AV Installation

Video Walls und Soundduschen erweitern das Porsche Museum

- Cool wie nie: Im Porsche Museum wurde die AV Technik einem Update unterzogen. Jetzt kann man den 911er richtig röhren hören, eine LED Wall und Soundduschen gehören zu diesem Ensemble. Und an einer interaktiven 41 Megapixel Touch Wall in die Markenwelt eintauchen. von Thomas Kletschke

Porsche Museum mit dem Porscheplatz im Vordergrund (Foto: Porsche AG)

Porsche Museum mit dem Porscheplatz im Vordergrund (Foto: Porsche AG)

Unabhängig von der Branche gilt: Premiumhersteller setzen auch bei der Inszenierung der eigenen Marke, Produkte und Unternehmensgeschichte auf Premiumtechnologie. Da macht eine Marke wie Porsche natürlich keine Ausnahme.

Die Skulptur auf dem Platz nimmt die Formensprache des Museums auf (Foto: Porsche AG)

Die Skulptur auf dem Platz nimmt die Formensprache des Museums auf (Foto: Porsche AG)

Das Anfang 2009 eröffnete Porsche Museum in Stuttgart macht schon von weitem und außen auf sich aufmerksam: Das vom Architekturbüro Delugan Meissl Associated Architects gestaltete Gebäude wird von drei V-förmigen Säulen getragen und ist ein Hingucker, der sehr unterschiedliche Perspektiven erlaubt. Aus jedem Blickwinkel präsentieren sich Monolith und Basis durch polygone Formen, unterschiedliche Strukturen und Fensterflächen. Die verglaste Hauptfront des 23 m hohen Museums mit dem Porsche-Schriftzug richtet sich nach Norden. Seit 2014 ergänzt zudem eine Skulptur mit drei auf großen Stelen aufgepflanzten 911er Modellen das Ensemble.

Auch Innenraumgestaltung und Ausstellungskonzeption liegen weit über dem Durchschnitt. Im Frühjahr 2016 wurde zudem die Medientechnologie im Innern des Gebäudes einem Update unterzogen. Seit April bereichern zwei neue AV Installationen das Museum in Stuttgart. An einer über 16 m² große Video Wall können Besucher neun Jahrzehnte Porsche-Geschichte interaktiv erforschen. Und mit der Soundinstallation „Porsche in the Mix“ gibt es was auf und für die Ohren. An drei Soundduschen können Besucher charakteristische Motorgeräusche erleben und daraus ein eigenes Musikstück komponieren.

Die Touch Wall im Porsche Museum ist in einer 2x10 Matrix verbaut (Foto: macom)

Die Touch Wall im Porsche Museum ist in einer 2×10 Matrix verbaut (Foto: Porsche AG)

Wie bei der ursprünglichen Medientechnik-Installationen im Porsche Museum war der Stuttgarter Consulting- und Engineering-Experte macom verantwortlich für Fachplanung, Ausschreibung und Baubegleitung während der Installation.

Die Porsche Touch Wall ist eine 12 m breite Video Wall mit einer Gesamtauflösung von über 41 Megapixeln. Darauf können Besucher in über 3.000 Bildern, Zeichnungen, Postern und Werbeanzeigen von 1931 bis heute stöbern. Darunter eine umfangreiche Bildauswahl samt technischer Daten von nahezu allen Straßen- und Rennfahrzeugen mit Porsche Wappen.

Die Touch Wall reagiert durch ein kamerabasiertes Tracking System und ein Touch Overlay auf Besucher. Geht ein Besucher an der Video Wall vorbei, wird das von den Sensoren registriert und auf der Videowand öffnet sich ein Fenster in die Porsche Bildwelt. Die eigentliche Navigation durch die Bilder läuft über den Multitouch Rahmen. Dieser bietet mehreren Besuchern gleichzeitig die Möglichkeit, die Inhalte über Gesten zu steuern.

Damit das ganze Vergnügen seamless wird, wurde Hightech vom Feinsten installiert: 20 steglose Full HD 55″ LCD Screens werden von fünf Grafik-PCs mit einer 3D Echtzeitanwendung angesteuert. Sie ermöglicht auch Funktionen wie das Verschieben von Bildern über die gesamte Länge der Touch Wall.

