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Ströer jenseits von Out-of-Home und DooH

- Dem Unternehmensziel mindestens 50 % der Umsätze mit digitalen Produkte zu erzielen, ist Ströer ein großen Schritt näher gekommen. Fast ein Drittel des Umsatzes wird 2016 bereits digital erzielt werden. Eine erstaunliche Wandlung des ehemaligen Plakatunternehmens. Die neue Dreifaltigkeit-Strategie setzt auf die Säulen Desktop, Mobil und Public. von Florian Rotberg

iBeacon Test am Hbf: Open Playground Düsseldorf (Foto: Ströer)

iBeacon Test am Hbf beendet: Open Playground Düsseldorf (Foto: Ströer)

Unter Public subsumiert Ströer das statische und digitale Out-of-Home-Geschäft, das invidis Lesern bestens vertraut ist. Um die Online und Mobil Aktivitäten der Kölner besser zu verstehen, ein paar Zeilen Hintergrund zu Content und Vermarktungsstrategie.

Content

Mit der Akquisition des reichweitenstärksten Onlineportal Deutschlands und der „most trusted online brand“ Europas t-online.de entwickelt sich Ströer weiter zum digitalen Multi-Channel-Medienhaus. t-online.de ergänzt die vor einem Jahr neu gegründete Ströer Content Group und wird das neue Flagschiff im Portfolio. Das bisher aufgebaute Line-up umfasst führende Special-Interest-Webseiten wie GIGA, Spieletipps und kino.de, das reichweitenstarke Multi-Channel-Netzwerk TubeOne und den führenden Inhalte- und Technologie-Spezialisten Content Fleet.

In der Ströer Content Group rechnet das Unternehmen mit einer besseren Kapitalisierung der Inhalte von t-online.de und gleichzeitig mit Synergien in beide Richtungen. Der Content von t-online.de soll zum Beispiel über das Public Video Netz in Bahnhöfen und Einkaufszentren, welche derzeit mit eingekauften Inhalten bespielt werden, und auf weiteren Plattformen des Kölner Medienhauses verbreitet werden. Zukünftig soll das Portal auch vom disruptiven, tech-basierten Publishing-Ansatz von Content Fleet profitieren können. Mit diesen Maßnahmen sollen der Traffic und die Reichweite von t-online.de gesteigert werden. Mit der Integration des General-Interest-Portals t-online.de zählt Ströer bereits jetzt zu den Top-3 Digital-Publishern in Deutschland.

t-online.de wird auch weiterhin als Plattform für t-online.de-Mailadressen und das Telekom-Kundencenter dienen. Diese Services verbleiben bei der Telekom Deutschland GmbH und können wie gewohnt weiter über das Portal t-online.de erreicht werden. Die einschlägigen rechtlichen Rahmenbedingungen – beispielsweise zum Datenschutz – gelten weiterhin.

Online-Vermarktung

Die Akquisition beider Unternehmen ist für Ströer und den deutschen Online-Werbemarkt ein starkes Signal. Mit dem Erwerb des Vermarktungshauses InteractiveMedia (Nummer 3 des AGOF-Rankings) stärkt die Ströer Digital Group nachhaltig ihre bisherige Nummer-1-Position (nach AGOF) auf dem deutschen Online-Werbemarkt.

Durch den Zusammenschluss von Ströer entsteht ein großer Digitalvermarkter, der in Deutschland hinsichtlich Inventarqualität, Datentiefe, Reichweite und technischer Infrastruktur neue Maßstäbe setzt. Die Kölner werden in der Vermarktung-Liga jenseits von Google die unangefochtene Nummer eins bleiben. Darüber hinaus stärkt Ströer seine medienübergreifende Vermarktungsposition in einer ansonsten noch fragmentierten Vermarkterlandschaft und erwartet dadurch, von der zukünftigen Marktkonsolidierung nachhaltig profitieren zu können.

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