Displaytechnologie

Electrowetting Screens der 2. Generation – Produktionsstart

- Seit gut zehn Jahren ist Electrowetting als Technologie für den Einsatz in Displays im Gespräch. In den Niederlanden liegt das Herz der EW Industrie. Diese startet die Serienproduktion der zweiten Generation von EW Displays. Nach einer Tochter von Amazon geht nun Etulipa ins Rennen – letztere mit großen Screens. von Thomas Kletschke

Electrowetting Screen als digitales Billboard (Foto: Etulipa)

Electrowetting Screen als digitales Billboard (Foto: Etulipa)

Wenn in den kommenden Monaten ein US-Hersteller mit Electrowetting Screens für den lokalen Einsatz in DooH oder anderen Anwendungen auf den Markt geht, dann arbeiten diese mit Panels, deren Technologie in Eindhoven entwickelt wurde.

Und auch in Europa und anderen Teilen der Welt sollen bald reflektierende Electrowetting Screens eingesetzt werden. Diesen Plan verfolgen Etulipas CEO Dr. Hans Feil und sein Team. Hersteller United Radiant Technology aus Taiwan, schon bislang Technologiepartner von Etulipa, wird die Massenproduktion der Displays aufnehmen.

Das für die Screens genutzte Electrowetting (auch: Elektrobenetzung) ist eine Art „elektrischer Kapillareffekt“, mit dem neuartige (elektro-) optische Bauelemente und Mikroreaktoren aufgebaut werden können. „Ihre Funktion basiert darauf, dass ein elektrisches Feld die Oberflächeneigenschaften von Flüssigkeitssystemen verändert“, schreibt Displayexperte Prof. Dr. Karlheinz Blankenbach in einem PDF von 2007 über Ansätze zu EW Displays. „Das Grundprinzip des Electrowettings: Ein Wassertropfen auf einer hydrophoben Schicht zerfließt beim Anlegen einer Spannung, der Effekt ist reversibel.“

Das R&D Zentrum der weltweiten Electrowetting Displayindustrie liegt in den Niederlanden, genauer: in Eindhoven. „Schuld“ ist in diesem Falle mal wieder der Technologiekonzern Philips, der seine Abteilung einst als LIQUAVISTA ausgegründet hatte. Dort waren damals auch schon Hans Feil und einige seiner jetzigen Kollegen an Bord. Nach einer gewissen Zeit trennten sich die Wege. LIQUAVISTA nutzt EW Displays nach dem Verformungdsprinzio für Mobile Devices wie Tablets und ist inzwischen eine Amazon Tochter.

Nach Selbstständigkeit mit einem Projekt für den vertikalen Markt Automotive haben Feil und seine Kollegen vor ein paar Jahren Etulipa gestartet. Partner URT entwickelt und produziert nicht-mobile LCD Displays, Panels und Module seit über 25 Jahren. Nun startet die Massenproduktion großer reflektierender Electrowetting Displays, die nach Darstellung der Firma alle Outdoor Kriterien erfüllen, bis zu 100x weniger Energie als LED Screens verbrauchen – und vor allem weniger Licht-Emissionen bringen.

Mit einer augenschonenden Variante seien nun große digitale Billboards auch an Orten möglich, an denen Vorschriften dies bislang nicht zuließen, so Feil im Gespräch mit invidis. Denn neben den USA, wo der Partner auf den Markt für lokale DooH Anzeigen geht, gebe es viele weitere Länder mit einem ähnlichen Bedarf nach den Tiles, aus denen sich extrem große Screens fertigen lassen. Auf Nachfrage nennt er dazu auch den deutschen DooH und Digital Signage Markt.

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