Interaktive Kampagnen

Die spinnen, die Norweger – wie Norwegian ihre USA Destinationen bewirbt

- Immer öfter setzen Fluglinien auf interaktive Echtzeit Kommunikation via Screen. Auch die Airline Norwegian Air Shuttle nutzt diese Möglichkeit – eingebettet in eine lang laufende Kampagne mit dem Thema USA. von Thomas Kletschke

Lieber Gruß vom King - Elvis im Einsatz für Norwegian (Screenshot: invidis)

Lieber Gruß vom King – Elvis im Einsatz für Norwegian (Screenshot: invidis)

Die spinnen, die Norweger – um es mal mit Obelix zu sagen.

In diesem Fall nicht die Norweger, sondern die börsennotierte Norwegian Air Shuttle ASA. Was die Fluglinie an Werbekampagnen raushaut – und wie sie dabei die eigentlichen Botschaften im Blick behält, das hat schon was von Zaubertrank. Angerührt wird der Marketing Mix von Norwegians kreativem Maître de Cuisine, der Agentur M&C Saatchi Stockholm. Zum Team gehörten bei der aktuellen Kampagne auch die fleißigen Küchenhelfer Media Monks (Produktion) – als Küchenchef und Director zeichnet Gabriel Schock verantwortlich.

Unter den Low Cost Carriern hat sich Norwegian seit Gründung 1993 gut entwickelt. Im Jahr 2015 hat die Airline, die etwa 5.500 Mitarbeiter beschäftigt die Marke von 26 Millionen Passagieren im Jahr erreicht – eine Zunahme von 7% gegenüber 2014. Nach eigenen Angaben ist man die drittgrößte Günstig-Fluglinie in Europa.

In der Eigenwerbung setzt die Airline dabei auf ein Konzept, das ähnlich dem von Westjet ist – die an Weihnachten den Santa Claus schon mal vollkommen blau auftreten lassen oder virale Weihnachten in Kanada inszenieren.

Ohne Interaktion sind auch die Kampagnen von Norwegian nicht durchführbar – ohne Witz sind sie sowieso nicht.

Positiv auffallend: Eines oder mehrere Themen werden in Variationen umgesetzt, ohne dass es krampfig wird.

Trauzeugen, Brautpaar, Elvis: Hochzeit, und fertig für die Reise (Screenshot: invidis)

Trauzeugen, Brautpaar, Elvis: Hochzeit, und fertig für die Reise (Screenshot: invidis)

Unter den Kommunikationsthemen befinden sich die für Airlines üblichen: neue Flotte, neue Angebote an Bord, neue Destinationen – und natürlich: günstig von A nach B kommen und sich auf eine andere Welt einlassen.

Das Thema des letzten Jahres und auch des Jahres 2016 ist Amerika, genauer die Destinationen, die man von Airports in UK und den skandinavischen Ländern erreichen kann. Für das Sujet USA hat Norwegian im vergangenen Jahr in Norwegen sowie in diesem Jahr in Schweden jeweils eine spannende interaktive Aktion gestartet.

Um norwegischen Fluggästen das Reiseziel schmackhaft zu machen, inszenierte die Airline im Dezember 2015 an der Nationaltheatret Station in Oslo eine Mini Kopie des Times Square beziehungsweise einer New Yorker U-Bahnstation; inklusive Naked Cowboy (Video 2 unten). Etwa 500.000 Pendler konnte man damit erreichen.

Bereits ein Jahr zuvor hatte die Airline für verschiedene US-Destinationen wie New York mit einem interaktiven Aktion in einer Osloer Shopping Mall gelockt: sie konnten das Red Cab durch New York dirigieren, in Echtzeit. Eine 360° Kamera auf dem Dach des real durch Big Apple fahrenden Taxis gab die Rundumsicht für die norwegischen Besucher des Einkaufszentrums.

Auf der anderen Seite des Atlantiks konnte der Elvis Darsteller seine Gesprächteilnehmer ebenfalls sehen (Screenshot: invidis)

Auf der anderen Seite des Atlantiks konnte der Elvis Darsteller seine Gesprächteilnehmer ebenfalls sehen (Screenshot: invidis)

Jetzt hat die Airline nachgelegt, und schwedische Fluggäste am Airport Stockholm mit einem Elvis Imitator connected. Titel dieser Aktion: Love on First Flight (Video 1 unten). Über einen großen Large Format Screen und Rückkanal konnte man miteinander kommunizieren.

Ziel war es, Paare quasi virtuell zu vermählen. Auf einer großen 7×7 Video Wall am Airport Stockholm wurde nach dem hochoffiziellen, halbamtlichen Rock and Roller Segen ein „Just Married“ für alle weithin sichtbar eingespielt.

Denn Elvis the Pelvis befand sich in der Little White Wedding Chapel (Achtung: sehr grelle Website im 1990er Jahre Neo Romantic Design) in Las Vegas, in der seit Gründung schon 800.000 Paare eine Quickie Hochzeit absolviert haben – dem US Pendant zu Gretna Green.

Selbstredend wurden die Paare dann auch in die USA eingeflogen.

Inwieweit die virtuelle Schnell-Verpartnerung rechtlich bindend ist, bitten wir auf eine auf internationales Familienrecht spezialisierte Kanzlei zurückzugreifen. Nötigenfalls ließe sich ja auch eine interaktiv-virtuelle Scheidung anbieten.

Vielleicht auch mal eine Kampagnenidee.

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