Display-Markt 2012

Die Deutschen kaufen dieses Jahr 10 Millionen Flachbild-TVs

- Eine neue BITKOM-Studie prognostiziert 2012 den Durchbruch der 10-Millionen-Marke bei in Deutschland verkauften Flachbild-TVs – dabei werden die Umsätze allerdings wohl stagnieren. Ultrahochauflösendes TV setzt sich dagegen immer mehr bei professionellen Anwendungen durch. von Thomas Kletschke

Steigender Absatz bei Flachbild-Fernsehern wie dem Econova 46PFL6806K (Foto: Philips)

Steigender Absatz bei Flachbild-Fernsehern wie dem Econova 46PFL6806K (Foto: Philips)

Die Marktforscher von Gfk Digital World haben für den BITKOM eine Prognose fürs laufende Jahr erstellt. Ergebnis: Der Verkauf von Flachbild-TVs wird 2012 in Deutschland erstmals die 10-Millionen-Marke erreichen. 2011 lag er noch bei 9,6 Millionen Stück, dem bis dato höchsten erzielten Wert. Für 2012 erwartet der Hightech-Verband BITKOM ein Verkaufsplus von 3,4 Prozent. Gleichzeitig sinkt im Consumer-Bereich der Durchschnittspreis der Geräte um 4 Prozent von 625 auf knapp 600 Euro. Daher könne der Umsatz trotz des Verkaufsbooms nicht über die bereits im Vorjahr erzielten 5,9 Milliarden Euro hinauswachsen, so der BITKOM. Der 2012er-Boom soll sich auch 2013 fortsetzen. Auch für 2013 erwarte man Absatzsteigerungen zwischen 3 % und 4 %. In diesem Jahr sorgten insbesondere die großen Sportereignisse wie die Fußball-EM oder die Olympischen Spiele für einen Verkaufsschub bei Fernsehern. In den vergangenen Jahren sind die Preise für Flachbildfernseher stark gefallen. 2008 kosteten sie noch durchschnittlich 830 Euro.

In den professionellen Segmenten will die Industrie den Pro-Anwendern zwar kein X für ein U vormachen, setzt aber auf „U“: Displays nach Ultra-Definition mit 4096 x 2160 Pixel Auflösung sind gefragt und kommen verstätkt auf den Markt, schätzen die Marktforscher. Zielgruppe für die TVs mit über acht Megapixel sind derzeit professionelle Nutzer. Ein Full-HD-Display dagegen bringt es lediglich auf rund 2 Megapixel. Aber auch im B-to-C-Markt werden Auflösungen von über 2 Megapixeln angeboten: So setzt etwa LG bei 3D auf Polfilter-Displays, die bei 3.840 x 2.160 Pixel liegen.

Ein weiterer aktueller Trend sind laut BITKOM neue Bedienkonzepte. Haupter: „Die klassische Fernbedienung für Fernseher wird in ein paar Jahren überflüssig.“ Schon heute übernehmen dank spezieller Apps häufig Smartphones die Funktion der Fernbedienung. Zudem werden CE-Geräte immer häufiger durch Gesten und Sprache gesteuert.

Während sich Consumer-Kunden – und Profi-Anwender, die Consumer-Displays einsetzen – über stagnierende oder fallende Preise freuen können, werden die Hersteller wohl eher mit vorsichtigem Optimismus agieren. Die Deutschland-Zahlen der BIKKOM-Studie sind gut. In einer anderen GfK-Studie wurde für den D-A-CH-Markt und andere Länder positive Impulse 2011 gemessen, die sich aber in Gesamteuropa nicht durchsetzen. Das GfK-TEMAX-Barometer, das den gesamten Elekrogerätemarkt (technische Gebrauchsgüter) in Westeuropa untersucht, wurde im vierten Quartal 2011 ein Umsatzvolumen von 55,9 Milliarden Euro gemessen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Rückgang von 4,1 %. Nur Österreich, Deutschland, die Niederlande sowie Belgien und Schweden brachten im TEMAX jeweils positive Wachstumsraten. Allerdings sind TV-Verkäufe nur ein Teilbereich dieser Untersuchung und tauchen in der Sparte Unterhaltungselektronik auf. Diese Sparte zeigt in diesem Teilbereich eine insgesamt bessere Stimmung für 2012 als der gesamte TEMAX-Index. Insgesamt wurden 2011 nur 42,3 Milliarden Euro mit Unterhaltungselektronik umgesetzt – ein Rückgang um 13 % verglichen mit dem Vorjahr. Das vierte Quartal 2011 liegt mit minus 14,2 % ebenfalls unter den letzten drei Monaten des Vorjahres und kommt auf einen Umsatz von 12,9 Milliarden Euro. Für das Jahr 2012 erwartet die GfK aber ein leichtes Wachstum im Markt für Unterhaltungselektronik. Impulse sollen Olympia 2012 und die Fußball-EM sein. Die Ergebnisse des TEMAX basieren auf regelmäßigen Erhebungen des Handelspanels der GfK. In das Handelspanel fließen weltweit Daten von mehr als 370.000 Verkaufsstellen ein.

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