OVAB Europe Digital Signage Business Climate Index (DBCI)

Neueinstellungen trotz größeren Fachkräftemangels in DACH

- Die Digital Signage Branchenfirmen stellten in DACH wieder zahlreiche Mitarbeiter ein. Weiterhin sind Fachkräfte gesucht und rar. Das zeigt eine Auswertung des aktuellen OVAB Europe Digital Signage Business Climate Index (DBCI), den invidis mit Unterstützung von OVAB Europe (künftig: DSF Europe) erhebt. von Thomas Kletschke

Fachkräftemangel bei gleichzeitigen Neueinstellungen ist auch 2016 ein Branchenthema (Foto: Bundesagentur für Arbeit)

Fachkräftemangel bei gleichzeitigen Neueinstellungen ist auch 2016 ein Branchenthema (Foto: Bundesagentur für Arbeit)

Kürzlich im Gespräch mit dem Inhaber eines Digital Signage Spezialisten aus Deutschland. „So langsam weiß ich auch nicht mehr, wie wir das noch schaffen“, sagt er.

Eigentlich eine Klage auf hohem Niveau: Eine durchgehend gute Auftragslage, neue Produkte in der Pipeline, weitere vertikale Märkte die sich für sein Unternehmen erschließen.

Aber auch er kann sich keinen passenden Projektmanager backen.

Gesucht – wie bei vielen Firmen – sind Digital Signage Experten mit technischem und ökonomischem Know how.

Nur ein Einzelfall? – Wie eine Auswertung des aktuellen DBCI für DACH ergibt, ist das seit Jahren virulente Problem Fachkräftemangel immer noch vorhanden.

Zugleich führt die gute Auftragslage dazu, dass die Firmen auch im vergangenen Jahr neue Mitarbeiter eingestellt haben.

Dabei musste die Digital Signage Branche weiterhin kreativ sein: neue Kolleginnen und Kollegen aus anderen Branchen werden inhouse angelernt, ein Teil der Neueinstellungen über Ausbildungen abgedeckt – letztere setzt eine längerfristige Personalplanung und das Heranziehen und Halten der Mitarbeiter von morgen voraus.

Auch andere Möglichkeiten werden genutzt: Einige Branchenunternehmen rekrutieren Mitarbeiter, die eigentlich schon im Ruhestand sind – und sei es nur für wichtige Projekte. Auch durch Kooperationen zwischen verschiedenen Firmen können zumindest kurzfristig die Engpässe behoben oder gemildert werden. Man leiht sich Mitarbeiter aus.

Diese Varianten haben im vergangenen Jahr wieder mit dazu beigetragen, dass 62,2% der Firmen neue Mitarbeiter einstellen konnten. Insgesamt schuf die Branche im Kalenderjahr 2015 zwischen 350 und 400 neue Stellen in den drei DACH Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz.

Die Schaffung hunderter neuer Stellen bei einem zugleich engen Arbeitsmarkt war bereits im Jahr 2014 ein Thema – damals wurden bis zu 300 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Auch 2013 war nicht das Jahr, in dem problemlos Fachkräfte  gefunden werden konnten – seinerzeit wurden bis zu 500 neue Stellen geschaffen. In Summe stellte die Digital Signage Branche in DACH also bis zu 1.200 Menschen ein.

Der Vergleich mit der IT Industrie – mit der man traditionell zumindest um einen Teil der qualifizierten Mitarbeiter konkurriert – zeigt: Auch noch größere Branchen konnten in den vergangenen Jahren trotz Initiativen von Verbänden und Unternehmen den Bedarf gerade mal eben so decken. Zumindest für die IT Branche gilt, dass dies ein europaweites, wenn nicht weltweites Problem darstellt.

Von der Politik ist da bislang nichts zu erwarten – das gilt für die Länderebene, die Bundesebene und auch für die EU. Außer Sonntagsreden und Initiativen mit geringer Wirkung beschränkt sich das Eingreifen staatlicher Akteure momentan auf das Wettrennen, ob nun Berlin oder München das neue digitale Mekka darstellt – die Statistiken hierzu wechseln gefühlt täglich.

Eigeninitiative ist also auch in Zukunft gefragt. Vor allem, wenn es um die Konkurrenz zu anderen High Tech Branchen geht. Daraus folgt beinahe zwangsläufig ein noch größerer Wettbewerb um Mitarbeiter, der dadurch noch weiter angeheizt werden dürfte, dass im Jahr 2015 weitere sehr große IT und Internet Konzerne auf den Teilmarkt Digital Signage gekommen sind. Schließlich muss jemand wie Google oder Microsoft wesentlich weniger für sich werben, als ein Mittelständler.

Die eingangs erwähnten Sorgen der Branchenunternehmen schlagen sich eindeutig in den Antwortend er Branchenbefragung nieder. Weiterhin sind Projektmanager, Key Accounter sowie Menschen mit Expertise in vertikalen Märkten gesucht.

Die weltweit weitergehende digitale Transformation wird diese Trend nicht entschärfen.

Den jeweils aktuellen DBCI DACH finden Sie an dieser Stelle.

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