Außenwerbung 2.0

Es hat lange gedauert, doch 2010 war es endlich so weit: Die Außenwerbung hat den Sprung ins digitale Zeitalter geschafft.

- Maßgeblich verantwortlich für diese Entwicklung sind die Ströer AG, die Wall AG und die Telekom-out-of-Home.  Diese drei Unternehmen haben in diesem Jahr die digitale Außenwerbung vorangetrieben – sei es durch nationale Roll-outs oder den Aufbau digitaler Projekte  und Netzwerke. von Stefanie Schömann-Finck

2010 war das Jahr der Digitalisierung

Der Ströer OoH-Channel in Berlin

Ströer AG

Mit Infoscreen ist die Ströer AG seit Mitte der neunziger Jahre an den deutschen Bahnhöfen vertreten und Marktführer im Bereich digitale Außenwerbung. Im Juni dieses Jahres kündigte Ströer den Aufbau des ersten nationalen Netzwerkes an, des digitalen Out-of-Home-Channel, mit 1000 Screens an 200 deutschen Bahnhöfen. Am 1. Dezember startete der Roll-out. Damit treibt der Kölner Außenwerber den Markt entscheidend voran: Das Medium gewinnt an Reichweite, wird damit als Konkurrenz und attraktive Ergänzung der traditionellen Werbemedien wahrgenommen.

Sowohl der neue Out-of-Home-Channel als auch das bewährte Medium Infoscreen setzen auf bewegte Bilder. Zudem hat Ströer für Werbekunden die Möglichkeit eingeführt, Zeitschienen zu buchen, genauso wie es im Fernsehen möglich ist. Denn das erklärte Ziel von Ströer ist es, klassische TV-Werbekunden abzuziehen. Langfristig sollen im Mediamix nicht mehr TV, DooH und Spots im Internet  einzeln gebucht werden können, sondern zu einem Bewegtbildmedium zusammengefasst werden.

Digital Total: U-Bahnhof Friedrichstraße

Wall AG

Die Berliner Wall AG hat in diesem Jahr nicht auf nationale Reichweite gesetzt, sondern auf ein Zukunftsmodell. Im Juli eröffnete das Unternehmen den ersten volldigitalen Bahnhof, den U-Bahnhof Friedrichstraße. Dort kommen ausschließlich digitale Werbeträger zum Einsatz. Nach eigenen Aussagen laufe die Vermarktung sehr gut und Kreative würden mit jeder neuen Kampagne verstärkt aufmerksam. Allerdings müsse sich das digitale Medium erst noch durchsetzen und bei Agenturen bekannt werden.

Noch im Juli kündigte die Wall AG den Start eines bundesweiten digitalen Posternetzwerkes an. Bis Ende 2010 wollte das Unternehmen auf den von ihm vermarkteten öffentlichen Flächen die neuen digitalen City Light Boards aufbauen. Die Pläne allerdings wurden vorerst nicht umgesetzt. Außerdem plant Wall nach eigenen Aussagen weitere digitale U-Bahnhöfe und den Aufbau digitaler Werbeträger auf öffentlichem Grund.

Hilfreich dabei ist sicher die neue Vertriebsmarke WallDecaux Premium Outdoor Sales, in der ab 2011 die Wall AG und JCDecaux Deutschland ihre Werbeflächen bündeln werden.

Die Telekom out of Home holte 2010 kräftig auf

Telekom-out-of-Home

Das Unternehmen ist noch recht jung, gibt aber Vollgas. Entsprechend gut ist die Position am Markt. Große Roll-outs bei Lotto und Rewe sollen im ersten Quartal 2011 abgeschlossen sein. Dann wird das Unternehmen 4000 Displays im Einzelhandel betreiben. Ebenfalls massiv ist der Ausbau an den deutschen Flughäfen. Nach Aussagen von Reinhard Hanses, Leiter Telekom out of Home Medien, stehe das Kölner Unternehmen am deutschen DooH-Markt auf Platz zwei. Erklärtes Ziel ist es, in fünf Jahren mit 70 Prozent Marktanteil die Marktführerschaft im digitalen Bereich zu erlangen.

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