Museum

170.000 LEDs und 100 Farben leuchten im Lenbachhaus

- Jetzt wird das Münchner Lenbachhaus wiedereröffnet. Beim weltweit einmaligen Lichtkonzept kommen mehr als 170.000 LEDs samt Steuerung zum Einsatz. Invidis.de zeigt exklusiv Details der Lichtplanung. von Thomas Kletschke

Auch "Jupp" wird ins rechte Licht gesetzt: Joseph Beuys, "Vor dem Aufbruch aus Lager I" © Joseph Beuys Estate/VG Bild-Kunst, Bonn 2013 (Foto: Florian Holzherr/ Städtische Galerie im Lenbachhaus)

Auch „Jupp“ wird ins rechte Licht gesetzt: Joseph Beuys, „Vor dem Aufbruch aus Lager I“ © Joseph Beuys Estate/VG Bild-Kunst, Bonn 2013 (Foto: Florian Holzherr/ Städtische Galerie im Lenbachhaus)

Fast 100 verschiedene Farbnuancen sollen durch die von Osram installierte LED-Technologie in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München erzeugt werden können. Mit dem neuen Projekt will man in der deutschen Museumslandschaft ein besonders ausgefeiltes LED-Konzept verfolgen. Damit werden die Werke des Blauen Reiters, Wassily Kandinskys sowie von Joseph Beuys unauffällig illuminiert. „Wir haben die gesamte Bandbreite unserer Licht-Kompetenz eingebracht. Dadurch ist eine weltweit einzigartige Beleuchtungslösung entstanden“, sagt Peter Laier, Technikvorstand von Osram.

Funktionsschema der LED-Technik (Grafik: Ingenieure Bamberger GmbH & Co. KG)

Funktionsschema der LED-Technik (Grafik: Ingenieure Bamberger GmbH & Co. KG)

Die Grundidee zum Lichtkonzept stammt vom Lichtkünstler Dietmar Tanterl – die Werke sollten in verschiedenen Lichtstimmungen zu sehen sein, und zwar immer bei bestmöglicher Präsentation der Kunst. Um das technologisch umzusetzen, haben sich bei Osram Ingenieure und Wissenschaftler aus verschiedenen Bereichen an der Lösung gearbeitet, die laut Hersteller so bislang in keinem Museum der Welt zu finden ist.

Fünf LED-Typen – 100 Farben

Indirektes Licht aus dem Shed-Dach (Foto: Ingenieure Bamberger GmbH & Co. KG)

Indirektes Licht aus dem Shed-Dach (Foto: Ingenieure Bamberger GmbH & Co. KG)

Basis ist eine Kombination fünf verschiedener LED, deren Licht miteinander vermischt wird. Bei der voll dimmbaren Lösung kann nun flexibel zwischen Morgenrot-ähnlichem Warmweiß (3.000 Kelvin) und Mittagslicht-ähnlichem Kaltweiß (6.000 Kelvin) justiert werden. Für die knapp 100 Nuancen wurde dabei die Mischung so programmiert, dass sie in allen Einstellungen einen sehr hohen Farbwiedergabeindex von mehr als 95 erreicht. Das erforderte eine besonders enge Zusammenarbeit von der LED- und Optik-Entwicklung über die Lichtmesstechnik und Programmierung bis zur Projektplanung.
Schema der Shed-Beleuchtung (Grafik: Ingenieure Bamberger GmbH & Co. KG)

Schema der Shed-Beleuchtung (Grafik: Ingenieure Bamberger GmbH & Co. KG)

Zum Einsatz kommt die Technologie, abhängig vom jeweiligen Raum, in vier Leuchtentypen: Einer Voutenleuchte, einer Lichtdecken-Leuchte, einem Spotlight und einer Shed-Leuchte (siehe Foto und Grafik oben) in den Oberlichtern der oberen Stockwerke.

Die dimmbaren LEDs werden via Pad eingeleuchtet (Grafik: Ingenieure Bamberger GmbH & Co. KG)

Die dimmbaren LEDs werden via Pad eingeleuchtet (Grafik: Ingenieure Bamberger GmbH & Co. KG)

Umgebaut wurde das Museum unter Federführung des Baureferats der Stadt München und des Architekturbüros Foster+Partners. Die Lichtlösung wurde gemeinsam mit der Firma Ingenieure Bamberger GmbH & Co. KG  aus Pfünz realisiert. Das Ingenieurbüro Bamberger hatte Mitte Januar 2013 bereits den 1. Platz des Ingenieurpreises der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau für die Lichtplanung erhalten. Das Projekt wurde auch vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

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