kann von jedem ausgeführt werden.
Unseren Kunden ist zudem sehr wichtig, dass die Software skalierbar ist. Da kompas webbasiert ist, kann es von überall auf der Welt genutzt werden. Weiterer Pluspunkt zur Kundenbindung: Unser optionales Rechtemanagement-Modul! Damit können gerade Filialisten und Mittler wie Agenturen den Zugang zu bestimmten Standorten, Inhalten und Displays regeln.

Alles wird untereinander vernetzt, Systeme werden dadurch komplexer, das Internet der Dinge wird langsam Realität. In welche Richtung muss oder wird sich Digital Signage-Software in den nächsten Jahren entwickeln?

Patrick Schröder: Ganz klar in Richtung Webtechnologien, wir wir es mit kompas seit 2005 machen und propagieren. Digital Signage-Inhalte werden durch die größere Vernetzung mit Menschen und Dingen noch situativer ausgespielt, je nachdem, wer wo und wann vorüber geht. Technisch ist die Integration von Kameras, Beacons und Sensoren jetzt schon möglich und wir unterstützen das bereits im vollem Umfang! Selbstverständlich gehört zu dieser Entwicklung die vollständige Integration von diversen Social Media Kanälen wie Instagram, Facebook, Twitter, Youtube etc. Digital Signage-Inhalte werden noch stärker als bisher mit Daten aus unterschiedlichen (digitalen) Quellen live gespeist werden (Create Once, Deploy Many). Das erhöht die Attraktivität und senkt gleichzeitig den redaktionellen Aufwand.

Wenden wir uns nochmals der Zukunft zu. Wo sehen Sie die Branche in 24 Monaten?

Patrick Schröder: Wir werden als Digital Signage- bzw. DooH-Branche weiter wachsen, wenn auch nicht mehr zweistellig. Der Kunde ist besser informiert und erwartet professionelle Lösungen aus einer Hand, in der Soft- und Hardware problemlos zusammen wirken. Die Anwendungen müssen flexibel, skalierbar und offen für Änderungen und Erweiterungen sein. Dazu werden die zielgruppengerechte Auslieferung (etwa über Adservertechnik) von Inhalten und die Erfolgsmessung von Digital Signage-Kampagnen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Vielen Dank.

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