An der Touch Wall wird die Unternehmensgeschichte lebendig (Foto: macom)

An der Touch Wall wird die Unternehmensgeschichte lebendig (Foto: Porsche AG)

Nicht minder cool ist die interaktive Soundinstallation „Porsche in the Mix“. Der Besucher kann dort via Touch Screen aus sieben Fahrzeugmodellen seinen Favoriten auswählen. Vom Porsche 356 über den Porsche 911 bis hin zum Porsche 918 wird das ausgewählte Fahrzeug auf einer über 9 m² großen LED Wall visualisiert und der jeweils charakteristische Motorsound ertönt. Zusätzlich wird für jedes Fahrzeugmodell ein eigener Musiktrack abgespielt.

Über das Display kann der Besucher bis zu acht Geräusche wie Blinker oder schließende Türen auswählen und mit dem Motorensound in den Musiktrack integrieren. Alle Klangquellen basieren auf originalen Porsche-Fahrzeuggeräuschen. Sie werden ebenfalls per Video und kinetischer Animationen auf der LED Video Wall visualisiert. Rechts und links der Videowand schweben je zwölf LED Schallpegel-Anzeigen im Raum und variieren je nach Fahrzeuggeräusch und Lautstärke in ihrer Höhe und Bewegung. Am Ende kann der Besucher sein selbst komponiertes Musikstück per E-Mail nach Hause senden.

Entwickelt wurde das einmalige Multimedia-Konzept von der Agentur für Customer Experience Liganova GmbH. Dank der engen Abstimmung zwischen macom, der Agentur und Porsche war es möglich, das anspruchsvolle Konzept innerhalb des Zeitplans und des Budgetrahmens umzusetzen.

Musik aus dem Motor - "In the Mix" (Foto: macom)

Musik aus dem Motor – „In the Mix“ (Foto: Porsche AG)

Ergänzt wird diese Installation mit zwei flankierenden Soundduschen. In der Station „Start your Engine“ werden originale Startgeräusche von Motoren eines Porsche RS Spyder, eines Porsche Panamera GTS und eines Porsche Diesel Schlepper Standard abgespielt. Die Sounddusche „Acceleration“ lässt Besucher Beschleunigungssounds von einem Porsche 911 2.0 Coupé, einem Porsche 935 und Porsche 911 GT3 RS erleben. In der Dusche sind original Pedale und Drehzahlmesser der Fahrzeuge installiert. Wird ein Pedal betätigt, wird der zugehörige Motorsound abgespielt.

Dabei war die Klangauthentizität sehr wichtig. So wird passend zum Anfahrverhalten und der Drehzahl softwaregesteuert der individuelle Motorsound abgespielt. Dafür wurden mit den Technikern aus dem Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach originale Motorsounds für unterschiedlichste Anfahrverhalten und Drehzahlen aufgenommen. Die individuelle Abspielung regelt eine Software, die auch bei PC-Rennspielen einen realistischen Motorsound ermöglicht.

„Die bauliche Umsetzung des Projekts war wegen der komplexen Architektur des Porsche Museums sehr anspruchsvoll. Zudem sollte der Museumsbetrieb bei der Installation möglichst wenig beeinträchtigt werden“, so Andreas Hofmann, Projektleiter für das Porsche Museum. Dank guter Planung konnte die neue AV Technik im laufenden Betrieb installiert werden. Das Ergebnis fügt sich nun nahtlos in die bestehende Architektur ein. „Die neue Medientechnik wird nicht als Fremdkörper wahrgenommen. Die große Porsche Touchwall zum Beispiel fällt durch ihre Abmessung auf, ohne sich dem Besucher aufzudrängen“, betont Hofmann.

Sound und Bild gehören im Porsche Museum zusammen (Foto: macom)

Sound und Bild gehören im Porsche Museum zusammen (Foto: Porsche AG

Zusätzlich sollte ein effizienter und stabiler Betrieb der Medientechnik garantiert sein. So wurde für einen einfachen Betrieb ein Technikraum direkt hinter der Touch Wall erschlossen. Über ein iPad können beide Installationen zentral gesteuert werden. Sollten Störungen auftreten, sind sie schnell neu gestartet und für die Besucher wieder nutzbar. Moderne Signalübertragung über HDBaseT Kabel und ein modularer Aufbau der Medientechnik erlauben zudem, dass die Anlage bei Bedarf erweitert und an zukünftige Entwicklungen angepasst werden kann.

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