Payment

Wie wichtig wird NFC am PoS?

- Mit NFC hat der Einzelhandel eine neue Möglichkeit zur Verfügung, den Kunden am PoS mobile Zahlarten anzubieten. Derzeit steht die flächendeckende Einführung noch in den Startlöchern. Doch zwei aktuelle Studien zeigen: Handelsunternehmen setzen auf NFC als kommende Technologie. von Thomas Kletschke

Für NFC hat die Industrie ein neues Brand Mark entwickelt (Foto: NFC Forum)

Für NFC hat die Industrie ein neues Brand Mark entwickelt (Foto: NFC Forum)

Die nette Brünette wirbt mit dem neuen einheitlichen Logo für NFC. Mit Near Field Communication will die im NFC Forum zusammengeschlossene Industrie den Endkonsumenten und den Business-Kunden das Thema kontaktloses Zahlen schmackhaft machen. NFC im Payment ist nur eine der möglichen Anwendungen der Technologie- die könnte aber bald an Bedeutung auch hierzulande gewinnen.

Dem kontaktlosen sowie dem mobilen Bezahlen bescheinigt der Handel vielversprechende Zukunftsperspektiven: Über 70% der großen Unternehmen planen, in innovative Bezahlverfahren wie NFC-Technologie (Near Field Communication) oder QR-Code-Scanner zu investieren. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zu den Zahlungsarten im Handel, die das EHI Retail Institute erhoben hat.

Kontaktloses Zahlen mit NFC - Schema (Grafik: NFC Forum)

Kontaktloses Zahlen mit NFC – Schema (Grafik: NFC Forum)

Allerdings ist die Nutzung von NFC im Payment noch eher selten, wie die Studie zeigt. Bezahlt wird in Deutschland am PoS bar – oder mit Karte: Während der Bargeldanteil im deutschen Einzelhandel auf 55,6% gesunken ist, legen Zahlungskarten weiter zu. Ihr Umsatz im deutschen Handel ist im Jahr 2012 auf 159 Milliarden Euro gestiegen, was einer Steigerung von rund 8 Milliarden Euro entspricht. Das sind – gemessen am Einzelhandelsumsatz im engeren Sinne (ohne Kfz, Mineralöl, Apotheken, Versandhandel, aber inklusive Umsätze von Tankstellenshops) 41,3% von 385 Milliarden Euro. Dabei hat die ec- bzw. Debit-Karte klar die Nase vorn. 84,5% (134 Milliarden Euro) des gesamten Umsatzes mit Zahlungskarten tätigten die Kunden mit ihrer ec-Karte. Die durchschnittlichen Einkaufsbeträge mit ec-Karten sind kleiner als die mit Kreditkarten und man davon ausgehen, dass der Kunde in neun von zehn Fällen an der Kasse zur ec-Karte greift und nur einmal zur Kreditkarte.

Mobile ist Innovationstreiber

Mobile ist ein zentraler Investitions- und Innovationstreiber, das zeigt eine weitere EHI-Studie, die Jahreserhebung 2013. Als wesentliche Herausforderung für die nächsten Jahre sehen die Handelsunternehmen die wachsende Bedeutung des Internets in der Konsumentenwelt und den Vormarsch von Smartphones. Das Thema bezieht sich einerseits auf unternehmensinterne Prozesse und andererseits auf Services für die Kunden. So investieren die Händler sowohl in mobile Geräte für die eigenen Mitarbeiter als auch in die Entwicklung von Applikationen für mobile Endgeräte der Kunden.

NFC ist aktuell das wichtigste Thema, finden die befragten Händler (Grafik: EHI Retail Institute)

NFC ist aktuell das wichtigste Thema, finden die befragten Händler (Grafik: EHI Retail Institute)

Der Jahresbefragung zufolge gehen 82% der Unternehmen davon aus, dass der Anteil unbarer Zahlung in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Sollten sich mobile Bezahlverfahren durchsetzen, könnte der Anteil des Bargeldes nach Einschätzung vieler Studienteilnehmer schneller als derzeit voraussehbar abnehmen. Die insgesamt 85 Handelsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wollen mehr Geld in die Hand nehmen, um die Trends nicht zu verpassen.

Neben Mobile Payment sind weitere technologische Investitionen wichtig. Rund 30% der Unternehmen – doppelt so viele wie im Vergleichsjahr 2011 – planen Investitionen in Business Intelligence-Systeme. 61% der Unternehmen erwarten entsprechend der vermehrten Anforderungen steigende IT-Budgets in den nächsten Jahren. Im Vergleich zu 2011 sind die IT-Budgets bereits moderat auf durchschnittlich 1,14% vom Nettoumsatz angestiegen. Derzeit bewegen sich die Investitionen in Mobile Payment allerdings noch auf niedrigem Niveau, hat EHI festgestellt. Allerdings finden vielfach vorbereitende Maßnahmen wie beispielsweise die Aufrüstung von EFT-Terminals statt.

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