Außenwerbung Schweiz

Kanton Basel schreibt erstmals DooH Flächen aus

- Bis Ende 2017 werden Plakate und CLPs auf dem Grund des Stadtkantons von der APG|SGA vermarktet. Jetzt hat die Neuausschreibung von gut 4.500 Werbeflächen begonnen. Zwei Lose sind sehr interessant: Sie sehen die Umwandlung analoger Werbeträger in DooH Screens vor. von Thomas Kletschke

Ab 2018 werden eineige der neuen DooH Screens auch an den haltestellen der BVB zu finden sein (Foto: Staatskanzlei Basel-Stadt / Juri Weiss)

Ab 2018 werden einige der neuen DooH Screens auch an den haltestellen der BVB zu finden sein (Foto: Staatskanzlei Basel-Stadt / Juri Weiss)

Am gestrigen Mittwoch veröffentlichte der Kanton Basel die Ausschreibung, auf die sich Branchenunternehmen bis zum 7. November 2016 bewerben können. Denn ab Anfang 2018 läuft die nächste Konzession, auf die sich auch der bisherige Konzessionsnehmer APG|SGA bewerben kann – und dies wohl ebenso tun wird wie sicherlich auch Clear Channel Schweiz.

Der Kanton Basel-Stadt schreibt das Recht zur Plakatierung auf öffentlichem Grund in Basel und an den Kantonsstraßen in Riehen und Bettingen neu aus.

Die Plakatstellen in den Formaten A2, F4, F12, F24 und F200 sind in insgesamt elf Lose gegliedert. Alle Lose betreffen die Konzessionsdauer vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2027. Damit werden die Werberechte für die kommenden zehn Jahre in der Stadt verteilt. Neu befinden sich auch digitale Plakate und Leuchtdrehsäulen darunter.

 

So ist die Ausschreibung unterteilt:

  • Los 1a: Großplakate geklebt: F4, F12, F24
  • Los 1b: Großplakate geklebt: F4, F12, F24
  • Los 2: Großplakate geklebt: F200
  • Los 3: F200L (PPS)
  • Los 4: F200L (Stelen)
  • Los 5: F200L (Rolling Star LR), Umbau in digitale Plakate
  • Los 6: F200L (BVB), Umbau in digitale Plakate
  • Los 7: F400L Leuchtdrehsäulen neu
  • Los 8: temporäre Werbung an Baustellenwänden
  • Los 9a: Kleinplakate: A2
  • Los 9b: Kleinplakate: A2

In den Ausschreibungsunterlagen der Lose finden sich die speziellen Anforderungen und ungefähren Größenordnungn. Das Los 5 etwa umfasst ein Netz von sechs Plakatstellen mit insgesamt 33 Plakatflächen im Format F200LR des Typs Rolling Star, die zum 1. Januar 2018 in 11 digitale Werbeflächen umzuwandeln sind – fünf double sided Screens, ein single sided Screen.

Das Los 6 umfasst ein Netz von 19 Plakatstellen beziehungsweise 22 bestehenden Leuchtplakatflächen an der Rück- respektive Außenseite der BVB-Wartehallen im Format F200, die zum 1. Januar 2018 durch digitale Werbeflächen ersetzt werden.

In beiden Losen gelten folgende Vorgaben für DooH Screens: Die zukünftigen digitalen Werbeflächen müssen einen 72″ Full HD Screen im Format 9:16 aufweisen (Portrait-Ausrichtung). Es sind 6 Slots à 10 Sekunden oder 4 Slots à 15 Sekunden vorzusehen. Dem Kanton ist auf Wunsch jederzeit 1 Slot zur Verfügung zu stellen.

Die digitalen Werbeflächen können von 06.00 maximal bis 24.00 Uhr bespielt werden und dürfen eine maximale Leuchtdichte von 500 cd/m² aufweisen und müssen bis auf 300 cd/m² dimmbar sein. Die Werbung darf auf maximal 20% der Fläche Bewegungen aufweisen, der Hauptteil der Werbung muss statisch sein. Keinesfalls darf der Eindruck eines großflächigen Films entstehen, Blitzelemente oder schnell getaktetes Licht sind untersagt.

An dieser Stelle finden Sie alle Ausschreibungsunterlagen.

2 thoughts on “Außenwerbung Schweiz: Kanton Basel schreibt erstmals DooH Flächen aus

  1. 72″ Bildschirme, 500 cd/m2? Da scheinen keine Profis am Werk gewesen zu sein. Nur 20% der Fläche animiert? Sehr vorgestern! Und bei Invidis wundert man sich darüber gar nicht, so wie man das bei der Ausschreibung in Zürich getan hat?

    • Wie Sie ja anmerken, hatten wir im Fall Zürich ausführlich berichtet (http://invidis.de/2015/06/schweiz-eindeutig-unterbelichtet-eine-aktuelle-dooh-ausschreibung-fuer-zuerich/). Auch ich halte die in Basel vorgegebenen Luminanzwerte für problematisch. Vermutlich lassen politische Willensbildungsprozesse und/ oder Unwissenheit in den Verwaltungen auch in Basel derzeit nichts anderes zu. Zur Ehrenrettung der Schweiz sei gesagt: Auch deutsche Städte und Kommunen haben teilweise sehr archaische Vorstellungen, die in ähnlich praxisfernen Vorgaben münden. – Letztlich bleibt derzeit nur das Prinzip Hoffnung. Und der erneute Aufruf an Branchenverbände, sich des Themas anzunehmen. Schließlich erhalten die Kommunen ja Gelder, die mittelbar aus den Erlösen des DooH Werbegeschäfts stammen.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.