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Loewe AG bestätigt invidis-Bericht – Auf nach Asien

- Gegenüber dem „Spiegel“ sagte Loewe-Vorstandschef Matthias Harsch, man sei „kein Gerätehersteller mehr“. Ein Partner in Asien solle nun übernehmen – damit bestätigt er im Wesentlichen den invidis.de Exklusiv-Bericht der letzten Woche. von Thomas Kletschke

Fünf Global Player aus der VR China, zu denen Loewe passen könnte (Infografik: Thomas Kletschke/ invidis.de)

Fünf Global Player aus der VR China, zu denen Loewe passen könnte (Infografik: Thomas Kletschke/ invidis.de)

In Kronach werden wohl bald einige Bänder der Produktionsstraßen still stehen, wenn es zu den von der Loewe AG geplanten Änderungen kommt. Denn es geht nach Vorstellungen des Unternehmens weiter weg von der Serienproduktion und mehr in Richtung Manufaktur – und das wohl als Marke eines asiatischen, sehr wahscheinlich: chinesischen, Konzerns.

Als der invidis-Newsletter am letzten Freitag* exklusiv meldete, dass vor allem die chinesischen Konzerne TPV, TCL, Changhong, Hisense und Haier*** (siehe auch Korrekturen und Update unten) als neue Großaktionäre beziehungsweise Besitzer der Marke Loewe in Frage kämen, hatte der Konzern zuvor nur gemeldet, auf der Suche nach neuen strategischen Partnern zu sein. Die Analystin Dr. Anne Gronski von Matelan Research hatte die fünf Großunternehmen gegenüber invidis als Kauf-Kandidaten von Loewe identifiziert. Der Kronacher Hersteller wollte am Donnerstag** auf invidis-Nachfrage keine Stellung dazu nehmen, ob eines der fünf chinesischen Unternehmen als strategischer Investor aus der Branche in Frage komme.

Keine Produktion mehr

Nun zeichnet sich allerdings ab, dass man sehr wohl bevorzugt in China sucht – und gerne bei einem der genannten Dickschiffe andocken würde. Dabei bietet man sich als Brand auf dem Markt an. Denn jetzt hat Loewe-Vorstandschef Matthias Harsch gegenüber dem „Spiegel“ (Printausgabe) präzisiert: „Wir sind kein Gerätehersteller mehr, das versuche ich der Firma auch auszureden.“ Die Online-Ausgabe des Manager Magazins zitiert den Spiegel und erwähnt 3 der 5 von invidis genannten Konzerne*** als mögliche Kaufinteressenten. (siehe auch Korrekturen und Update unten)

Loewe will nun Tuning betreiben

Mit der Verlagerung der Produktion nach Asien beziehungsweise China wird wohl ein weiterer Teil der Belegschaft gehen müssen. „Letztlich will ich ein Tuning-Unternehmen werden, wie es AMG für Mercedes ist. Wir werden bei einem künftigen Hardware-Lieferanten unseren Einfluss geltend machen, aber letztlich werden wir auch abhängig von ihm sein.“ Damit zeichnet sich eine stärkere Abkehr von der bisherigen Strategie des Unternehmens ab.

Korrekturen und Update, Montag, 22.07 2013, 20.50 Uhr sowie 21.26 Uhr:

In die ursprüngliche Version dieses Artikels hatten sich drei Fehler eingeschlichen, die wir hiermit korrigieren. Wir bitten, diese Ungenaugkeiten zu entschudigen.

***Ursprünglich hieß es: „dass vor allem die chinesischen Konzerne TPV, TCL, Changhong, Hisense und Skyworth“. Richtig muss es heißen: „dass vor allem die chinesischen Konzerne TPV, TCL, Changhong, Hisense und Haier.“

Ursprünglich hieß es auch: „zitiert den Spiegel und erwähnt 4 der 5 von invidis genannten Konzerne“. Richtig ist, dass invidis TCL, Changhong und Hisense genannt hatte – die Harsch erwähnt. TPV erwähnt er nicht – und auch nicht die in der ursprünglichen Version dieses invidis-Berichts genannte Haier Group – stattdessen aber Skyworth. Deshalb muss es heißen: „zitiert den Spiegel und erwähnt 3 der 5 von invidis genannten Konzerne.“

*Ursprünglich hieß es, wir hätten am „Donnerstag“ die Meldung mit den fünf chinesischen Konzernen veröffentlicht. Da der Artikel erst am Freitag, 19. 07. 2013, live ging, muss es „Freitag“ heißen.

**Ursprünglich hieß es, wir hätten Loewe „Mitte letzter Woche“ die  fünf Namen der chinesischen Konzerne und potenziellen Investoren genannt und um Stellungnahme gebeten. Richtig ist, dass wir am Donnerstagnachmittag um Stellungnahme bis Donnerstagabend gebeten hatten. Deshalb muss es „Donnerstag“ heißen.

Update:

Inzwischen liegt uns auch die Printversion des Interviews mit dem Nachrichtenmagazin (#30/ 2013, S.66/ 67) vor. Loewe-Vorstand Matthias Harsch bringt demnach selbst drei der fünf Konzerne ins Gespräch – und nicht der „Spiegel“. Wörtlich heißt es: „Es gibt ja noch die Chinesen. TCL, Changhong, Skyworth, Hisense. Die werden in Zukunft in unserer Branche eine wesentliche Rolle spielen, wie heute schon in der Solarindustrie.“

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