Berührungsempfindliche Rückseite

- Auf der am Freitag beginnenden IFA blickt die Branche in die Zukunft. Neben Produktneuheiten werden auch visionäre Projekte und Forschungsergebnisse vorgestellt. So zum Beispiel das nanotouch des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts. Das halbdurchsichtige Display soll fehlerfreie Eingaben ermöglichen. von Stefanie Schömann-Finck

Touch-Display der Zukunft?

Mobile Geräte wie Handys oder Tablet-PCs, aber auch Monitore am POS oder POI sind längst mit Touchscreens ausgestattet. Doch sie alle haben eine Problem: Bei der Eingabe verdeckt der Finger ausgerechnet diejenigen Objekte auf dem Bildschirm, mit denen eine Interaktion stattfinden soll. Die Folge sind fehlerhafte Eingaben, die als  „Fat-Finger-Problem“ bezeichnet werden. Die Mitarbeiter des Projekts nanotouch möchten das ändern, indem sie die Rückseite eines halbdurchsichtigen Bildschirms berührungsempfindlich machen. „Durch die Verlegung der Eingabe auf die Rückseite nutzen wir die einzige Fläche dieser Geräte, die tatsächlich noch unbenutzt ist“, erklärt Projektleiter Patrick Baudisch. Das Ergebnis ist eine deutlich präzisere Ansteuerung der Bildschirmobjekte: „In unseren Studien haben Testteilnehmer Ziele mit einer Größe von 2,8 Millimetern mit 98-prozentiger Sicherheit getroffen.“

In zehn Jahren, so glauben die Forscher, könnte ihre Vision Wirklichkeit werden. Die Praktiker sind dagegen eher skeptisch.   „Das hört sich sehr toll an, ich würde das aber als visionär einstufen“, sagt Martin Unger, Geschäftsführer der Infotronik Touchscreen Systeme GmbH, zur Touchscreen-Bedienung auf der Rückseite. (dpa/sw)

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