Gesundheitswesen

Britische Kliniken lassen Werbung via Digital Signage zu

- Bereits 17 britische Kliniken des National Health Service (NHS) setzen auf Digital Signage-Lösungen, bei denen auch Werbung ausgespielt wird. von Thomas Kletschke

Hammersmith Hospital: eines der teilnehmenden 17 Krankenhäuser

Hammersmith Hospital: eines der teilnehmenden 17 Krankenhäuser

Eine Fallstudie von signagelive und der Healthcare Messaging Group zeigt, dass die Patienten und Besucher das überwiegend positiv wahrnehmen. Werbungtreibende freuen sich über zielgenauen Zugang – und das Gesundheitssystem über eine Geldspritze.

Wäre Sherlock Holmes keine literarische Figur, würde er sich heute wohl heute auch via Digital Signage informieren – und das Erfahrene für nützlich und gut befinden. Schließlich wird der Meisterdetektiv im Fall „Der illustre Klient“ nach einem auf ihn verübten Mordanschlag ins Charing Cross Hospital eingeliefert. Das heute an anderer Stelle stehende Krankenhaus ist eine von derzeit 17 britischen Kliniken, die via DS ihre Besucher und Patienten mit für sie relevanten Infos versorgen. Zudem wird im Charing Cross, im Hammersmith Hospital oder den Krankenhäusern des University College London auf verschiedenen Stationen, in Eingangsbereichen und Cafetarien auch Werbung ausgespielt. Eingesetzt wird dabei Technik von signagelive.

Betrieben werden die Displays von der privatwirtschaftlich initiierten und betriebenen Healthcare Messaging Group, die ihr Angebot an Spots nicht als bloße Werbung, sondern angemessene Patienteninformation im Bereich Healthcare verstanden wissen will. Die Erlöse durch Werbeeinnahmen fließen jedenfalls dem NHS zu, dem britischen National Health Service. Bisher kamen immerhin 500.000 Pfund zusammen, die das Gesundheitssystem verwenden kann. Da die teilnehmenden Krankenhäuser des Projekts jederzeit die volle Kontrolle über die Inhalte haben, soll gewährleistet werden, dass die Werbemaßnahmen im Rahmen bleiben. Vorteil für Werbungtreibende: in der Nähe von Entbindungsstationen können beispielsweise gezielt Spots für junge Mütter gesendet werden.

Die Displays finden sich in den Atrien oder anderen Bereichen der Krankenhäuser

Die Displays finden sich in den Atrien oder anderen Bereichen der Krankenhäuser

Auch Patienten, Besucher und Mitarbeiter der Spitäler nehmen die Displays und Stelen positiv auf. Nach Angaben der Healthcare Messaging Group halten 88% der von ihr im Frühjahr 2010 Befragten sehen auf den Displays nützliche Informationen.

Jetzt haben signagelive und Healthcare Messaging Group eine weitere MaFo-Studie erstellt. In den Schwangerschafts-Kliniken des Chelsea und des Westminster Hospitals wurden dazu Patientinnen und Besucher befragt.

  • 77% der Patientinnen und Mütter fanden, die Screens wären eine gute Informationsquelle. Lediglich 40% beziehungsweise 35% fanden Flugblätter oder Poster informativ
  • 96% fanden, es würden nützliche oder sehr nützliche Infos geliefert
  • 83% gaben an, die über DS ausgespielten Informationen hätten ihre Erfahrungen im Hospital verbessert oder sehr verbessert – 17% sahen das nicht so
  • 62% erinnerten sich an ein Video von Philips AVENT über das Stillen

Die Top 3 der Nachrichten, die am besten erinnert wurden, waren:

  1. Informationen über das Krankenhaus
  2. Ein Werbespot einer TV-Produktionsfirma, die Schwangere für eine geplante Channel4-Dokumenatation suchte
  3. Informationen zur Geburtsvorbereitung

Sherlock Holmes und Dr. Watson haben sich übrigens im Labor des St. Bartholomew’s Hospital kennengelernt – und nicht etwa vor einem Display in der Lobby. (tk)

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