Neue Kunden, neue Märkte

Die xplace zeigt Ehrgeiz

- Die xplace GmbH aus Göttingen kann eine Erfolgsgeschichte erzählen: Seit der Gründung wächst das Unternehmen kontinuierlich, im vergangenen Jahr konnte es seinen Umsatz mehr als verdoppeln. Zwar baute die xplace ihr Digital Signage-Geschäft stark aus, trotzdem liegt der Fokus weiterhin auf dem ursprünglichen Kerngeschäft Kioskterminals, wie Geschäftsführer Florian Brinkmann gegenüber invidis erklärte. von Stefanie Schömann-Finck

Florian Brinkmann, Geschäftsführer x-place GmbH

Und genau hier liegt sicher eines der Erfolgsgeheimnisse des Unternehmens. Es konzentriert sich auf die Branche, die Produkte und die Kunden, die es kennt und über die es genügend Fachwissen hat. Bei xplace sind sich die Gründer und Geschäftsführer über ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen bewusst.

Der POS-Dienstleister entstand  2003, damals noch aufgeteilt in die Unternehmen Advertools und Advertimes, die 2008 schließlich verschmolzen und umbenannt wurden. Damals lag das Hauptaugenmerk der Göttinger auf Gamesterminals, an denen Kunden Informationen und Trailer zu den neuesten Computerspielen abrufen konnten. Schnell erkannte die xplace die Zeichen der Zeit und erweiterte die Terminals um Entertainmentangebote wie Musik oder Hörbücher.

„2007 haben wir angefangen, uns auch mit Digital Signage zu beschäftigen und Instore-TV bei Media Markt und Saturn installiert“, erzählt xplace-Geschäftsführer Florian Brinkmann. „Dadurch ist der Digital Signage-Anteil bei uns stark gestiegen, aber ich sehe es vom Kiosk-Bereich losgelöst. Allerdings kann man auch sinnvolle Synergien schaffen.“

Kioskterminals bewegen den Handel
Die sehen zum Beispiel so aus: Ein Kunde lädt sich an einem Terminal ein Rezept herunter, anschließend wird auf dem Bildschirm ein für das Rezept benötigtes Produkt beworben. Doch soweit ist es noch nicht. „Mit unseren Digital Signage-Angeboten suchen wir keine Neukunden, sondern gehen damit auf unsere Bestandskunden zu“, sagt Brinkmann. „Aber Kioskterminals sind für den Handel wichtiger, da der Nutzen greifbarer ist. Ich glaube, dass sie in den kommenden Jahren den Handel bewegen werden.“

Die xplace konzentriert sich seit Beginn ausschließlich auf den Handel und schließt aus, in andere Branchen zu expandieren. „Man kann schon sagen, dass wir eine Branchenlösung entwickelt haben. Innerhalb dieser sind wir aber sehr heterogen.“ Will heißen: Die einzelnen Komponenten sind zwar standardisiert, die Optik aber immer verschieden. Ein Wiedererkennungswert unter den Wettbewerbern soll vermieden werden.

Ebenfalls unterschiedlich ausfallen kann die Digital Signage-Software. Zwar setzt xplace beim europaweiten Projekt für die Media Saturn Holding auf Scala, aber man sei softwareunabhängig, betont Brinkmann. „Es gibt sehr einfache Installationen, bei denen eine simplere und preisgünstigere Software sinnvoller sein kann.“

Eine eigene Software hat xplace kurzzeitig versucht zu entwickeln, aber schnell erkannt, dass das nicht notwendig ist. Am Markt, so das Fazit, gebe es genügend sehr gute und preislich attraktive Softwareangebote.

Die xplace GmbH ist in gerade einmal acht Jahren erfolgreich gewachsen. Heute verfügt das Unternehmen über 170 Mitarbeiter und Tochtergesellschaften, Niederlassungen und Partner in ganz Europa. Zuletzt expandierte es nach China und Russland. Trotzdem ist der Außenauftritt zurückhaltend. Mit Ausnahme der EuroShop oder der Anuga meidet die xplace kleinere Branchenmessen, stattdessen sucht sie den direkten Kontakt zu Kunden. „Nicht jeder kennt uns, aber aus dem Privatleben kennt jeder die xplace-Lösungen“, erklärt Brinkmann.

Anders als viele reine Digital Signage-Anbieter hat sich die xplace frühzeitig eine gute Position und einen festen Kundenstamm gesichert. Die aufgebaute Infrastruktur ermöglicht europaweite Rollouts und Preise, die sich von der Konkurrenz positiv abheben.

„Unser Erfolgsrezept ist, dass wir die gesamte Wertschöpfungskette abbilden, von der Hardware, über den Content bis hin zum Support“, erklärt Florian Brinkmann. „Es ist ein Glück, dass wir das können, denn viele Handelsunternehmen sind international aufgestellt.“

Die xplace auf Expansionskurs
Internationale Kunden sind bei xplace wichtig und neue Märkte wie die USA zu erschließen ein langfristiges Ziel. Aber dort, wo die Göttinger bereits präsent sind, möchten sie zunächst ihre Position ausbauen.

Die Bestandskunden mit neuen Lösungen zu versorgen, ist dabei genauso im Fokus wie die Akquise ganz neuer Kunden: „Es ist schon möglich, dass wir ein neues Handelssegment erschließen werden, beispielsweise Baumärkte. Prinzipiell sind unsere Lösungen überall da sinnvoll, wo es an Beratungsqualität mangelt.“

Die Ziele sind formuliert und hochgesteckt. Wenn die xplace weiterhin so konsequent ihren Kurs fährt und wächst, wird sie auch in den kommenden Jahren führend in der Branche bleiben.

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