electronica 2016

PCAP, Haptik und Co. – die electronica Messesplitter

- In München findet vom 8. bis 11. November 2016 die electronica statt. Welche interessanten Display-Neuheiten sind auf der Fachmesse zu entdecken? von Thomas Kletschke

Force Touch Screen - neben Medical werden weitere Verticals angepeilt (Foto: DATA MODUL)

Force Touch Screen – neben Medical werden weitere Verticals angepeilt (Foto: DATA MODUL)

Platinen, Sensoren oder Displays: Elektronik wird im Alltag noch wichtiger. Das sieht man auch an der gewachsenen Ausstellungsfläche der electronica, die nun auf 143.000 m² in insgesamt 12 Hallen stattfindet – gegenüber 2014 ein Zuwachs um 10.000 m² Fläche. Erwartet werden wieder zahlreiche Besucher. Bei der letzten electronica waren 2.725 Aussteller aus 52 Ländern vertreten; insgesamt 73.189 Besucherinnen und Besucher aus 87 Ländern wurden damals gezählt.

Auch in diesem Jahr sind diverse Neuheiten allein aus dem Bereich Displays zu finden. Dabei geht es stets um Interaktion. Wer zeigt was in München?

Hersteller FUJITSU Components ist bislang als Lieferant von resistiven Touchpanels etabliert. Jetzt wird eine neue Serie mit kapazitiven Touch-Panels in Größen von 7″ bis 21,5″ auf den Markt gebracht. Die kapazitiven Touch-Panels basieren auf Film/Film Technologie in Verbindung mit Standard Cover Glass und werden mit Chip On Flex (COF) Controller und USB Schnittstelle geliefert. Das Deckglas kann kundenspezifisch angepasst werden.

Auch bei DATA MODUL gibt es Neues zu sehen: Europapremiere hat das erste 5″ Ortustech New Blanview Modell (COM50H5M98ULC) mit Automotive Spezifikation. Mit der Entwicklung der Blanview Technologie begann das Unternehmen erstmals 2007, um die durchlässigen und reflektierenden Eigenschaften von LCDisplays weiter zu entwickeln. Mit den 5″ Ortustech Displays wird nun erstmals in Europa die neuste Generation „Blanview 2“ präsentiert.

Seitdem 3D beziehungsweise Force Touch in verschiedenen Consumer Geräten Einzug erhalten hat, hat sich DATA MODUL auch um einen eigenen neuen Lösungsansatz bemüht. In München stellt man einen Prototypen vor, der ein bestehendes PCAP System mit dieser Technologie erweitert. Die angestrebte Force Touch Lösung erkennt mittels zusätzlicher Drucksensoren eine Veränderung der Z-Achse. Da die Interaktion in Abhängigkeit von der Druckstärke auf die Touchoberfläche erfolgt, können weitere Menüebenen entstehen und so zusätzliche Bedien-Möglichkeiten auf dem Interface geschaffen werden.

Für Interaktionen via Screen hat das britische Startup Ultrahaptics eine neue Technologie entwickelt, die Ultraschall nutzt. Ultraschall von 40 kHz erzeugt dabei durch den Schalldruck an Fingerspitzen oder Handflächen des Nutzers ganz gezielt Vibrationen. Das UHDK5 TOUCH Development Kit soll im Januar 2017 auf den Markt kommen, ist aber seit November bei Avnet schon vorbestellbar.

Auch Hersteller Kyocera hat Touchdisplays entwickelt, die künftig mechanische Tastendrücke simulieren. Dazu wird über schwache elektrische Impulse der Pacini-Nerv im Finger stimuliert und so das Gefühl eines Tastendrucks erzeugt. Bei weiterem Drücken versetzen Piezoelemente die berührten Oberflächensegmente gezielt in Schwingungen und simulieren so die zweite Phase eines Tastendrucks. Auch hier soll die Marktreife bald erreicht sein.

Für den Automotive Markt haben die großen und weltweit aktiven Zulieferer Continental und Bosch ebenfalls jeweils eigene Haptic Screens angekündigt, die auf der Messe gezeigt werden sollen.

Continental zeigt einen serienreifen – ab 2017 –  und automobiltauglichen 8″ Screen, in dem ein haptisches Aktuatoren-System verbaut ist. Der „Ausschlag“ des kleinen Screens beträgt laut Hersteller nur etwa ⅒ mm. Da er jedoch mit sehr hoher Beschleunigung erfolgt, ist der so generierte mechanische Impuls mit dem Finger sehr klar zu spüren.

Bei Bosch wird ein Touchscreen gezeigt, der raue, glatte oder regelmäßige Strukturmuster erzeugen kann und auch auf die Stärke des Fingerdrucks reagiert.

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