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DooH setzt auf Video – Renaissance der Bewegtbilder

- Bewegtbilder erzielen die höchste Aufmerksamkeit – das hat sich in den letzten 10 Jahren nicht verändert. Trotzdem war der Video-Ansatz Schuld an der langen Durststrecke von DooH. Content war zu teuer und unflexibel. Nun erlebt Video eine Renaissance bei DooH und Digital Signage. von Florian Rotberg

DooH setzt auf Video - Renaissance der Bewegtbilder

DooH setzt auf Video – Renaissance der Bewegtbilder (Foto: invidis)

Die ersten Dekade Digital-out-of-Home war größtenteils eine Periode gescheiterter Träume. Wachstum, Nachfrage und Auslastung lagen in der Regel weit unter der Planung. Weit verbreitet war das Ziel, DooH als Teil des relevanten Mix oder sogar als eigene Mediengattung zu etablieren. Die größten Enttäuschungen gab es auf der Broadcasting Seite des Business. TV-Branchengröße wie Sony, Thomson, Harris, Media Broadcast, Pro7 oder Hughes Satellite versuchten mit meistens eingedampften Broadcasting Produkten im Digital Signage-Markt Fuß zu fassen. Leider hat es bis heute kein Anbieter geschafft sich wettbewerbsfähig mit „Downsized Broadcast“ Lösungen im Digital Signage-Markt zu etablieren.

Die Annahme, Digital-out-of-Home-Content wären TV-Spots, nur ohne Ton, war ein Trugschluss. Spätestens mit dem Trend, Displays hochkant im öffentlichen Raum zu installieren, waren angepasste TV-Spots endgültig eine Sackgasse.

Somit konzentrierte man sich auf Stills (Fotos), leicht animierte Motion Graphics oder einfach nur Texttafeln. Die Produktion erwies sich als günstig und in Kombination mit Templates waren die Texttafeln essentiell für den Durchbruch von Digital Signage. Ausnahmen waren Premium-Retail und Automotive Netzwerke, die mit großzügigen Produktionsbudgets mit aufwändigen Bewegtbild auftrumpfen können.

Doch mit dem Eintritt neuer Marktplayer wie 7Screen, der Neuerfindung von Ströer, und dem allgemeinen Boom von Bewegtbild im Netz, bekommt Video auch bei Digital Signage eine neue Chance. 7Screen Mutter ProSiebenSat1 hat TV in der DNA und Ströer setzt auf Multiplattform Bewegtbild Produktion.

Mit einer zentralen Video Produktions-Unit in Köln produziert Ströer seit Q2 / 2016 zentral Bewegtinhalte für Public Video (DooH) und die eigenen Online-Portale (T-Online, Giga, Kino.de etc). Der Output liegt zurzeit bei 20 Kurz-Videos täglich und soll sich bis zum Herbst auf 40 verdoppeln.

Auch 7Screen setzt gezielt auf Video-Formate für die neue 7Screen Tochter. Wie bereits berichtet werden populäre P7S1 TV-Formate für die tonlose Nutzung in DooH-Netzwerken adaptiert. Formate wie Ran, Red oder Joko&Klaas erscheinen auf den öffentlichen Displays von 7Screen an Flughäfen, in Shopping Malls oder in und an Deutschlands Autobahnraststätten.

Was bedeutet die neue Bewegtbildoffensive für die DooH-Wettbewerber? Für JCDecaux (Wall, Gewista, APG) weiterhin nichts, denn hier werden ausschließlich Werbung und keine eigenen redaktionellen Inhalte gezeigt. Für andere Netze steigt die Herausforderung und die Investitionen. Denn Bewegtbild ist nicht nur in der Produktion erheblich teurer, sondern auch im Delivery. Insbesondere Media Owner mit über Mobilfunk vernetzten DooH-Screens spüren den Unterschied.

Alleine die Umstellung im News-Segment von Fotos auf Video innerhalb eines typischen n-tv Templates vervielfacht die zu übertragenen Datenmengen. Kleinere Netzwerkbetreiber werden nicht im gleichen Stil auf Bewegtbild setzen können, wie die großen.

DooH 4.0 im Jahre 2017 wird von Video geprägt werden. Für Digitalagenturen eine spannende Herausforderung.

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