Omnichannel

Händler in DACH setzen auf weitere Digitalisierung des PoS

- Die Digitalisierung im stationären Einzelhandel wird zu weiteren Mehr-Investitionen führen. Darin sind sich deutsche Retailer und Ladenbauer einig, wie erste Ergebnisse einer neuen Omnichannel Studie zeigen. von Thomas Kletschke

Multichannel Händler wie SportScheck werden weiter investieren (Foto: Otto Group)

Multichannel Händler wie SportScheck werden weiter investieren (Foto: Otto Group)

Der stationäre Einzelhandel in Deutschland bewertet die Auswirkungen auf die Ladengeschäfte, die durch den wachsenden E Commerce-Anteil entstehen, gelassen. Allerdings wollen die Händler ihre Aktivität im Bereich der digitalen Services deutlich verstärken. Das ist eines der Ergebnisse der EHI-Studie „Der Store im Omnichannel-Zeitalter“, deren Ergebnisse kürzlich bei der EHI Retail Design Konferenz in Düsseldorf präsentiert wurden.

Inzwischen liegt der Anteil des Onlinehandels in Deutschland bei rund 10%, Tendenz steigend. Der stationäre Handel bleibt aber trotz der Konkurrenz aus dem Netz entspannt. Zwar werde dank „digitaler Regalverlängerung“ das Angebot für die Kunden insgesamt größer, am PoS verändere es sich aber nicht, meinen die Händler mehrheitlich. Auch für die Verkaufsflächen insgesamt sehen zwei Drittel keine Größenveränderung. An eine erhöhte Anzahl von Flagship Stores glaubt nur rund ein Viertel. Ein Drittel rechnet bei Neueröffnungen mit einer erhöhten Anzahl an Showrooms und Pop up Stores als Auswirkung des E Commerce.

Über 70% der befragten Händler erwarten einen Anstieg der Laden-Investitionen um mindestens 5% (Grafik:EHI Retail Institute)

Über 70% der befragten Händler erwarten einen Anstieg der Laden-Investitionen um mindestens 5% (Grafik:EHI Retail Institute)

Allerdings hält die große Mehrheit der befragten Händler – gut 71% – stärkere Investitionen für nötig. Und 44,4% der Befragten rechnen mit Mehrausgaben zwischen 5% und 10%. Ein gutes Viertel geht von einer Erhöhung der Kosten von mehr als 10% aus. Neben der fortgesetzten Bereitschaft, ins Trading-up der Läden zu investieren, liegen im Handel auch Energieeffizienzprojekte unverändert vorne bei den Investitionen. Sofern digitale Elemente und Omnichannel-Services bereits als Investitionsschwerpunkte definiert werden, sind dies bisher in erster Linie technische Anforderungen, die an die Planungsabteilung herangetragen und von dieser umgesetzt werden – beispielsweise Einbau von Screens.

Die Ladenbau-Industrie sieht im Gegenzug zum Handel größere konzeptionelle Veränderungen auf die Branche zukommen und versucht sich als Mittler in diesem Transformationsprozess zu positionieren.

Die Ergebnisse der Studie beziehen sich auf Angaben von 41 Planungsleitern aus dem Handel sowie 50 Ladenbauunternehmen und Planungsbüros aus der Region DACH. Die vollständigen Ergebnisse der Studie erscheinen als White Paper Ende Oktober 2015. In das White-Paper gehen auch die Ergebnisse der Befragung von 87 Geschäftsführern ein.

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