DooH Frankreich

Zeitungskioske in Paris werden ab 2017 digitalisiert

- Ab dem kommenden Jahr werden 360 der über ganz Paris verteilten sogenannten Mediakioske modernisiert. Diese werden unter anderem mit digitalen Self Service Stationen und Stromladestationen aufgewertet. Zudem erhalten 100 der Kioske DooH Touch Screens im Außenbereich. von Thomas Kletschke

Aktuelles Mediakiosk in Paris - künftig 100 neue Kioske mit Touch Screens (Foto: JCDecaux)

Aktuelles Mediakiosk in Paris – künftig 100 neue Kioske mit Touch Screens (Foto: JCDecaux)

Die Digitalisierung macht auch vor den klassischen Zeitungskiosken nicht halt, die das Straßenbild der französischen Metropole prägen. Und dies gleich mehrfach.

Betreiber MédiaKiosk hat den Vertrag für Design, Bewirtschaftung und Vermarktung der dunkelgrünen Mediakioske ab Juli 2016 um weitere 15 Jahre verlängert. An MédiaKiosk hält JCDecaux 82,5%. Die weiteren Anteilseigner sind Presstalis (5%) sowie die drei Medienhäuser Le Figaro (5%), Le Monde (5%) und Altice Media (2.5%).

Künftig wollen sie 360 der Kioske modernisieren. Dieser Roll out ist ab 2017 vorgesehen.

Geplant sind komplett neu gestaltete Kioske, die im Innern jeweils über eine Self Service Station verfügen sollen. Das Design wird von Matali Crasset stammen und soll den erweiterten Aufgaben Rechnung tragen. So werden die Kioske künftig auch als Paketstationen und Annahmestellen für verwandte Dienste fungieren. Auch weiterhin sollen sie mit Personal betrieben werden.

Für Passanten werden sie neue Services bieten, die den veränderten Mediennutzungsgewohnheiten Rechnung tragen. Vorgesehen sind Ladestationen für Mobile Devices wie Tablets und Smartphones. Zudem sollen sie einer Pressemitteilung von JCDecaux zufolge im Innern mit „Multimedia Equipment“ ausgestattet werden. Möglicherweise sind damit kleinere Stationen mit Touch Screens gemeint, da auch Ticketverkäufe für Veranstaltungen zu den Aufgaben gehören.

Definitiv sicher ist, dass 100 der Mediakioske an den Außenseiten statt mit Plakaten künftig mit großen Touch Screens ausgestattet werden sollen. Nicht genau erklärt wurden die Formate. Aber denkbar wären 72″ oder 84″ DooH Screens beziehungsweise branchen- und konzernübliche Formate wie Digital 6 Sheet, da dies vom Nutzer erlernt und von Werbungtreibenden genutzte Größen sind. Wie groß der Anteil an ausgespielter Werbung sein könnte, bleibt abzuwarten. Vorgesehen sind in jedem Fall geo-lokalisierte Informationen und Dienste für die Passanten. Es ist also wahrscheinlich, dass ein Mix aus Nutzwert (Wo befinde ich mich? Welche Sehenswürdigkeiten und Shops gibt es in meiner Umgebung? Wo ist die nächste U-Bahnstation?) und Werbung geplant ist.

Die neuen Medienkioske werden das Label „Origine France Garantie“ bekommen. Sie werden also in der Grande Nation hergestellt – wahrscheinlich kommen sie sogar selbst aus dem Großraum Paris, da JCDecaux dort eines seiner drei weltweiten technischen Kompetenzzentren unterhält. Zugleich sollen die Kioske Energie-Einsparungen von 54% erbringen, wobei aus der Ankündigung aber nicht hervorgeht, was die genaue Bezugsgröße ist. Da es sich wohl um den Energieverbrauch in einem Kiosk handelt könnte die neue Lösung auch mit Photovoltaik arbeiten.

Bereits bei anderen aktuellen Street Furniture Projekten setzt JCDecaux zumindest teilweise auf Wartehäuschen und Fahrgast-Unterstände, die mit eigenen Solarzellen arbeiten (Dach-Installationen). Green Tech und eine deutliche Verringerung des im Konzern anfallenden Kohlendioxid-Verbrauchs zählen bei JCDecaux zu den Unternehmenszielen und -Schwerpunkten. Zudem engagiert sich der Media Owner seit einiger Zeit auch beim Thema Smart City. Damit dürften später weitere Funktionen und Integrationen für und in potenzielle Pariser Smart City Projekte geplant, oder zumindest angedacht, sein.

Bis zum Jahr 2019 sollen insgesamt 409 Zeitungskioske bereit stehen. Dazu sollen neben den 360 neuen Kiosken auch 45 im Haussmann Stil errichtete Mediakioske gehören. Der Mitteilung zufolge handelt es sich lediglich um die erste von vergleichbaren Modernisierungsmaßnahmen. Die Kosten sollen durch den Betrieb von 4.000 Werbeträgern („Advertising panels“) erwirtschaftet werden – wobei nicht klar ist, um wie viele neu hinzukommende Werbeträger es dabei geht, und ob diese komplett analog oder komplett digital sein werden.

Zumindest werden den aktuell vorliegenden Informationen zufolge aber 100 von 4.000 bestehenden Außenwerbeträgern digitalisiert. Da weitere Modernisierungsmaßnahmen angekündigt sind, ist es nicht unwahrscheinlich, dass spätestens nach 2019 noch weitere digitale DooH Screens hinzukommen, beziehungsweise bislang bestehende analoge Plakatstellen ersetzen werden.

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