Casual Friday

Hexensabbat, Hysterie und Hippodrom

- Am heutigen Freitag steht mal wieder alles Kopf: Börsianer bangen wegen des Hexensabbats um ihre mit Terminkontrakten eingegangenen Wetten; im Raum Asien, Australien und Ozeanien stürmen hysterische Massen die Apple-Shops wegen des iPhone 5 und auf dem Münchner Oktoberfest startet das 110 Jahre alte Hippodrom-Festzelt ins LED-Zeitalter. von Thomas Kletschke

Hexensabbat - weltweit geht es auf dem Börsenparkett heute wohl hektisch zu (Foto: Börse Stuttgart)

Hexensabbat – weltweit geht es auf dem Börsenparkett heute wohl hektisch zu (Foto: Börse Stuttgart)

Der noch junge 21. September 2012 begann in Asien und Australien weniger ruhig als sonst – in Tokio wurden gar skandierende Chöre gemeldet. Grund für die nahe der Hysterie liegenden Bekundungen war der Verkaufsstart des iPhone 5. Auch in Sydney waren die Menschen aus dem Häuschen – beziehungsweise auf die Straße gegangen – um das neue Gadget zu erstehen. Beim australischen Wettanbieter Sportsbet.com.au konnte man die Länge der Schlangen vor den Applestores schätzen – und so seinen Schnitt machen.

Möglicherweise kann man durch diese Wette mehr herausholen, als mit ungünstig gewählten Kaufs- oder Verkaufs-Optionen auf HiTech-Aktien. Am heutigen Freitag ist mal wieder Hexensabbat an den Börsen, was auf manchem Parkett beziehungsweise vor manchem Händlerbildschirm zu Jubeltänzchen oder zusammenbrechenden Träumen führen könnte. Interessant für die Branche wären natürlich Bewertungen für große Displayhersteller. Wie entwickelt sich etwa Samsung, die gerade erst angekündigt haben, Apple neues – zu dem Zeitpunkt noch nicht erhältliches – iPhone vor einem kalifornischen Gericht in einen laufenden Rechtsstreit miteinbeziehen zu wollen?

Business auf Bayerisch

Ein anderes Großunternehmen, das möglicherweise künftig gelistet wird, derzeit aber noch von der Konzernmutter behütet da steht, kümmert sich weniger um Consumer-Massen und Aktienhändler. Siemens-Tochter Osram mag es eher bequem und rüstet zum an diesem Wochenende startenden Oktoberfest das größte dort präsente Wiesn-Zelt aus. Business auf Bayerisch.

600.000 Liter weniger Bier - pardon: CO2. Das Hippodrom startet ins LED-Zeitalter (Foto: Osram)

600.000 Liter weniger Bier – pardon: CO2. Das Hippodrom startet ins LED-Zeitalter (Foto: Osram)

Insgesamt 550 warmweiße LED-Lampen des Münchner Unternehmens rücken zum 110. Jubiläum des Hippodroms in diesem Jahr Besucher, Speisen und Getränke ins umweltschonende Licht. Statt 25 Watt wie die bisher eingesetzten Glühlampen benötigen die neuen Leuchtmittel laut Hersteller lediglich 5 Watt Leistung für die gleiche Helligkeit und sparen damit während der 16-tägigen Wiesn etwa 2.500 kWh Strom ein. Das entspricht 1,2 Tonnen oder mehr als 600.000 Liter CO2. Was wiederum deutlich unter der (Hekto-) Litermenge des Biers liegen dürfte, das heuer in München konsumiert werden wird. Das Hippodrom ist das dritte Wiesn-Zelt, das auf energieeffiziente Beleuchtung von Osram umstellt – nach der Hacker-Festhalle im Jahr 2007 und dem Löwenbräu-Zelt im letzten Jahr.

Der erste iPhone 5-Besitzer soll angeblich der Australier Todd Foot sein – der auch gleich eine Reklamation hatte, die aber kein Display betraf, sondern eine Software-Funktion: angeblich zeige der Kartendienst statt des Apple-Stores einen Süßwarenladen, berichtete das deutsche Web-Angebot des Wall Street Journals. Der erste bayerische Biertrinker steht dagegen schon fest: Münchens amtierender OB Ude. Mit wie vielen Schlägen der Fassanstich gelingt – das ist in München allerdings immer eine Wette wert.

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