Casual Friday

Unter falscher Flagge – Kim Jong Un bloß eine Werbefigur

- Den einen gilt er als „Sexiest Man Alive“, für die anderen gehört er zu den „100 Most Influential People in the World“. Das Casual Friday aber enthüllt: Kim Jong Un ist ein Negative Testimonial – und, dass die Kriegsandrohungen der letzten Wochen nichts anderes gewesen sein können, als eine perfide Guerilla Marketing-Aktion eines sehr großen Unterhaltungselektronikkonzerns aus Südkorea. von Thomas Kletschke

Die CIA trifft diesmal keine Schuld - eingemottetes Spionageflugzeug A-12 OXCART (Foto: Central Intelligence Agency)

Die CIA trifft diesmal keine Schuld – eingemottetes Spionageflugzeug A-12 OXCART (Foto: Central Intelligence Agency)

Jetzt ist es raus: Kim Jong Un möchte wieder mit dem Westen kommunizieren. Sagt er. Und die Raketen, die quasi direkt auf südkoreanische Displayhersteller gerichtet sind – oder auch im fernen Japan die kriselnden Produzenten bedrohen? – Alles Fake.

Das, was seriöse Medien wie „The Onion“ bereits Ende 2012 dazu veranlasste, Kim Jong Un zum größten lebenden Sexsymbol zu küren, war die Street Credibility, die sich der Jung-Diktator mit den kolportierten schlechten Sport- und Mathe-Schulnoten erworben hatte. Da war er schon längst zum Internet-Meme mutiert – „hungry Kim Jong Un“. Der Mann der „Launch“ und „Lunch“ gerne mal verwechselt – auch in Englisch soll er es einst nur auf ein ausreichend gebracht haben.

False Flag für fünfhundert Won

In den letzten Tagen aber wurde langsam enthüllt, dass Kim Jong Un Teil einer weltweiten false flag-Operation war. Diesmal sind aber nicht CIA, Mossad oder das Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhemshaven-Süd Schuld. Wir sind ja nicht in einem Ken Follett-Roman, sondern in der harten Wirklichkeit der Wirtschaftskriege. Da segelte ein Negative Testimonial durch die Medien, um die Konkurrenz schlecht zu machen.

Der für einen hohen dreistelligen Won-Betrag – umgerechnet weniger als eine Handvoll Dollar – angeheuerte Schauspieler, der in Pjöngjang mit Krieg und Atombombentests drohte, war so authentisch, dass sogar gestandene Politiker auf ihn hereinfielen. Die US-Satirezeitschrift „Time Magazine“ trieb es jüngst auf die Spitze: Sie kürte ihn zu einem der  „100 Most Influential People in the World“ – Gangnam Style war nichts dagegen.

Dabei ist es doch ganz einfach: Wenn der Buh-Mann unter den normal fühlenden Wesen des Planeten auffällig an einem aus Cupertino stammenden Computer sitzt und auf einem taiwanesischen Smartphone die neusten Spiele-Apps herunterlädt – zuerst den Ausländern in Nordkorea das Fotografieren via Handy erlaubt, um es nach ein paar Tagen wieder verbieten zu lassen. Wenn er dann noch den großen Standort eines Display- und Handyherstellers indirekt bedroht. Dann ist sein Negativ-Image perfekt.

Und: das alles können doch nur die Teilzeitkräfte der Marketing-Agentur ausgeheckt haben, die jüngst dabei erwischt wurden, eben genau den taiwanesischen Smartphone-Hersteller zu dissen. In Zusammenarbeit mit den Anwälten, die einen Zweibuchstaben-Displayhersteller verklagen, der IPS-Panels für den Computerhersteller liefert, der Apfel und Birnen gerne unterscheiden möchte. Der wiederum mit dem südkoreanischen Auftraggeber der Marketing-Agentur über Kreuz liegt, dessen Handys bei „Kies“ nicht knirschen, sondern sich mit Desktop-PCs verbinden.

 

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