Neunmonatszahlen

Folge der Bankenkrise – Wincor Nixdorf halbiert Gewinn

- Der Paderborner Konzern ist stark von der Lage im Bankensektor abhängig. Aufgrund der anhaltenden Schulden- und Bankenkrise stellt diese Kundengruppe Investitionen zurück, was Wincor Nixdorf zu spüren bekommt. Allerdings steuert Wincor gegen, und schneidet besser ab, als vom Markt erwartet. von Thomas Kletschke

Die Management Dashboard-Lösung von Wincor Nixdorf liefert Informationen über den Status von SB-Systemen, Cash- und Prozessdaten (Foto: Wincor Nixdorf)

Die Management Dashboard-Lösung von Wincor Nixdorf liefert Informationen über den Status von SB-Systemen, Cash- und Prozessdaten (Foto: Wincor Nixdorf)

Die Wincor Nixdorf AG hat die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2011/2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit einem Rückgang beim Umsatz um 2 % und beim operativen Ergebnis (EBITA) um 42 % abgeschlossen. Der Konzernumsatz des IT-Spezialisten für das Filialgeschäft von Banken und Handel sank im Berichtszeitraum auf 1,704 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,744 Milliarden Euro). Das EBITA verringerte sich auf 69 Millionen Euro (119 Millionen Euro), das Periodenergebnis ging um 45 % auf 42 Millionen Euro (77 Millionen Euro) zurück. Für das laufende Geschäftsjahr sieht das Unternehmen durch die Zahlen aber seine Jahresziele bestätigt. „Umsatz und Ergebnis entwickeln sich im Rahmen unserer Erwartungen und bewegen sich auf die Marken zu, die wir für das Gesamtgeschäftsjahr genannt haben“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende Eckard Heidloff die Zahlen. Wincor Nixdorf geht im laufenden Geschäftsjahr 2011/2012 beim Umsatz von einer Entwicklung auf Vorjahresniveau aus, was einem Umsatz von 2,3 Milliarden Euro entsprechen würde. Das operative Ergebnis (EBITA) erwartet Wincor Nixdorf bei etwa 100 Millionen Euro. Berücksichtigt sind dabei Kosten von etwa 40 Millionen Euro für das eingeleitete Restrukturierungsprogramm.

Vorstandschef Eckard Heidloff erwartet, dass das Geschäftsjahr dennoch 2,3 Milliarden Euro Umsatz bringt (Foto: Wincor Nixdorf)

Vorstandschef Eckard Heidloff erwartet, dass das Geschäftsjahr dennoch 2,3 Milliarden Euro Umsatz bringt (Foto: Wincor Nixdorf)

Wie berichtet, will Wincor stärker in Schwellenländern expandieren und Produktionen nach Asien verlagern. 500 der insgesamt 9260 Stellen sollen gestrichen werden. Damit will sich das Unternehmen unabhängiger vom Bankensektor machen – der aufgrund der Krise seine Investitionen weiterhin zurückstellt. Zudem ist Europa immer noch ein sehr wichtiger Markt, und hier auch Deutschland: Die Region Europa erbrachte mit 49 % (48 %) den größten Anteil am Gesamtumsatz des Konzerns. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres erhöhte sich der Umsatz in der Region Europa (ohne Deutschland) um 1 % auf 271 Millionen Euro (268 Millionen Euro).  In Deutschland blieben die Umsatzerlöse in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres um 7 % unter dem Vorjahreswert und erreichten 434 Millionen Euro (465 Millionen Euro). Deutschland trug mit 25 % (27 %) zum Gesamtumsatz des Konzerns bei. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres sank der Umsatz in Deutschland um 10 % auf 133 Millionen Euro (147 Millionen Euro).

Weiterhin möchte Wincor Nixdorf den Bereich Software and Services stärken, was sich auch in den Neunmonatszahlen niederschlägt. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres nahmen die Umsatzerlöse aus dem Hardware-Geschäft verglichen mit dem Vorjahreswert um 10 % auf 787 Millionen Euro (877 Millionen Euro) ab. Die Umsatzerlöse aus dem Software/Services-Geschäft stiegen um 6 % auf 917 Millionen Euro (867 Millionen Euro). Der Anteil der Umsatzerlöse aus dem Hardware-Geschäft am Gesamtumsatz belief sich im Berichtszeitraum auf 46 % (50 %). Entsprechend stieg der Anteil der Umsatzerlöse aus dem Software/Services-Geschäft auf 54 % (50 %).

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