invidis Ranking

Die Top3 Display-Hersteller in EMEA

Im Ranking der größten Display-Hersteller bleibt Samsung an erster Stelle, gefolgt von LG. Doch auf dem dritten Platz gab es Veränderung. Wer der neue auf dem Treppchen ist und wie sich die Display-Branche insgesamt entwickelt hat.
Samsung baute mit der neuen Generation von The Wall seine Position als Nummer 1 weiter aus. (Foto: Smasung)
Samsung baute mit der neuen Generation von The Wall seine Position als Nummer 1 weiter aus. (Foto: Smasung)

In den vergangenen Jahren hat sich der Digital Signage-Markt in einen Käufermarkt verwandelt. Professionelle Displays wurden in vielerlei Hinsicht zur Commodity, da immer mehr Displayanbieter ihre Produkte von denselben chinesischen Herstellern bezogen. Einst unbekannte chinesische Unternehmen wie BOE – oft unterstützt durch staatliche Subventionen – gewannen Marktanteile. Und zwar in einem Ausmaß, dass die einst dominierenden koreanischen Hersteller Samsung und LG beschlossen, die Produktion von LCD-Panels ganz einzustellen.

Konzentration auf andere Technologien

Bald werden hauptsächlich einige wenige chinesische und taiwanesische Hersteller LCD-Mutterglas produzieren. Die bekannten OEM-Marken werden alle die gleichen LCD-Panels montieren. Um dieser Abhängigkeit zu begegnen, konzentrieren sich sowohl Samsung als auch LG auf Display-Technologien jenseits von LCD. Für Samsung liegt die Zukunft der Displays in Quantum Dot — vermarktet als QLED. LG treibt währenddessen OLED voran. Die Kundenakzeptanz von OLED und QLED auf dem Digital Signage-Markt ist noch gering, aber die jüngsten Produkteinführungen und Marketingaktivitäten fördern die neuen Technologien.

Samsung und LG besitzen den Großteil des geistigen Eigentums an ihren jeweiligen Technologien. Das erschwert es vor allem chinesischen Wettbewerbern, ähnliche Lösungen anzubieten. LCD bleibt jedoch das Brot-und-Butter-Geschäft auf dem Markt für großformatige Displays und Desktop-Monitore.

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Während Samsung die Führung auf dem LFD-Markt behielt, löste Philips NEC als Top-3-Anbieter in Europa ab. Branchenanalysten erwarten, dass Philips bis Ende 2021  sogar die Nummer 2, LG Electronics, überholen  wird. NEC fusionierte 2020 mit dem zu Foxconn  gehörenden Unternehmen Sharp, um einen Display-Marktteilnehmer mit japanischen Wurzeln  zu schaffen. Nach mehr als einem Jahr – in zugegebenermaßen schwierigen Zeiten – fehlt es dem  kombinierten Sharp/NEC-Joint-Venture noch immer an der Agilität, für die es bekannt war. PPDS  (Philips) hat ähnliche organisatorische Veränderungen durchlaufen, als das in Hongkong ansässige Unternehmen TPV das Display-Geschäft von  Philips übernahm. Derzeit ist Philips jedoch sehr  erfolgreich mit einem Mainstream-Angebot und  einem hochgelobten Android-SoC.

Liefersituation weiter ungewiss

LCD-Markttreiber und USP für die meisten  Bildschirmhersteller sind SoC und zunehmend  auch Sensorintegration. Doch seit dem Frühjahr 2021 hat sich die Marktstimmung mit dem Beginn ernsthafter Lieferkettenprobleme dramatisch verändert. Anfangs waren nur spezielle Displays, zum Beispiel High-Brightness-Screens, nicht verfügbar. Bald darauf wurden  auch Mainstream-Displays rar. So etwas hat die Branche noch nie erlebt, denn der Mangel an Containern, an Platz auf den Schiffen von  China nach Europa und der plötzliche Anstieg  der weltweiten Nachfrage brachten den fein austarierten Logistikfluss zum Stillstand. Die Verfügbarkeit von Anzeigen bleibt im Sommer gering und wird voraussichtlich bis zum Ende des Jahres anhalten.

Lieferengpässe: Transportketten weiterhin gestört

Positiv zu vermerken ist, dass der Gewinner im Bereich der visuellen Lösungen die LED ist. Fine-Pitch-LEDs ersetzen nicht nur Videowände mit dünnem Rahmen, sondern ermöglichen
auch große digitale Leinwände mit geringem Betrachtungsabstand. Während alle über sehr feinpixelige Micro- und Mini-LED sprechen (Sony Crystal, Samsung The Wall, LG Magnit), wird die Mehrheit der LED-Projekte mit einem Pixelpitch von 3 Millimetern oder weniger realisiert. Aber Direct-View-LED ist auf dem Vormarsch und wird die meisten Display-basierten Lösungen ab 120 Zoll ersetzen.

LED ist zwar immer noch deutlich teurer als LCD, aber die Marktpreise sinken auf breiter Front. Eine durchschnittliche LED-Wand kostet je nach Größe und Auflösung etwa 50.000 Euro. Samsung überraschte den Markt im Sommer 2020 mit The Wall for Business-Lösungen mit größerem Pixelabstand in 1,2 und 1,6 Millimetern zu sehr wettbewerbsfähigen Preisen. Der Markt wollte diese Produkte haben, vor allem in Automobil- und Studioprojekten.

Futuresource: MicroLED könnte LED-Dominanz von China ablösen