Augmented Reality & Virtual Reality

Apple setzt auf AR und VR, Gerücht zu Mixed Reality

- In seiner Software und Hardware setzt Apple stark auf Augmented Reality und Virtual Reality. Das zeigt die Entwicklerkonferenz WWDC 2017. Welche Unternehmen aus der Display-Industrie weiter von Aufträgen aus Cupertino profitieren dürften, zeichnet sich ebenfalls ab. Ab 2019 könnte Cupertino auch auf Mixed Reality setzen. von Thomas Kletschke

Editing am kommenden iMac Pro (Foto: Apple)

Editing am kommenden iMac Pro (Foto: Apple)

Nachdem Apple vor gut zwei Jahren den Augmented Reality-Experten Metaio übernommen hatte, der bis dato mit seiner Technologie im B2B Markt aktiv war, hatten Beobachter darauf gewartet, wann Apple die native AR-Integration in seine Betriebssysteme macOS und iOS bringen wird. Bei der derzeit laufenden Apple Worldwide Developers Conference (WWDC) 2017 in San Jose hat Apple die Katze(n) aus dem Sack gelassen.

Jetzt ist es soweit: Ab Herbst 2017 werden das neue OS für Desktops – macOS High Sierra – sowie das neue Mobil-Betriebssystem iOS 11 ausgerollt. Bei letzterem wird dann ebenfalls die Umstellung auf 64-bit komplett abgeschlossen sein. Bald sind die Beta-Versionen für Entwickler bei Apple unter diesem Link verfügbar.

In puncto Virtual Reality gab es Vorführungen am iMac mit der VR Brille HTC Vive. Zumindest vorerst setzt man also auch auf Kooperationen bei der Hardware. Steam VR (und damit die Engines Unity und Unreal) werden mit der Video Processing API Metal 2 ermöglicht.

Mit AR Kit bietet Apple eine Software für die Entwicklung von Augmented Reality-Anwendungen an. Damit sei iOS über Nacht zur größten AR-Plattform der Welt geworden, hieß es auf der Konferenz. Das AR Lego-Modell, das auf einem iPad gezeigt wurde sowie die Bekanntgabe, dass Ikea seine Kataloge mit AR ausstatten will, zeigen glasklar, dass Metaio nun nativ in iOS 11 und macOS High Sierra integriert ist.

Möglicherweise kommt in weniger als zwei Jahren eine Mixed Reality-Fortentwicklung ins Spiel. Auf Reddit äußerte sich an dieser Stelle ein angeblicher Foxconn-Mitarbeiter zu verschiedenen technologischen Projekten bei Apple. Inwieweit hier ein echter Insider spricht, sollte mit Vorsicht betrachtet werden. Seinen Angaben zufolge könnte ab 2019 ein eigenes AR Headset von Apple gelauncht werden, das aus Zelluloseacetat bestehen soll. Bei Audio setzt man demzufolge auf Bone Conduction; die Knochenschall-Technologie war in den letzten Jahren immer mal wieder in Werbeprojekten und bei Pilot-Tests aufgetaucht. Zudem soll dieses AR Brille Sensorik für Gestensteuerung und kapazitiven Touch für die Lautstärkeregelung beinhalten.

Auf dem WWDC 2017 hat Apple auch diverse neue Hardware vorgestellt, darunter neue iMacs sowie den neuen iMac Pro, der den Mac Pro ablösen soll und ab Dezember 2017 bestellbar ist. Der iMacPro, der mit Achtkern CPU, Zehnkerner oder als 18-Kerner auf den Markt kommt, ist im Gegensatz zur bisherigen Profi-Linie ein All-in-One. Der Rechner wird auch für die Entwicklung von VR und anderen rechenintensiven Anwendungen beworben. Der Rechner nutzt einen 27″ 5K Retina Screen, der mit 500 Nits besonders lichtstark ist und zudem den DCI-P3 Farbraum abdeckt. Damit ist das Display laut Hersteller 43% heller als beim bisherigen 5K iMac (10 bit Unterstützung). Auch die herkömmlichen Retina Display iMacs (4K 21,5″ und 5K 27″) werden 500 Nit starke Screens erhalten. Es ist nicht sonderlich unwahrscheinlich, dass dieses Screens von LG oder deren Schwester LG Display stammen. Auch Samsung wäre als Lieferant denkbar.

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