Katastrophe in Japan gefährdet IT-Industrie

Nach dem verheerenden Beben und Tsunami in Japan zeigen sich nun erste Auswirkungen auf die weltweite Wirtschaft. Neben der Autoindustrie ist besonders die IT-Branche betroffen.

- Japan hält beherrschende Marktpositionen für verschiedene Speicherchips, Bauteile für  LCD-Bildschirme und für das wichtigste Vorprodukt der weltweiten Chipindustrie. von Stefanie Schömann-Finck

Lieferengpässe könnten besonders Tablet-PCs treffen

Ein Fünftel der weltweiten Chipproduktion erfolgt in Japan. Besonders die Preise für Nand-Halbleiter, die etwa in Tablet-PCs verwendet werden, stiegen. Am Montag waren sie bereits um mehr als 20 Prozent in die Höhe gesprungen.

Tablet-PCs werden zunehmend auch im Bereich Digital Signage, zum Beispiel zur Kundeninformation und Beratung eingesetzt. Geräte wie das iPad nutzen NAND-Flash-Speicherbausteine. Die neueste Generation wird vor allem vom japanischen Hersteller Toshiba produziert, gut 40 Prozent der weltweiten Produktion kommt aus Chip-Fabriken in Japan.

Die größten Produktionsstandorte sind zwar nicht direkt vom Erdbeben getroffen worden, aber es reichen selbst kleine Erschütterungen aus, um die sensiblen Anlagen aus dem Takt zu  bringen. Die Analyseagentur iSuppli warnte deshalb vor einem weiteren Preisanstieg.

Viele Unternehmen haben ihre Produktionen vorübergehend geschlossen. Noch ist unter den Experten unklar, ob es flächendeckend zu weltweiten Produktionsausfällen kommen wird, wenn japanische Unternehmen bestimmte Bauteile nicht mehr liefern können.

Bis Straßen, Stromnetz, Häfen und Eisenbahnstrecken wieder voll funktionsfähig sind, könne es noch Monate dauern. Die Lieferungen von Bauteilen für die Chipproduktion sollen trotzdem bereits in zwei Wochen wieder beginnen. iSuppli geht allerdings davon aus, dass sich die Engpässe und Preiserhöhungen bis ins dritte Quartal auswirken werden.

 

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