Einzelhandel

Omnichannel und Onlinehandel – Touchpoints zahlen sich aus

- Dass Ladengeschäfte von einer Kundenansprache über mehrere Kanäle hinweg profitieren, ist bekannt. Wie der stationäre Einzelhandel sind hierzulande auch die Onlineshops am erfolgreichsten, die über mehrere Touchpoints kommunizieren, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. von Thomas Kletschke

Multichannelerfahrener Player SportScheck Blick auf den Münchner Flagship (Foto: Otto Group)

Multichannel-erfahrener Player SportScheck: Blick auf den Münchner Flagship (Foto: Otto Group)

Der deutsche Onlinehandel entwickelt sich qualitativ wie auch quantitativ, so das EHI Retail Institute. Im Jahr 2014 betrug der Gesamtumsatz der Top 1.000 Onlineshops 32,7 Milliarden Euro – ein Marktwachstum von 9% Prozent innerhalb eines Jahres.

„Uns hat überrascht, dass die Onlineshops, die ihren Kunden über mehrere Touchpoints begegnen, im Durchschnitt am stärksten gewachsen sind. Omnichannel wird damit auch für einstige Online Pure Player zum Erfolgsmodell“, kommentiert Lars Hofacker, Leiter Forschungsbereich E-Commerce beim EHI, die Studie zum Ranking der 1.000 größten Onlineshops „E-Commerce-Markt Deutschland 2015“ von EHI und Statista.

Die ohnehin hohe Marktkonzentration im E Commerce ist demnach weiter gestiegen. Ganze 38,1% des Umsatzes der Top 1.000 werden von nur 10 Unternehmen erwirtschaftet. Die Top 100 Shops machen zwei Drittel und die Top 500 bereits 86,8% des Gesamtumsatzes aus. Der deutsche E Commerce Markt entspricht in seiner Umsatzverteilung also dem Long Tail-Modell.

Die Generalisten stellen mit 13,2 Milliarden Euro Umsatz und 40,5% den größten Umsatzanteil. Die Fashion Anbieter setzen mit 5,9 Milliarden Euro 17,9% des Gesamtumsatzes um, Onlineshops aus dem Bereich Computer, Unterhaltungselektronik und Handys erreichen 12%. Shops aus allen anderen Hauptproduktsegmenten kommen nur auf geringe einstellige Umsatzanteile.

Fast zwei Drittel der Onlineshops nutzen für ihre Aktivitäten mehrere Kanäle. Shops, die sich auf den reinen Onlinehandel inklusiver mobiler Umsetzung des Shops konzentrieren, machen demnach nur ein gutes Drittel aus.

Durchgesetzt haben sich mobile Websites und Apps – 63,4% der Top 1.000 haben ihren Onlineshop für mobile Endgeräte angepasst. Damit ist Mobile noch vor stationären Ladengeschäften im Inland, die von etwas über der Hälfte aller Shops betrieben werden, der stärkste zusätzliche Vertriebskanal.

Große Dickschiffe aus Onlinehandel und stationärem Handel bespielen die verschiedenen Kanäle dabei inzwischen optimiert und mit Responsive Design und arbeiten dabei gleichzeitig kontinuierlich an ihren Shops und Shopkonzepten, etwa Branchenriese Otto Group.

Überraschend ist, dass rund 40% der untersuchten Online Pure Player dem Kunden keine mobil optimierte Website oder App anbieten.

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