DooH Niederlande

Schlafende Schwimmer werben auf Screens

- Bis Anfang 2017 setzt Digital-out-of-Home Netzbetreiber Exterion Media in den Niederlanden auf eine DooH Kampagne, die Werbungtreibenden das Medium schmackhaft machen soll. Beteiligt sind über 25 Kreativagenturen, die bislang klasse Arbeiten ablieferten. Mit Video. von Thomas Kletschke

Werbungtreibender Auping nutzte Olympia als Umfeld für eine DooH Kampagne (Screenshot: invidis)

Werbungtreibender Auping nutzte Olympia als Umfeld für eine DooH Kampagne (Screenshot: invidis)

Unter den Außenwerbern, die in den Niederlanden ein großes DooH Portfolio aufgebaut haben, ist CS Digital Media nach wie vor der Platzhirsch, wenn es um Netze mit vielen Screens und großer Reichweite geht. Schließlich ist das Unternehmen seit langem in diesem Markt aktiv – nach allen öffentlich verfügbaren Informationen auch als erstes Unternehmen.

Doch auch die Konkurrenz schläft nicht: Wettbewerber wie JCDecaux sind in den Markt vorgestoßen. Bislang hat die holländische Tochter des weltgrößten Außenwerbers zwar erst ein noch bescheidenes Portfolio aufgebaut, ist aber dafür in wichtigen Städten präsent.

Wesentlich weiter als JCDecaux NL – nach Anzahl der verfügbaren Screens in Außenbereichen sowie in Shopping Malls und Handel – ist da Exterion Media. Wie berichtet, hatte sich der Media Owner durch Zukauf ein fettes DooH Retail Portfolio zugelegt, das in diesem Jahr sogar noch verdoppelt werden könnte. Aktuell spricht der Außenwerber von einem Portfolio von mehr als 500 Screens.

Um den Werbungtreibenden allgemein die Gattung Digital-out-of-Home nahezulegen – natürlich auch, um sie zu Buchungen in den eigenen Netzen zu gewinnen – hat Exterion Media in den Niederlanden eine von Juli 2016 bis Anfang 2017 laufende Kampagne aufgesetzt. Es wird nicht explizit erwähnt, aber es handelt sich allem Anschein nach um eine pro bono Kampagne, bei der Agenturen und Media Owner ihre Kapazitäten umsonst zur Verfügung stellen. Die Kampagne zeigt sehr anschaulich, dass Werbungtreibende und deren Agenturen ein digitales Massenmedium wie DooH mit aktuellem, tagesaktuellem oder Real Time Content bespielen können, und so Kampagnen mit einer ganz anderen Drehe und Aktualität aufsetzen können.

Knallbunt - Gay Pride Spot einer Waschmittelmarke von Unilever (Screenshot: invidis)

Knallbunt – Gay Pride Spot einer Waschmittelmarke von Unilever (Screenshot: invidis)

Dabei wählte man einen kreativen Weg: Mehr als 25 niederländische Kreativagenturen entwickeln DooH Bewegtbildspots für reale Werbungtreibende. Jeweils einen Monate lang gibt es ein Oberthema, sozusagen einen aktuellen Aufhänger, unter dem die von den einzelnen Agenturen für den jeweiligen Werbungtreibenden oder Brand entwickelten und umgesetzten Kampagnen für DooH und für die Firmen werben. Als Oberthemen für Juli und August 2016 waren die Gay Pride Parade in Amsterdam und die Olympischen Spiele vorgegeben worden.

Dabei setzte die Agentur J. Walter Thompson eine knallbunte Gay Pride DooH Kampagne für die Waschmittelmarke Robijn um, die zu Unilever gehört. Die Kreativen von Brand New Telly Industries nutzten das gleiche Oberthema, um für die Retail Bank ING zu werben.

Die Olympischen Spiele 2016 war Oberthema für eine ebenfalls von New Telly Industries gestaltete Kampagne für den Betten- und Matratzenhersteller Auping. Dort outeten sich beispielsweise Leistungssportler als Freunde der geruhsamen Kräftesammlung nach dem Lunch. „Ik doe elke dag een middagslaapje“, bekannte etwa die niederländische mehrfache Olympidamedaillengewinnerin Ranomi Kromowidjojo, die im Wasser so pfeilschnell sprintet, dass ihr auch der ein oder andere Weltmeistertitel zuerkannt wurde.

Unten eingebettet finden Sie ein Video, in dem die Kampagnen zu sehen sind.

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