Serie Banking 2.0

Bis 2018 weniger Filialen und Omnichannel bei Bank Austria

- Bis zum Jahr 2018 soll das Retail Banking bei Bank Austria profitabler werden. Geplant sind weniger, dafür größere und digitalisierte Filialen. Der digitale Marktplatz wird stark ausgebaut. von Thomas Kletschke

Retail Banking Flagship der Bank Austria in Salzburg (Foto: (c) wildbild / Bank Austria)

Retail Banking Flagship der Bank Austria in Salzburg (Foto: (c) wildbild / Bank Austria)

Die zu Unicredit gehörende Bank Austria führt die begonnene Transformation zur Multichannel oder Omnichannel Bank fort. Damit sollen geänderte Kundengewohnheiten berücksichtigt werden.

Generell will das Institut weiterhin als Universalbank aktiv sein. Es bleibt bei den bisher vier Geschäftsbereichen:

  • Firmenkundengeschäft
  • Private Banking, dem Geschäft mit vermögenden Privatkunden
  • Corporate & Investment Banking
  • Geschäft mit Privat- und kleinen Geschäftskunden

Im vierten Geschäftsbereich ist das Retail Banking untergebracht. Hier sind Einschnitte geplant, auch personelle. Generell gilt: zusätzlich sollen Kosten in Höhe von 300 Millionen Euro ab dem Jahr 2018 eingespart werden.

Hintergrund ist das stark veränderte Kunden- und Nutzerverhalten, das auch das Geschäft mit den kleinen Privatkunden massiv verändert.

Die Filialen und der digitale Marktplatz mit Online Shop und Online Filiale werden mittelfristig zu gleichwertigen Beratungs- und Verkaufsschienen ausgebaut, so der Plan. Intern hat das zu einer Verlagerung von Arbeitsplätzen geführt: In der Online Filiale arbeiten bereits heute rund 255 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der Fokus in der geplanten 24/7 Beratung wird auch hier auf höherwertige, komplexere Bankprodukte gelegt, beispielsweise in der Nutzung von Videoberatung durch Spezialisten sowohl online als auch in der Filiale mit hochqualifizierten Immobilien- und Veranlagungs-Spezialisten.

Ideenschmiede für die Zukunft - Appathon der Bank Austria (Foto: Bank Austria)

Ideenschmiede für die Zukunft – Appathon der Bank Austria (Foto: Bank Austria)

Die Kunden werden allerdings bald ein kleineres, weniger eng maschiges Filialnetz vorfinden. Letzteres gilt aber nur für Städte. Bis 2018 komme es „insbesondere in den Ballungszentren“ zu einer weiteren Anpassung des Privatkunden Filialnetzes von knapp 200 Filialen Ende 2015 auf rund 120 Filialen in den nächsten drei Jahren. Das Motto lautet hier, so die Bank: weniger, aber deutlich größere Filialen mit spürbar erweitertem Beratungsangebot. Deutlich erweitert werde das Beratungs- und Serviceangebot für kleine Geschäftskunden, das zukünftig an 55 Standorten (statt bisher 29) angeboten wird.

Die Kunden des Retail Banking sind mehrheitlich ebenfalls gut auf die Transformation vorbereitet – oder treiben sie sogar. In Zahlen: Etwa drei Viertel der Bank Austria Kontokunden nutzen bereits Online Banking, über ein Drittel davon Mobile Banking über das Smartphone mit stark steigender Tendenz, heißt es von der Bank. Die Nutzung klassischer Services stagniere dagegen oder gehe sogar zurück.

Deshalb wolle man den 24/7 Service für alle Kunden in allen Kanälen forcieren – und bei den Kosten sparen.

Klappt der Umbau, zu dem auch sozialvertragliche Pflichten des Finanzinstituts gegenüber seinen Mitarbeitenden gehören, sieht die Zukunft so aus: Bank Austria kann als Multichannel oder Omnichannel Bank schneller auf Markttrends reagieren – oder sie setzen.

Einfachere Standardprodukte bei gleichzeitig jederzeitige Zugang zu Bankexperten via Mobile oder andere Kanäle – zu denen die Flagships und die neuen Filialen gehören – werden künftig zudem günstiger oder kostendeckender angeboten werden können.

Die Geschäftsmodelle lassen sich dann beliebig erweitern. In diesem Jahr haben die drei Konzernschwestern Bank Austria, HypoVereinsbank und UniCredit jeweils einen Appathon veranstaltet. Die Sieger Apps boten interessante Ansätze – etwa Customer Centric Wallet Apps und eine Private Banking / Wealth Management Services App. Künftige Wettbewerbe könnten im Konzern weitere Anwendungen hervorbringen. Das könnten auch Apps sein, die man gemeinsam mit dem Handel oder anderen Partnern aus anderen Branchen anbieten könnte.

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