Industrie-Normen

HDMI und DP bald fit für Broadcast, AR, VR und 8K

- DisplayPort und HDMI haben sich als zuverlässige Industriestandards sowohl im Consumer Markt wie im Business Bereich etabliert. Nun sind 8K bei guten Bildfrequenzen und Virtual Reality oder Augmented Reality Signale das Thema für die nahe Zukunft – einschließlich Broadcasting. von Thomas Kletschke

Neuer EV2780 – Beispiel für einen aktuellen Screen mit USB-C, HDMI und DP (Foto: Eizo)

Neuer EV2780 – Beispiel für einen aktuellen Screen mit USB-C, HDMI und DP (Foto: Eizo)

Für die Spezifikation DisplayPort (DP) ist die VESA zuständig. Jetzt startet VESA für die Geräteindustrie das Zertifizierungsprogramm für DisplayPort High Bit Rate 3 (HBR3). HBR3 wird vom seit März 2016 gültigen Standard DP 1.4 unterstützt. DP Interfaces mit HBR3 sind nun in den ersten Consumer Produkten zu finden und liefert die benötigten Bandbreiten und sonstigen Eigenschaften um 8K Videos über eine einzige Kabelverbindung zu übertragen. Alternativ können mehrere 4K beziehungsweise Ultra HD Displays angesteuert werden. HBR3 ist zudem für die Gamer interessant, die Consumer Zielgruppe, die besonders schnell neue Techniktrends adaptiert. Daneben wird auch der B2B Markt avisiert – der den B2C Märkten üblicherweise mit leichter Verzögerung folgt. Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) und TV Broadcasting gehören laut VESA zu den weiteren Anwendungen, die auf HBR3 setzen werden.

DisplayPort 1.4 nutzt auch die Display Stream Compression (DSC) Technologie der VESA. Beispiele für deren Anwendungen sind 8K@60Hz HDR Deep Color und 4K@120Hz HDR Deep Color. Anlässlich der gerade laufenden CES 2017 gab VESA zudem bekannt, dass zahlreiche Mitgliedsunternehmen des Verbands HBR3 auch in Hinblick auf den Start des 8K Super-Hi Vision TV in Japan entwickeln, das spätestens mit regulärem 8K TV Broadcasting während Olympia 2020 auf ein zuverlässiges Eco System zurückgreifen müsse.

Auch die Norm HDMI wird weiterentwickelt, wie HDMI Forum Inc. anlässlich der Messe in Las Vegas mitteilte. Hier wurde der Nachfolger von HDMI 2.0b vorgestellt, der auf die Bezeichnung HDMI 2.1 hört. Auch hier wird auf 8K Wert gelegt: 8K@60Hz und 4K@120Hz sind das Thema. Entsprechend der Anforderungen beziehungsweise Möglichkeiten wird auch bei 8K HDR unterstützt. Die benötigten Bandbreiten soll ein neues und rückwärts-kompatibles Kabel bringen.

Beide neuen Initiativen zeigen einerseits, wie schnell sich die CE und Display Industrien auf verlässliche Normen committed haben – im Unterschied zu Normen aus manch anderer Branche. Zudem wird auch bei den Weiterentwicklungen das Thema Verkabelung weiter wichtig bleiben: Hohe Bandbreiten und zuverlässige Signalverteilung werden auch künftig nicht mit 1 Euro Kabeln vom Wühltisch zu haben sein. Damit gelten auch künftig die Experten-Tipps, die wir Ende 2014 im Artikel „Ein Jahr DisplayPort 1.2 im Digital Signage“ zusammengetragen hatten. Ergänzend ist festzuhalten, dass sich die Schnittstelle USB-C bei DisplayPort innerhalb kürzester Zeit zum neuen USB Universal-Anschluss gewandelt hat – schließlich tauchten erste Consumer Rechner mit USB-C seit etwa Frühjahr 2015 auf. Inzwischen sind Displays für die Gestaltung von Content (Consumer, zunehmend auch Pro) mit USB-C ebenfalls Standard.

Die bislang bekannten Details zu den beiden Normen finden sich in der Ankündigung des HDMI Forum (an dieser Stelle) sowie bei der VESA (an dieser Stelle). Eine gute Übersicht, die auch Newbies das Thema Schnittstellen (Displays sowie Mobile Devices) näherbringt, hat Displayhersteller Eizo an dieser Stelle veröffentlicht. Dort werden diese Schnittstellen thematisiert: HDMI , USB-C, DisplayPort, Mini DP, DVI, Mini HDMI, Micro HDMI und MHL beziehungsweise Micro USB.

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