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Osram und Trumpf Laser kreuzen die grüne Klinge

- Auch Film-Muffel wissen: Lange vor der Industrie denken sich die Kreativen aus Film und TV Anwendungen aus, die real werden. In der Star Wars-Reihe etwa treten Gut und Böse mit Lichtschwertern – vulgo: Laserschwertern – gegeneinander an. Nun hat sich auch Osram auf die helle Seite der Macht geschlagen – und den ersten eigenen Grün-Laser im Portfolio. Jetzt kreuzt man unter anderem mit dem Konkurrenten Trumpf Laser die Klinge, der scharfe grüne Laser schon seit Längerem im Angebot hat. von Thomas Kletschke

Lord Vader bevorzugt Rot, Sohn Luke setzt auf Gründ oder wie hier Blau: Laser-Duell in "The Empire Strikes Back" (Foto: ILM/ Lucasfilm)

Lord Vader bevorzugt Rot, Sohn Luke setzt auf Gründ oder wie hier Blau: Laser-Duell in „The Empire Strikes Back“ (Foto: ILM/ Lucasfilm)

Die Special Effect-Leute von Lucasfilm und Industrial Light & Magic (ILM) nahmen die Wirklichkeit vorweg, indem sie ab 1977 Laser in allen Farben des Regenbogens als Waffensysteme von Imperium und Rebellen im Film einsetzten. Was folgte, kennt man: Zuerst bekam das Militär weltweit seine Lasersysteme, dann Industrie und Konsumenten. Vom tödlichen Lenkwaffensystem über Präzisionsmesssysteme im Berg- und Tunnelbau bis zum ersten CD-Spieler reichen die allerersten Anwendungen.

Osram denkt an Piko - grüner Laser des Herstellers (Osram)

Osram denkt an Piko – grüner Laser des Herstellers (Foto: Osram)

Rote Laser, blaue Laser, grüne Laser: Während aktuell die hiesige Industrie mit Laserdioden und deren Anwendung in Projektoren reüssiert, gähnen Special Effect-Crews und Film-Architekten weltweit. Schließlich haben sie die farbenfrohen Laser als Weltraumwaffen schon vor Jahrzehnten eingesetzt. Und – auch da gibt es Ausnahmen – festgelegt: rote Laser benutzen die Bösen, blaue und vor allem grüne Laser gehören auf die weniger dunkle Seite der Macht. Aber zwei Jedi, die gegeneinander kämpfen, und dann auch noch jeder für sich mit grünem Lichtschwert? – Das haben Hollywoods Drehbuchautoren bisher noch nicht gebracht. Wäre wohl auch zu komplex.

Der Trumpf-Laser schaffte es in die Nähe des Todessterns - grüner Kurzpulslaser TruMicro 7240 (Foto: Trumpf)

Der Trumpf-Laser schaffte es in die Nähe des Todessterns – grüner Kurzpulslaser TruMicro 7240 (Foto: Trumpf)

Im echten Leben kreuzen dagegen Osram Opto Semiconductors und die Trumpf Laser GmbH + Co. KG die grüne Klinge. Gerade erst bringt Osram seine beiden neuen Laserdioden PL 520 und PL 515 mit Durchmessern von 3,8 mm auf den Markt, die mit Ausgangsleistungen von 50 beziehungsweise 30 mW in neuen Projektoren zum Einsatz kommen sollen, die wesentlich kompakter sein könnten. Das Bild, das diese Pikoprojektoren liefern können ist immer scharf, sogar auf gekrümmten Oberflächen, verspricht der Hersteller.

Damit kommt man auch dem Konkurrenten Trumpf Laser aus dem beschaulichen Schramberg ins Gehege, deren Laser im Leistungsbereich von einigen Watt bis in den dreistelligen Watt-Bereich liegen. Auch wenn die Schwarzwälder überwiegend Laser für Industrie und Fertigung liefern, gibt es dann und wann Ausflüge in den Bereich Signage und Projektion. Grüne Laser ließ man zuletzt auf der Arabischen Halbinsel erstrahlen.

Im saudi-arabischen Mekka wurde zur Eröffnung des Royal Clock Tower Hotels der Hotelgruppe Fairmont nicht in Piko gemacht, sondern in grüner Laser-Power. Das Gebäude mit 120 Etagenund mehr als 800 Suiten ist dem Big Ben in London nachempfunden und musste zur Eröffnung entsprechend illuminiert werden. Dabei kamen die Schwarzwälder fast an Star Wars-Maßstäbe heran. Wenn auch nicht ganz bis zum nächsten Todesstern: Über 30 Kilometer ragten die Laserstrahlen in den Himmel, sie sollem aus einer Entfernung von mehr als 50 Kilometer weit zu sehen gewesen sein. Die – grünen – Laser für die temporäre Installation kamen von Trumpf Laser aus Schramberg. Die Installation der Laser in Mekka erfolgte durch den Showlaser-Spezialisten Lightline.

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