Video Walls

Trend zu Video Walls in 9 zu 32

- Eine Konfiguration aus lediglich zwei Displays – schon hat man die kleinstmögliche Video Wall. Die kann aber große Wirkung entfalten. Besonders bei einer 1:2 Matrix. Schlank, rank und aufmerksamkeitsstark – ein neuer Trend zeichnet sich ab. von Thomas Kletschke

9 zu 32 Video Wall bei Quickers am Airport in Düsseldorf (Foto: Wedeko)

9 zu 32 Video Wall bei Quickers am Airport in Düsseldorf (Foto: Wedeko)

Ob im Einzelhandel, an Airports oder in anderen Anwendungen: Video Walls sind generell immer öfter anzutreffen. Und dem großen Trend folgt ein spezieller: der zur 1:2 Matrix.

Vom Kino oder Fernsehen her, sind wir alle tendenziell auf Breitwand getrimmt, eine Entwicklung, die mit der Umstellung des quadratähnlichen 4:3 Bildformats auf das gängige 16:9 im TV in der Wirklichkeit der Wohnzimmer angekommen ist.

Was im TV bei 16:9 bisher endete, ist in anderen Anwendungen noch nicht vorbei: Der Hang zu noch mehr Breite findet sich bei Computermonitoren in Verhältnissen von 16:10 (mehr Platz auf dem Desktop) oder gar 21:9 (quasi die Cinemascope-Umsetzung des echten Kino-Breitwandformats) seine Fortsetzung.

Die horizontale Ausrichtung, das Landscape-Format, kann sich auf historische Vorbilder berufen: Jedes Schlachtengemälde, welches Landschaftsbild und welches Gruppenbild kommt so daher. Und der als Teppich von Bayeux bekannt gewordene Comic Strip erzählt seine Story ebenfalls in epischer Breite und von links nach rechts.

Zu jeder Bewegung gibt es eine Gegen-Bewegung, hier den Portrait-Modus. Und zwar ebenfalls schon seit anno Tuck: Denn Mona Lisa, Dürers gefaltete Hände oder jedes Fahndungsplakat seit Billy the Kid betrachtet man von oben nach unten. Und seit iPhone und Co. sind selbst in der Tagesschau immer öfter vertikal aufgenommene Fotos und Videos zu sehen.

Experten für Digital Signage setzen gerne und oft auf Portrait, wenn Inhalte Menschen in einer Passagesituation erreichen sollen. Infostelen im Einkaufszentrum sind zumeist vertikal ausgerichtet. Auch in den Schaufenstern machen sich solche Installationen gut: Sie sind auch im Vorbeigehen gut zu erfassen – und lassen zudem Platz für weitere Warenpräsentationen.

Video Wall in 1:3 Matrix (Foto: invidis)

Video Wall in 1:3 Matrix (Foto: invidis)

Was aber, wenn man zwei Displays in einer Video Wall nutzen möchte? – Auch hier hat man die Wahl zwischen Breite und Höhe, Landscape und Portrait.

Hinter vielen Kassen im Einzelhandel finden sich Video Walls in einer 2×1 Matrix, 3×1 Matrix oder 4×2 Matrix. Breiter als Hoch ist hier der Standard.

Video Walls, bei denen man den umgekehrten Weg geht, waren bis vor einigen Monaten eher selten anzutreffen. Vor allem im Einzelhandel. Installationen, wie man sie etwa im Frankfurter Vodafone Flagship an der Zeil antrifft – dort etwa eine 1:3 Video Wall an einer Säule. Also ein 9:48 Format.

Schon häufiger zu sehen sind die langen Video Wall-Lulatsche auf Messeständen. Installationen mit fünf, sechs oder mehr Displays hochkant übereinander sind keine Seltenheit. Schon von weitem erkennt man, wo man als Messebesucher hin soll. Ein Beispiel sind die Stände der Online Software AG auf der Euroshop 2014 und der EuroCIS 2015.

Das Extrem-Format 9:48 ist ein Hingucker, vor allem, wenn die Inhalte entsprechend angepasst sind. Man kann alle drei Screens gemeinsam bespielen, wechselweise auch mit verschiedenen Inhalten. Manko: Eine solche Display-Säule kann in der Regel nur in hohen Räumen funktionieren.

Ein guter Kompromiss ist 9:32, also die Matrix 1:2. Auch hier hat man den Wow-Effekt, kann zudem platzsparend installieren und jede Hochkantstele im 9:16 Portrait-Modus optisch ausstechen. Selbstverständlich auch dann nur, wenn der Content entsprechend aufbereitet ist.

Die vergangenen Monate zeigen, dass sich vermehrt Retailer für 9:32 entscheiden. So hat etwa der Flagship des Labels Desigual in München zwei solcher 1:2 Walls am Eingangsbereich installiert. Außer den Modehändlern haben sich auch weitere Retailer für solche schlanken Installationen entschieden. So setzt etwa Quickers auf 9:32. Unter dem Namen betreibt die Frankfurter Casualfood GmbH an den beiden Airports in Frankfurt und Düsseldorf sowie am Hauptbahnhof Frankfurt insgesamt 12 Filialen, in denen die Kunden neben Snacks auch Geschenke und Lebensmittel einkaufen können.

Im Transitbereich des Airports Düsseldorf sowie am Bahnhof der Mainmetropole setzt Quickers auf Digital Signage in zwei jeweils identischen Aufbauten. Neben der Inszenierung mit horizontal ausgerichteten 40-Zöllern die in einer horizontal ausgerichteten Regal-Insel verbaut sind, hat man sich auch für eine 9:32-Video Wall entschieden, bei der 46″ Displays verbaut sind. Angesteuert wird das System über Visuscreen 3.0. Für Planung und Installationen zeichnet jeweils Wedeko aus Ulm verantwortlich.

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