Amnesty lässt Passagiere am Münchner Flughafen verschwinden

- Eine digitale Außenwerbeaktion der besonderen Art veranstaltete die Menschenrechtsorganisation Amnesty International am Münchner Flughafen: Mittels Kamera, großem Display und technischer Tricks verschwanden Menschen. Hintergrund der Aktion war es, das Verschwinden von Menschen zu visualisieren.  von Stefanie Schömann-Finck

Digitale Werbeaktion am Münchner Flughafen

Jedes Jahr, so Amnesty, verschwinden unzählige Personen, die nie oder erste sehr viel später wieder auftauchen. Das übersteige die Vorstellungskraft. „Für die meisten Bereiche, in denen Amnesty arbeitet, haben wir Bilder im Kopf. Dazu trägt natürlich vor allem die mediale Berichterstattung bei. Was das Verschwinden oder die Entführung von Menschen betrifft, so verfügen wir jedoch meist nur über diffuse Bilder“, sagt Ekki Frenkler, Kreativchef der Mediaplus Gruppe, die die Aktion umsetzte.

Deshalb installierten die Mediaexperten der Serviceplan Gruppe in der Schalterhalle am Terminal 2 des Flughafens München eine Kamera und einen großen Bildschirm. Die Kamera wurde auf einer stark frequentierten Galerie mit Restaurants und Bars hinter einem Monitor so befestigt, das sie die vom Bildschirm verdeckten Realbilder wartender Menschen in der Schalterhalle einspielen konnte. „Mittels Masken aus Bildern der menschenleeren Halle, von der Tageszeit her unterschiedlichen Beleuchtungszuständen, und Bildmischtechniken zwischen dem Live-Bild und den Bildmasken, konnten wir ganz gezielt Personen auf dem Monitor verschwinden lassen“, erklärt Frenkler weiter.

Und so sah die Werbeaktion aus:

Personen, die sich während des Ablaufs der Aktion um den Monitor versammelten und das Verschwinden der Reisenden mitverfolgten, erhielten Informationen zum Thema und Hinweise auf Spendenmöglichkeiten. Zudem luden ein am Monitor immer wieder groß eingeblendeter Link sowie ein QR-Code dazu ein, die Website von Amnesty International zu besuchen und dort mehr zu verschiedenen menschenrechtlichen Themen zu erfahren.

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