Ende des Traums

Bayer kippt Medienfassade

- Die Bayer AG wird ihre ehemalige Konzernzentrale in Leverkusen nun doch nicht wie geplant zu einer Medienfassade umbauen. 2007 war mit der Umrüstung des 122 Meter hohen Gebäudes begonnen worden, jetzt hat ein Gutachten Fehler im technischen Konzept nachgewiesen. Die erforderlichen Nachbesserungen wären sehr zeit- und preisintensiv. Die bereits begonnen Arbeiten wurden deshalb eingestellt und das Hochhaus wird baldmöglichst abgerissen. von Stefanie Schömann-Finck

Die ehemalige Konzernzentrale der Bayer AG

„Dieser Entschluss ist uns nicht leicht gefallen – besonders, weil sich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenso wie die Menschen im Umfeld des Chempark Leverkusen auf die Medienfassade als ein weiteres Wahrzeichen für diese Stadt gefreut haben“, sagte Konzernsprecher Michael Schade. „Noch nie zuvor gab es in der Leuchtdioden-Technologie ein derart komplexes Projekt. Leider ist dieses Vorhaben letztlich an der technischen Umsetzbarkeit gescheitert.“

Vor drei Jahren wurde die Umrüstung des Hochhauses begonnen und rund 5,6 Millionen LED an der Fassade angebracht. 2009 gab es dann erstmals einen Testlauf (siehe Video). Die folgenden Belastungstests waren allerdings fehlerhaft, immer mehr LED fielen aus, bis schließlich ganze Flächen innerhalb kürzester Zeit nicht mehr funktionierten.

„Unsere Idee war sicherlich revolutionär, aber die beauftragten Fachfirmen konnten die technische Umsetzung nicht verwirklichen“, erklärte Schade. Die mit der Realisierung der Medienfassade beauftragten Unternehmen hatten mehrfach versichert, die Mängel beheben zu können. Aber selbst der großflächige Austausch von LED in den vergangenen Monaten führte nicht zu dem gewünschten Erfolg – die Ausfallquote blieb immer noch zu hoch. Bayer behält sich im Rahmen der Mängelanalyse rechtliche Schritte vor.

Einen Eindruck davon, wie die Medienfassade hätte aussehen sollen, liefert dieses Video vom ersten Testlauf:

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