Außenwerbung in Köln

Abriss von Wartehäuschen – Pendler stehen bald im Regen

- Dass das Wettbewerbsrecht auch auf Kosten der Bequemlichkeit geht, zeigt gerade die Domstadt. Für einige Zeit müssen Kölner Pendler in Regen und Schnee stehen. Grund: Da die Werberechte im Stadtgebiet neu ausgeschrieben werden, müssen ab Ende 2014 eine Reihe von Wartehäuschen abgerissen werden. von Thomas Kletschke

Verschnupfte Pendler - Der Abriss von Wartehäuschen in Köln dürfte manche Erkältung nach sich ziehen (Foto: AOK Bundesverband)

Verschnupfte Pendler – Der Abriss von Wartehäuschen in Köln dürfte manche Erkältung nach sich ziehen (Foto: AOK Bundesverband)

Mitunter versteht der Bürger selbst die kleine, überschaubare Welt der Großstadt zwischen Düsseldorf und Bonn nicht mehr. Rund 1.300 Wartehäuschen gibt es in Köln. Sie stehen an den Haltestellen von S-Bahnen und Bussen. Allerdings wird ein Teil von ihnen in naher Zukunft zunächst abgerissen, um dann wieder neu aufgebaut zu werden. Manch ein Pendler dürfte darauf verschnupft reagieren – mehr rote Nasen, höherer Tempo-Verbrauch und großer Bedarf an Erkältungsmitteln könnten im Januar 2015 die Folge einer Kölner Verwaltungsentscheidung sein.

Grund für die zunächst wie ein Aprilscherz oder eine besondere Eigenart des Kölner Klüngels daherkommende Maßnahme ist die Neuausschreibung der Werberechte im Stadtgebiet. Die Stadt Köln schreibt – über ihre Stadtwerke – die Rechte neu aus. Ab 2015 soll der Zuschlag gegeben werden. Diese neue Konzession läuft dann von 2015 bis 2030.

Aktuell sind JCDecaux und Ströer mit Werbeträgern in der Domstadt vertreten. Die Ströer-Medien werden von der Kölner Außenwerbung betrieben, an der Ströer 51% und die Stadtwerke Köln 49% halten . Und genau die von den beiden großen Außenwerbern betriebenen und sich in íhrem Besitz befindlichen Wartehäuschen müssen samt Außenwerbeträgern ab Ende 2014 oder zu Anfang 2015 abgebaut werden.

Bisher teilen sich die Ströer-Tochter KAW sowie JCDecaux die Werberechte (Foto: KAW)

Bisher teilen sich die Ströer-Tochter KAW sowie JCDecaux die Werberechte (Foto: KAW)

1500 bis 1550 statt 1287 Häuschen

Ab 2015 sollen dann insgesamt 1500 bis 1550 statt der aktuell 1287 Wartehäuschen in der Stadt stehen – dann wenn der Zuschlag für den neuen Vertragspartner erfolgt ist. Obwohl es den pragmatischen Versuch gegeben haben soll, die Häuschen stehen zu lassen, ist die Kölner Verwaltung beinhart: Abbruch, dann Aufbau.

Das berichtete die Kölnische Rundschau gegen Ende der letzten Woche. Laut Onlineausgabe müssen nicht nur die Unterstände weichen, so dass spätestens ab Januar 2015 eine Reihe von Kölner Pendlerinnen und Pendler in Schnee und Regen auf die öffentlichen Verkehrsmittel warten müssen. Alle Werbeträger, die JCDecaux oder Ströer gehören werden abmontiert. Mehr als 500 Stadtinfotafeln, 609 geklebte oder 168 hinterleuchtete Großflächen sollen laut dem Blatt dazugehören.

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