Displayhersteller

Hisense will weltweite Top 3 TV-Marke werden

- Eröffnung neuer Produktionsstandorte in Afrika, Mitarbeitersuche per Roadshow in Nordamerika: Der chinesische Hersteller Hisense verfolgt ein ehrgeiziges Ziel – man will in die weltweite Top 3 der TV-Marken vorstoßen. von Thomas Kletschke

In der Nähe von Kapstadt eröffnete Hisense im Juni 201 einen neuen Produktionsstandort (Foto: Hisense)

Atlantis: In der Nähe von Kapstadt eröffnete Hisense im Juni 2013 einen neuen Produktionsstandort (Foto: Hisense)

Gerade ist Display-Profi Holger Janssen in Deutschland ins Team eingestiegen – aber Hisense ist auch in anderen Märkten sehr aktiv in der Suche nach neuen Mitarbeitern. Derzeit absolvieren die Recruitment-Teams eine Tour durch Kanada und die USA. In Toronto, Waterloo, Ottawa und Montreal sowie in Boston und im Silicon Valley möchte Hisense neue Mitarbeiter anwerben und Symposien veranstalten. Angefangen beim Marketing bis zur mittleren und oberen Führungsebene: An zahlreichen Standorten in aller Welt sucht das Unternehmen nach Fachkräften.

Insgesamt 100 neue Führungspositionen seien konzernweit vorgesehen – unter anderem in den Sektoren Kommunikation, IT, Multimedia, intelligente Informationssysteme, Kältetechnik, Heiztechnik und Belüftung sowie Medizinelektronik. Bereits seit einer ähnlichen Recruiting-Kampagne im Jahr 2011 wechselten etwa 100 Mitarbeiter aus den USA, Südkorea und Japan zum chinesischen Konzern.

Auf nach Atlantis

Während aktuell in Amerika nach neuen Mitarbeitern gesucht wird, baute man jüngst auch sein Engagement in Atlantis aus. Allerdings nicht das versunkene, mythische Atlantis, sondern ein reales in Afrika gelegenes Atlantis. In Südafrika – wo man nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 25% bei LED-TVs im B2C-Markt hat – wurde im Juni ein neues Produktionszentrum eröffnet. Nahe Kapstadt sollen in dem Industriepark „Atlantis“ künftig jährlich jeweils 400.000 Fernseher und Kühlschränke vom Band laufen.

Investitionspartner CADFund

Das „Atlantis“-Projekt stemmt Hisense gemeinsam mit einem starken Partner: dem China-Africa Development Fund (CADFund) aus Peking. Der im Jahr 2007 mit 1 Milliarde US-Dollar von der China Development Bank ausgestattete CADFund ist seit 2009 mit einem eigenen Standort in Johannesburg vertreten und investiert in verschiedenen Staaten in Afrika. Ingesamt will man 2 Milliarden Dollar in Afrika direkt investieren – im Jahr 2012 sollen die durch den Fonds angestoßenen Investitionen der chinesischen Unternehmen in Afrika bereits die 10 Milliarden-Marke geknackt haben.

Der neue Standort in Südafrika verstärkt damit die Aktivitäten der dortigen, seit 1994 tätigen, Hisense-Tochter. Insgesamt sollen direkt 600 und indirekt 2.000 neue Stellen geschaffen werden. Hisense Südafrika liefert nach eigenen Angaben in etwa 30 Staaten südlich der Sahara. Staaten wie Angola, Ghana oder der Kongo gehören zu den Handelspartnern beziehungsweise bedienten Märkten.

Offiziell kommuniziert man die Strategie, Hisense als eine der drei führenden TV-Marken der Welt zu etablieren. Dazu investiere man in Mitarbeiter und Forschungs- sowie Produktionsstandorte. Unrealistisch ist das Ziel nicht: Im Januar 2013 wurden erstmals weltweit mehr chinesische LCD TVs versandt, als südkoreanische, wie die Marktforscher von IHS/ Displaybank errechneten. Damit wurden im Januar 2013 das erste Mal weltweit die meisten Displays von chinesischen Herstellern verkauft.

Kopf an Kopf mit Changhong

Auch wenn sich diese Entwicklung im Folgemonat wieder umkehrte, wurde damit ein Rekord aufgestellt. Allein der – insgesamt für die Displayhersteller deutlich schwächere – Februar 2013 zeigt laut einer IHS/ Displaybank-Auswertung, dass Hisense nach wie vor große Mengen an LCD TVs auf den Markt bringt. Unter den großen chinesischen Produzenten liefert sich Hisense gemeinsam mit Changhong ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei den Absatzzahlen. Zu den chinesischen Mitbewerbern TCL und Konka hat man einen kleinen Vorsprung, Skyworth liegt etwas klarer dahinter.

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