Digital Signage

Deutsche Bahn bringt 2016 mehr Fahrgastinformationen an den Bahnsteig

- Die Deutsche Bahn schreibt laut Medienberichten (u.a: FAZ) in diesem Jahr einen Milliarden-Verlust. Ein Drei-Punkte-Plan im Rahmen des großflächigen Konzernumbaus soll helfen die DB zurück in die Gewinnzone zu bringen. Erweiterte Informationssysteme an den Bahnsteigen sollen „Ärgernisse beseitigen“. von Florian Rotberg

Der Zug kommt oder manchmal auch nicht (Foto: Deutsche Bahn AG)

Der Zug kommt oder manchmal auch nicht (Foto: Deutsche Bahn AG)

An den Bahnhöfen in Deutschland soll bis Ende 2016 eine neue Informationsdichte realisiert werden. Im Rahmen des von McKinsey mitentwickelten „Deutsche Bahn Projekt Zukunft“ soll laut Medienberichten neuer Schwung in den Staatskonzern kommen. Eine erste Maßnahme sind erweiterte digitale Informationen an Bahnsteigen. Dazu sollen die 10.000 Fahrgastinformationssysteme erweitert werden um dem Phänomen „verschwundener Züge“ Herr zu werden.

Die installierten Zugzielanzeiger von AEG|MIS Anzeigen können zurzeit nur jeweils die aktuelle Zuginformation anzeigen. Weitere Informationen zu verlegten oder verspäteten Zügen werden mangels Fernwirkung / Sichtbarkeit bisher nicht angezeigt. Im Gegensatz zu Flughäfen steht der Fahrgast am Bahnsteig oft mehrere dutzend bis zu hundert Meter von dem Display entfernt. Somit sind verkleinerte Darstellungen der Informationen bisher nicht realisiert worden.

Nun überlegt man bei der Bahn wie man schnellstmöglich Zusatzinformationen einspielen kann. Im Prinzip gibt es nur zwei Wege – verkleinerte Darstellung auf bestehenden Anzeigen oder Installation zusätzlicher Anzeigen. Wahrscheinlich wird es auf eine Mischlösung hinauslaufen. An größeren Bahnhöfen mit vielen Gleisen – insbesondere Kopfbahnhöfen – wird man um zusätzliche Displays nicht herumkommen. An kleineren Haltstellen wird wohl die Informationsdichte der Bestandsanzeigen auf Kosten der Fernwirkung erhöht.

Alternativ könnte man natürlich auch mit dem Partner Ströer sprechen. Bei Ströer in München/Köln könnte man sich sicherlich auch eine Kooperation vorstellen. Gegen eine finanzielle Entschädigung könnten ganz ohne weitere Investitionen für die Bahn der redaktionelle Content um standortspezifische Fahrgastinformationen ergänzt werden. Die neue Ströer-Plattform lässt eine individuelle real-time Ansteuerung zu. In jedem Fall würde die Relevanz der digitalen Werbeträger steigen – quasi eine Win/Win für Deutsche Bahn und Ströer. Aber das wird wohl eher ein theoretischer, weil zu pragmatischer Wunsch des invidis Autors bleiben.

In jedem Fall steht die Deutsche Bahn unter Druck zusätzliche real-time Informationen an die Bahnsteige zu bringen. Das wird ohne zusätzliche digitale Touchpoints nur schwer zu erzielen sein.

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