Digital Signage-Interview

Sven Frackowiak / AOPEN über individuelle Kundenanforderungen

- Lesen Sie heute Sven Frackowiak von AOPEN im Interview im Rahmen des invidis Digital Signage-Jahrbuchs, welches im September 2015 erscheint. Er ist der Meinung, dass sich die Branche noch stärker in den Werbemarkt integriert und an Einfluss und Bedeutung gewinnen wird. von Theresa Amann

Sven Frackowiak von AOPEN Computer B.V. (Foto: AOPEN)

Sven Frackowiak von AOPEN Computer B.V. (Foto: AOPEN)

Interview mit Sven Frackowiak, Regional Channel Sales Manager DACH, AOPEN Computer B.V.:

Der Digital Signage-Markt konnte auch in 2014 seinen Wachstumskurs fortsetzen. Jedoch war das allgemeine Wachstum nicht mehr so stark wie in dem Jahr davor. Wie beurteilen Sie das vergangene Geschäftsjahr für Ihr Unternehmen und wie hat sich aus Ihrer Sicht der Digital Signage-Gesamtmarkt entwickelt?

Das letzte Geschäftsjahr war mit Sicherheit schwieriger als die Jahre zuvor. Der Gesamtmarkt war deutlich zurückhaltender und Projekte wurden nur sehr selten ausgerollt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es solche Jahre immer mal geben wird, da nicht jedes Jahr mit ganz großen Projekten und Rollouts zu rechnen ist. Die Entwicklung des Gesamtmarktes ist aber weiterhin stabil.

Wie sehen Sie die Entwicklung in den einzelnen Ländern des DACH-Marktes?

In Deutschland ist der Markt ein Stück weit stabilisiert und eine gesunde Marktbereinigung, speziell im Integrationsbereich, ist noch immer spürbar. Es gibt Potential und wir gehen auch dieses Jahr wieder von einem gesundem Wachstum aus. In Österreich sehen wir im Moment am meisten Potential für Zuwachs und auch am meisten Bewegung im Markt. In der Schweiz ist der Markt aus unser Sicht relativ stabil und ruhig. Potential gibt es aber auch hier.

Die Digital Signage-Branche hat sich seit der Gründungsphase Anfang der 2000er Jahre in den letzten Jahren deutlich beruhigt und professionalisiert. Wie schätzen Sie die Wettbewerbssituation für Media Player Anbieter zurzeit ein?

Der Wettbewerb für Media Player wächst stetig. Von den Anfängen bis heute haben sich die Mitbewerber vervielfacht und es kommen stetig neue Anbieter hinzu. Leider stellen wir fest, dass die Qualität der Angebotenen Produkte nicht mehr so hoch ist, wie noch vor einigen Jahren. Dies liegt vor allem an dem steigenden Wettbewerb durch Consumer Produkte.

Technologische Trends kommen und gehen. Welche wichtigen Entwicklungen sehen Sie im Bereich Digital Signage in den nächsten 12 bis 24 Monaten? Welche Trends werden sich durchsetzen und welche werden verschwinden?

Spannend wird die Weiterentwicklung der sogenannten System On Chip Lösungen zu beobachten sein. Dazu gehört vor allem die Kompatiblität zu anderen Betriebssystemen. Google Chrome ist da ein gutes Stichwort: Google hat mit dem Launch von Chrome OS als Kommerzielles System einiges an Aufmerksamkeit geweckt. Durch die Partnerschaft mit Google ist AOPEN von Anfang an dabei und wir blicken gespannt in die Zukunft.

Insbesondere die Grafikeigenschaften sind für Digital Signage-Projekte wichtig. Welche Anforderungen werden am häufigsten genannt und welche Grafik-Performance benötigen wir, um eine Investitionssicherheit für die nächsten Jahre zu gewährleisten?

Weiterhin am häufigsten wird nach Multi-Video-Output Systemen gefragt. Auch die Nachfrage nach Ultra-HD (4K)-fähigen Geräten nimmt deutlich zu. Außerdem steigt vor allem die Nachfrage nach Low Budget-Modellen. Die Mittelklasse ist hingegen deutlich seltener gefragt. Die Priorität von Investitionssicherheit gegenüber der Preissensivität hat dagegen deutlich abgenommen.

Sehen Sie bestimmte Trends bezüglich der Kombination aus Hardware und Betriebssystemen?

Auch hier passt das Beispiel von Google´s Chrome OS sehr gut. Google setzt eindeutig auf eine feste Kombination von Hardware und Betriebssystem. Die Vorteile liegen auf der Hand. Ein Betriebssystem kann deutlich besser auf die Hardware angepasst werden und muss nicht multifunktional einsetzbar sein. Auch bei Android Lösungen sehen wir das.

Welche Kriterien werden von Kunden angesetzt oder empfehlen Sie zu berücksichtigen, um einen geeigneten Mediaplayer für ein Digital Signage-Projekt auszuwählen?

Die Kritieren setzen sich grundlegend aus ein paar klaren Punkten zusammen. Was will ich realisieren, wie aufwendig bzw. leistungsstark soll es sein und welches Budget habe ich zur Verfügung. Leider sind diese Punkte nicht immer in Einklang zu bringen, gerade was Budget gegenüber Aufwand und Leistung angeht, aber wir versuchen unseren Kunden immer eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Lösung anzubieten. Im Normalfall klappt das auch sehr gut.

Wenden wir uns nochmals der Zukunft zu. Wo sehen sie die Branche in 24 Monaten?

Wir bei AOPEN gehen davon aus, dass sich die Branche noch stärker in den Werbemarkt integriert und an Einfluss und Bedeutung gewinnen wird. Die Kundenanforderungen werden auch weiterhin sehr individuell sein und die Produkte werden sich speziell daraufhin weiterentwickeln müssen. Außerdem wird das Thema Return on Invest noch mehr in den Fokus rücken. Der gestiegene Wettbewerb zeigt uns, dass es sich lohnt in die Branche zu investieren und wir erwarten, dass dies auch in den nächsten Jahren der Fall sein wird.

Besten Dank für das Gespräch.

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