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The Trump of Wall Street – Ströer wird erneut attackiert

- Der Donald Trump der Wall Street hat wieder zugeschlagen: Ströer wird seinen Mobber, den San Francisco basierten Hedgefonds Muddy Waters, nicht los. Was sagt die deutsche Börsenaufsicht BaFin zu den Vorwürfen, die den Ströer-Aktienkurs spürbar beeinflusst  und Vertrauen entzogen haben? von Thomas Kletschke

Aktuelles Fake Ad "Don'T" - auch gegen populistische Firmen gibt es Möglichkeiten der Gegenwehr (Foto und Grafik: AML / Stephen O'Neill )

Aktuelles Fake Ad „Don’T“ – auch gegen populistische Firmen gibt es Möglichkeiten der Gegenwehr (Foto und Grafik: AML / Stephen O’Neill )

Nach Besuch der Ströer Hauptversammlung – mutmaßlich durch einen Dritten, weil Deutschsprachigen, im Juni 2016 – und pünktlich zur Bekanntgabe der guten Halbjahreszahlen am 11. August 2016, hat Muddy Waters seine Angriffe gegen Ströer erneuert, ohne substanziell etwas mehr zu liefern als bislang.

Auch dieses Mal hatte dies Auswirkungen am Kapitalmarkt. Zwar waren die Kursverluste diesmal geringer und wurden ausgeglichen – aber seit der ersten Attacke ist Ströer im bisherigen Jahresverlauf einer der größten Verlierer im MDax, wie das Wirtschaftsmedium Börse Online berechnet hat.

Jetzt hat Ströer seine Zahlen für die ersten sechs Monate des Jahres 2016 bekanntgegeben. Sie zeigen, dass die Ergebnisse des ersten Quartals – das das bislang beste seit Börsengang ist – im Wesentlichen fortgeschrieben werden konnten.

Dabei war Ströers Aktienkurs bei der jetzigen Bekanntgabe der Halbjahreszahlen zunächst gestiegen. Eigentlich auch folgerichtig: An den Zahlen der ersten sechs Monate ist nichts auszusetzen – im Gegenteil. Auch die Strategie ist aus Sicht von Branchenbeobachtern stimmig und auf dem Weg. Deutsche Bankanalysten sehen dies nicht anders.

Kein Wunder, dass Muddy Waters nun komplette Hauptversammlungen transkribieren lässt, um dann auf Twitter über die Pinkelpausen von CEO Müller zu sinnieren, wenn es sonst nichts gibt, was man der Firma vorwerfen könnte. Das ist weder witzig, noch schön, das dieser Gedanken-Müll offenbar goutiert wird.

Damit ist Muddy Waters so etwas wie der Donald Trump der Wall Street: Zu viele folgen ihm, um ihn lediglich als Irren ignorieren zu können. Denn zu viel steht auf dem Spiel, wenn populistische („Ich helfe dem kleinen Anleger“) Freunde der Macht eine Gefolgschaft aufbauen. Auch auf dem Kapitalmarkt.

Doch durch das laute und rüde Rumoren durch Muddy Waters, den geringen Free Float, den Aufbau von Short Positionen durch am Kursrückgang verdienender und interessierter Investoren sowie das Real Time Trading entstehen Kursrutscher wie der gestrige schon fast von allein. Für Muddy Waters ein finanzielles Fest – für betroffen Aktiengesellschaften (und davon gab es bereits einige) eine große kommunikative Herausforderung.

Seit der ersten Angriffswelle des von Short-Seller Carson Block gegründeten Unternehmens Muddy Waters prüft die deutsche Börsenaufsicht BaFin die Vorgänge. Solange die BaFin nicht Stellung nimmt, wird sich Ströer eigenen Aussagen zufolge abwartend verhalten, um dann mögliche juristische Schritte einzuleiten. Bislang hat sich die Behörde noch nicht ausgiebig zum Thema geäußert, Monate nach dem Vorfall.

Wie im April haben wir bei der BaFin erneut nachgefragt, was der aktuelle Stand der Untersuchungen im „Fall Ströer“ ist. Falls wir wiedererwartend noch ein Statement erhalten, wird dieser Artikel mit einem Update versehen.

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