Pfeile weisen den Weg durchs Einkaufszentrum, ein Spielzeug erscheint in voller Größe und 3D und der Schauspieler aus dem aktuellen Kinofilm tritt aus dem Plakat – Szenarien, die es längst gibt. Möglich werden sie durch Augmented Reality-Software.

Augmented Reality steht für erweiterte Realität und das ist sie in der Tat, denn die Anwendungen verbinden reale Objekte und Welten mit virtuellen.  Im Bereich Digital Signage gibt es bisher nur Leuchtturmprojekte, meist temporäre Installationen. Das allerdings könnte sich bald ändern.

Daran glaubt Jan Schlink, Unternehmenssprecher bei metaio, dem führenden Anbieter von Augemented Reality-Software. Bekannteste Lösungen des Unternehmens sind sicher die Installationen für Lego und der Browser junaio. Im Gespräch erläutert Schlink, welches Potential Augmeneted Reality für Digital Signage hat und welche Hürden es noch zu überwinden gilt.

 

Jan Schlink, Unternehmenssprecher bei metaio

Herr Schlink, welche Rolle spielt Augmented Reality für Digital Signage?

Jan Schlink: Man muss hier zwischen mobilen und stationären Lösungen unterscheiden. Die mobilen haben sich erst mit den Geräten entwickelt. Mittlerweile sind die Reichweite der Smartphones und auch die Technik sehr gut. Prinzipiell kann man mit dem Smartphone alles anvisieren, nicht nur Produkte. Möglich sind auch Navigationslösungen, zum Beispiel in Einkaufszentren. Auf Messen werden mobile Augmented Reality-Lösungen bereits eingesetzt, aber insgesamt sind sie noch selten.

Die  Zahl der Augmented Reality-Nutzer liegt momentan im einstelligen Millionenbereich, weltweit. Das sind First Mover, von einem Standard können wir noch nicht sprechen.

Wie sieht es bei den stationären Lösungen aus?

Jan Schlink: Bei den stationären sind wir schon sehr weit. Temporäre Installationen auf Messen sind bereits etabliert. Im Store-Bereich ist Lego sicherlich ein Vorreiter, aber wir merken, dass die Nachfrage langsam steigt.

Augmented Reality wirkt eher wie eine nette Spielerei. Inwieweit ist es denn eine ernstzunehmende Marketingmaßnahme?

Jan Schlink: Es ist definitiv eine ernsthafte Marketingmaßnahme. Schauen Sie sich Lego an, die Augmented Reality mittlerweile in all ihren Flagship Stores einsetzen. Das hätten sie sicher nicht getan, wenn es keine positive Auswirkung auf die Umsätze und das Image hätte.

Das lässt sich allerdings wie bei jeder Werbemaßnahme schwer belegen.

Jan Schlink: Man kann es gut evaluieren. Auf Messen zum Beispiel kann man feststellen, ob es mehr Kontakte oder eine höhere Verweildauer gab. Man kann auch eine Testinstallation einsetzen und den Umsatz messen. Aber es ist durchaus ein Problem, dass Standards in der Messbarkeit bei Augmented Reality noch fehlen.

Wie versuchen Sie dann Interessenten vom Erfolg zu überzeugen?

Jan Schlink: Wir haben Case Studies, mit denen wir den Erfolg belegen können. Aber die lassen sich nicht immer auf einen anderen Fall übertragen. Ich bin der Meinung, dass man es einfach ausprobieren muss. Es gibt Leihstellungen und Software Demo-Versionen, die sich in bestehende Installation integrieren lassen und günstig sind.

Aber ist die Anschaffung einer festen Installation nicht teuer?

Jan Schlink: Die Investitionen sind nicht von der Hand zu weisen. Die Webcam ist günstig und nicht das Problem. Bei bestehenden Digital Signage-Installationen stellt sich meist die Frage nach der Rechnerkapazität. Denn wenn es sich um reine Abspielinstallationen handelt, reicht die meist nicht aus. Dann ist die Anfangsinvestition natürlich sehr hoch. Aber es gibt durchaus bereits kompakte und günstige Systeme. Für die Software fallen bei Augmented Reality natürlich ebenfalls Lizenzen an.

Und dann müssen noch passende Inhalte erstellt werden.

Jan Schlink: Ja, und das ist eine Frage, die sehr früh geklärt werden muss. Viele Marketingabteilungen haben sich dem Thema 3D noch nicht gestellt, aber gerade im Internet gibt es immer mehr 3D-Inhalte. In einigen Unternehmen liegt also bereits Content vor, ansonsten gibt es aber auch genügend Dienstleister, die ihn erstellen.

Sie haben gesagt, dass die Nachfrage langsam steigt und sich auch die Verbreitung der Smartphones positiv auswirkt. Wie wird sich Augmented Reality weiterentwickeln?

Jan Schlink: Die Zukunft sind auf jeden Fall die mobilen Systeme, seien es Plakate, Videowände oder Produkte, die integriert werden. Eine der größten Herausforderungen wird es sein, 3D zu tracken und Objekte zu erkennen. Damit ergäben sich sehr viele neue Möglichkeiten. Ich denke aber, dass wir in zwei bis drei Jahre eine gute Infrastruktur aufgebaut haben werden, damit sich die mobile Nutzung lohnt.

Wir sieht es im Handel aus?

Jan Schlink: Hier haben wir schon jetzt Zukunftsszenarien umgesetzt. Etwa mit einem Drucker. Halten Sie das Smartphone drauf, wird sofort angezeigt, wie Sie den Toner wechseln. Es wird also vom Abstrakten hin zum Konkreten gehen.

Das kann ich dann aber zuhause machen und nicht nur im Geschäft selbst.

Jan Schlink: Ja, es betrifft den Bereich Sales und After Sales. Aber im Geschäft können natürlich Produktfeatures dargestellt werden. Sicher ist, dass Marketing irgendwann zum Service werden wird.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

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