Displayindustrie

Ultra HD-Boom pusht Nachfrage nach Quantum Dots

- Ein Haar ist zehntausendmal dicker als ein Quantum Dot. Die kleinen Helferlein sorgen weltweit in immer mehr UHD-Screens für intensive Farben. Folge ist eine sprunghaft gewachsene QD-Nachfrage. von Thomas Kletschke

Ultra HD-Content auf einem SUHD-TV (Screenshot: invidis)

Ultra HD-Content auf einem SUHD-TV (Screenshot: invidis)

Die steigenden Produktionszahlen bei Ultra HD-Panels für Monitore, TVs und B2B-Displays führen offenbar zu einem Nachfrage-Push nach Quantum Dots. Hintergrund: Zahlreiche Hersteller setzen auf die Technologie, um noch farbenintensivere Bilder auf den Panels ausspielen zu können.

Nach wie vor scheinen QDs, die zunächst lediglich von Sony, und seit einiger Zeit von einer Reihe weiterer Hersteller genutzt werden, vor allem in Consumer-Produkten beliebt zu sein. Ob Quantum Dots auch in Ultra HD-Displays für den Einsatz in Business-Umfeldern genutzt werden, ist bisher nicht bekannt. Allerdings spricht momentan jedes Argument für die Technologie, wenn es um eine sich rechnende Lösung geht, die UHD zu dem macht, was es neben ein paar (Millionen) Pixel mehr, eigentlich bedeutet: Den Aufbruch in eine (unter anderem) farbenfreudigere Zeit.

Ein Indiz in die Richtung, wie sich Ultra HD generell weiterentwickelt, kommt von Samsung – einem Hersteller, dem man weltweit große Erfahrung und Durchsetzungskraft im Setzen neuer Trends in B2B und B2C und in vielen Weltregionen attestieren kann. Samsung zeigte in diesem Jahr einige Male seine neuen SUHD TVs. Obwohl man selbst lieber von Nano Crystal Technology spricht (vgl. das eingebettete Video) , handelt es sich dabei im Prinzip um die gleiche Technologie, auf deren Bais größere Farbräume (Rec.2020), die mit UHD einhergehen, abgebildet werden können. Zudem sollen TV Sets mit HDR (High Dynamic Range) umgehen können.

Alle Ultra HD TVs von Samsung, die 2015 und 2016 verfügbar sind, respektive verfügbar sein sollen, werden als SUHD auf den Markt kommen.

Einer der möglichen Lieferanten – es gab da im Laufe des Jahres widersprüchliche Angaben von beiden Seiten – für die Nano Crystal- beziehungsweise QD-Technologie ist Nanosys. Unbestritten ist, dass Samsung und Nanosys kooperieren, wobei der koreanische Konzern auch ein Patentnutzungsabkommen geschlossen haben soll – also wohl auch die Möglichkeit hat, seine eigenen Wege bei Quantum Dots zu gehen. Sicher ist: Quantum Dots sind ziemlich nano – die verwendeten QDs haben einen Durchmesser, der dem zehntausendstel eines menschlichen Haares entspricht.

Inzwischen stimmen auch reine B2B-Hersteller und die Filmindustrie sich weiter mit den Anbietern von UHD-TVs ab. Alle brauchen crispy Inhalte: Studios, Netzwerke, Sender, Netflix und Co. – sowie die TV-Hersteller. Auf der letzten Broadcast-Messe NAB 2015 zeigte denn auch der weltweit renommierte Kamera-Experte Arri die kreativen Ergebnisse seiner aktuellen Alexa-Kamerageneration auf SUHD Ultra HD-TVs von Samsung.

Manch anderer Hersteller nutzt ebenfalls gerne Kunstbegriffe, wenn es um QD geht – beispielsweise Hisense, die mit ULED, beziehungsweise neuerdings ULED2 ebenfalls auf QD setzen. Mit TCL und Changhong sind zwei weitere sehr große chinesische Hersteller ebenfalls im Lager der QD-Nutzer angekommen.

Nach Angaben von Nanosys langen die Kunden des Herstellers momentan kräftig zu. Deshalb hat allein dieser Vorlieferant seine Produktkionsapazität a eigenen Standort im Silicon Valley nun verdoppelt. Jetzt können bis zu 25 Tonnen QDs bei Nanosys produziert werden, was ausreichen würde um 6 Millionen Ultra HD TVs mit einer Größe von 60″ entsprechend auszustatten.

Unbestreitbarer Vorteil von QD-basierten Panels gegenüber der Konkurrenztechnologie OLED ist der Preis.

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