Digital Vermarktung

Ströer plant Übernahme des nationalen Digitalvermarkters OMS

Bei Ströer geht es weiter Schlag auf Schlag. Noch ist die Übernahme von T-Online und Interactive Media nicht in trockenen Tüchern planen die Kölner bereits den nächsten Deal. OMS ist ein gemeinsam von 33 regionalen Medienhäusern gegründeter Online-Vermarkter.

- von Peter Beck

Ströer - Auf dem Weg zum Digital Hybrid (Screenshot: invidis)

Ströer – Auf dem Weg zum Digital Hybrid (Screenshot: invidis)

Der ehemalige Außenwerber, heute digitales Medienhaus Ströer beabsichtigt, den nationalen Digitalvermarkter der regionalen Tageszeitungen in Deutschland OMS Vermarktungs GmbH zu übernehmen, welcher mit mehr als 28 Millionen Unique User Platz 7 der Digital Facts des nationalen Vermarkterrankings nach AGOF einnimmt. Die OMS ist der führende Premiumvermarkter von hochwertigen redaktionellen Umfeldern regionaler Tageszeitungen und bietet Werbekunden die Ansprache attraktiver Zielgruppen mit Display-, Mobile-, Bewegtbild- und Crossmedia-Kampagnen über alle Screens.

Der Vermarkter OMS wird in die Ströer Digital Group im Wege einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage eingebracht. Die Ströer Digital Group verantwortet als Schwestergesellschaft der Ströer Content Group innerhalb des Geschäftsbereichs Digital die nationale deutsche Onlinevermarktung der Ströer SE. Im Gegenzug erhalten die Gesellschafter der OMS eine zehnprozentige Beteiligung an der Ströer Digital Group. Gesellschafter der OMS sind aktuell 33 deutsche Tageszeitungsverlage und damit Unternehmen unter anderem der Rheinische Post Mediengruppe, der Ippen-Gruppe, der Madsack Mediengruppe, der SWMH, der Verlagsgruppe Pressedruck und der NWZ Mediengruppe.

Ströer rechnet mit einem jährlichen Umsatzbeitrag der OMS von rund 30 Millionen Euro. Nach den Akquisitionen von OMS, t-online.de und InteractiveMedia wird der Digital-Umsatzanteil im Konzern auf annähernd 40 Prozent bei einem Gesamtumsatz von über einer Milliarde Euro in 2016 und einer unveränderten Erwartung für die Operational EBITDA-Marge von 23 bis 24 Prozent ansteigen.

Das Kölner Medienhaus ist damit seinem Ziel, den digitalen Umsatzanteil mittelfristig auf 50 Prozent zu erhöhen, einen deutlichen Schritt näher gekommen. Sowohl Ströer als auch OMS versprechen sich durch den Zusammenschluss strategische Vorteile in einem sich immer stärker konsolidierenden Online-Werbemarkt, signifikante Synergien auf verschiedenen Ebenen und einen verbesserten Zugang zu Kunden und Agenturen. Insgesamt erwartet das Unternehmen im Geschäftsbereich Digital unverändert zweistellige Wachstumsraten.

Ströer stärkt mit der Akquisition die eigene Position als großer Digitalvermarkter, der in Deutschland hinsichtlich Inventarqualität, Datentiefe, Reichweite und technischer Infrastruktur neue Maßstäbe setzt. Zudem unterstreicht das Unternehmen seine Vermarktungsposition in einer ansonsten noch fragmentierten Publisher- und Vermarkterlandschaft und erwartet, von der zukünftigen Marktkonsolidierung nachhaltig profitieren zu können.

„Die Entscheidung der Verleger der regionalen Tageszeitungen – dem traditionsreichen Rückgrat der deutschen Medienlandschaft – für Ströer als strategischen Partner, empfinden wir als Auszeichnung und Anerkennung für unsere erfolgreiche Arbeit in den vergangenen Jahren. Gleichzeitig hat diese Transaktion für uns eine große strategische Bedeutung und ist ein weiterer, sehr wichtiger Schritt um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit eines deutschen Online-Vermarktungshauses im Wettbewerb mit global agierenden Konkurrenten sicherstellen zu können“, sagt Udo Müller, Vorstandsvorsitzender der Ströer SE.

Stephan Marzen, Vorsitzender des OMS Beirats: „Für die erfolgreiche Zukunft des Geschäfts der OMS und der Digitalvermarktung der regionalen Tageszeitungen in Deutschland in einem hochdynamischen Markt ist die künftige Zusammenarbeit mit Ströer als starkem Partner unabdingbar und essentieller Bestandteil unserer Vermarktungsstrategie. Der Zusammenschluss ist ein starkes Signal in Richtung der dringend notwendigen Konsolidierung des deutschen Online-Werbemarktes.“

Das Produkt OMS als konsolidiertes, nationales Premium-Digitalangebot regionaler Tageszeitungen in Deutschland bleibt auch in Zukunft bestehen und bietet Werbekunden weiterhin ein national flächendeckendes Digital-Angebot mit starken regionalen Marken und einzigartigen regionalen Aussteuerungsoptionen. Innovative Werbeformen und eine nachgewiesene höhere Werbewirkung durch die starke Bindung der Nutzer an die jeweiligen regionalen Medienmarken werden auch in Zukunft die Grundlage für erfolgreiche Kampagnen sein. Das starke Digital-Portfolio der OMS garantiert mit journalistischen Inhalten eine hohe Glaubwürdigkeit, eine hohe Nutzer-Seiten-Bindung und vor allem eine sehr hohe Konversionsrate.

„Mit diesem Schritt fokussieren wir uns in der Onlinevermarktung nochmals sehr deutlich auf Premium-Qualität und runden das Vermarktungsportfolio der Ströer Digital Group an der oberen Spitze ab. Gerade jetzt steht der Onlinewerbemarkt vor erheblichen Änderungen: Datenqualität wird für eine optimale Vermarktung immer wichtiger, wobei wir eine zukünftig, weites gehende Trennung von Daten und Inventar erwarten. Die globalen Anbieter verfügen dabei Geschäftsmodellbedingt über eine enorm hohe Datenbreite und -tiefe. Zur Aufrechterhaltung eines mittel- bis langfristig funktionierenden Wettbewerbs ist die weitere Konsolidierung der zersplitterten deutschen Publisher- und Vermarkterlandschaft zwingend notwendig. In diesem Sinne freuen wir uns sehr über die Entscheidung der OMS Gesellschafter“, sagt Christian Schmalzl, COO der Ströer SE.

Matthias Wahl, Sprecher der OMS Geschäftsführung: „Mit der OMS existiert ein im Markt etabliertes Erfolgsmodell, über das regionale Tageszeitungsmarken mit hochwertigem redaktionellen Content auf nationaler Ebene vermarktet werden. Mit dieser strategischen Partnerschaft sichern wir nachhaltig die Schlagkraft und Zukunftsfähigkeit der OMS.“

Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt des Bundeskartellamts sowie weiterer üblicher Vollzugsbedingungen.

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