Case Study

Pixel, Pinsel und Plug&Play im Guggenheim Venedig

- Mit Video Walls und Multitouch Screens setzt die Peggy Guggenheim Collection in Venedig auf eine zeitgemäße visuelle Ansprache von Ausstellungsbesuchern. Interaktive Features sorgen beispielsweise dafür, dass man selbst zum Maler mutieren kann. von Thomas Kletschke

Besucherinnen vor der Video Wall im Museum Guggenheim Venezia (Foto: 3P Technologies)

Besucherinnen vor der Video Wall im Museum Guggenheim Venezia (Foto: 3P Technologies)

Direkt am Canal Grande liegt der Palazzo Venier dei Leoni – Heimat der Peggy Guggenheim Collection. Moderne Kunst und die Architektur des 18. Jahrhunderts sollen sich in dem ehemaligen Wohnhaus der Kunstmäzenin ergänzen.

Nach dem Tod von Peggy Guggenheim gingen Kunstwerke sowie der Palazzo in den Besitz der Solomon R. Guggenheim Foundation über. Bedingung: Venedig soll weiter Standort der Kunstwerke sein. Im Jahr 1980 eröffnete das Museum.

Immer wieder setzt das Guggenheim Venezia auf die Ergänzung der Kunstausstellungen durch Digital Signage. Durch Visualisierung und interaktive Elemente sollen die Besucher sich noch umfassender und unterhaltsamer informieren können. Im Frühjahr 2015 endete die seit Februar 2014 laufende Ausstellung „Alchemy“ (beziehunsgweise „Alchimia“) zu Leben und Werk des Malers Jackson Pollock.

Hier – wie bei anderen Ausstellungen zu den Künstlern, denen sich die Sammlung verschrieben hat – setzt das Museum auf Digital Signage. So wurde während der vom Herbst 2014 bis Anfang 2015 laufenden Schau „Azimut/H Continuità e Nuovo“, eine Retrospektive zu der als Galerie und Zeitschrift arbeitenden Gruppe Azimut/H, die Ende der 1950er Jahre von den Künstlern Enrico Castellani und Piero Manzoni gegründet wurde.

3x1 Video Wall während der Ausstellung Azimut H (Foto: NEC)

3×1 Video Wall während der Ausstellung Azimut H (Foto: NEC)

Bei „Azimuth/H“ setzte das Museum auf eine 3×1 Video Wall, mit der die Ausstellung visuell unterstützt wurde. Verwendet wurden 46″ Large Format Displays mit schmalem Bezel. Dafür wurden drei X464UN Screens von NEC eingesetzt. Der Content sollte auf den einzelnen Displays gesondert und kombiniert laufen, ohne dass störende dicke Ränder der Displays die Aufmerksamkeit vom Bewegtbildinhalt abziehen. Die verwendeten Screens – über den OPS Slot können enstprechende Mediaplayer genutzt werden – sorgen dafür, dass der „Frame“ zwischen zwei Displays insgesamt jeweils nur 5,7mm beträgt (Bezel to bezel).

Für die große Pollock-Werkschau dagegen wurde noch mehr Interaktivität Wert gelegt. Dazu wurden sowohl einzelne Digital Signage Displays wie eine weitere Video Wall installiert. Auch hier stammen die Screens von NEC. Für die Installation zeichnet 3P Technologies aus Padua verantwortlich.

Bei „Alchimia“ wurden größere Bilddiagonalen genutzt. Verwendet wurden 70″ und 55″ Screens für eine Video Wall und als Einzel-Screens.  Insgesamt kommen drei Serien zum Einsatz: Screens aus der P-Serie, der V-TM Optical sowie der Video Wall-Serie X.

Multitouch im Museum - V-Series TM Optical Screens (Foto: NEC)

Multitouch im Museum – V-Series TM Optical Screens (Foto: NEC)

Für die Video Wall – in einer klassischen 2×2 Matrix angeordnet –  wurden vier 55″ Displays vom Typ X554UN genutzt. Auch hier werden 5,7mm als Bezel to bezel-Abstand eingehalten. Mit 700 cd/m² wird ein Luminanzwert erreicht, der Indoor für ein Museum für genügend Leuchtkraft sorgt, ohne dass den daneben hängenden berühmten Klecks-Gemälden von Pollock die Show gestohlen wird.

Die Ausspielung des Contents wurde auch durch Nutzung von Frame Comp erleichtert. Um die Synchronisierung exakt zu halten kann Frame Corp – eine integrierte Schaltkreis-Hardware – etwaige Verzögerungen bei der Wiedergabe von schnell wechselnden Bild-Folgern eliminieren.

Neben dieser Video Wall gehörten weitere Screens in 55″ und 70″ wurden jeweils einzeln an der Wand für Interactive Digital Signage genutzt. Diese Screens stammen aus der Multitouch-Serie V-TM Optical und der P-Serie, letztere mit ShadowSense.

Die sieben eingesetzten V-TM Screens erlauben bis zu sechs gleichzeitige Berührungspunkte und lassen sich dank OPS ohne Stand- oder Verkleidungslösung mit passendem Zuspieler nutzen. Da die Screens nicht mit zusätzlichen Treibern arbeiten müssen und auf eine Kalibrierung verzichtet werden konnte, war ein Plug&Play bei der Installation möglich. Voraussetzung dafür sind entsprechende Betriebssysteme (Win 7, Win 8, Win 8.1 – keine Embedded-Version). Bei schnell wechselnden Ausstellungen oder Erweiterungen lässt sich der Installationsaufwand deshalb beschränken.

Jeder kann ein Pollock werden (Screenshot: invidis)

Jeder kann ein Pollock werden (Screenshot: invidis)

Die IR Multitouch Screens kommen aufgrund doppelseitiger Antireflexbeschichtung auf eine Lichtdurchlässigkeit von 96% (Datenblatt). Damit lassen sich die Inhalte im Innnenraum (viele Besucher, Blitzlicht durch Fotografieren, Einflüsse durch Umgebungslicht) besser präsentieren. Mögliche Beschädigungen werden durch das vollständig gehärtete Glas abgemildert.

Mit interaktiven Features sorgte das Museum dafür, dass Besucherinnen und Besucher selbst ihre eigenen Kunstwerke schaffen konnten – von Pollock inspirierte Variationen. Im Video ist auch zu sehen, wie die Installation Taktiles mit einbindet: An einem 3D-Druck können Nutzer in Verbindung mit dem Screen auch die Struktur eines Gemäldes erfahren – und am Screen das eigene Werk kreieren.

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