Der Mann, der kam, um zu hängen

Gestern vormittag: Eine Knarre für ein Display, würde es ein Italo-Western-Freund formulieren. Eine Knarre, vier Schrauben samt Muttern und Unterlegscheibe, zwei Leitern, einen Dreizehner-Schlüssel: so bewaffnet gehen Schwede und Holst an die Installation des zweiten großen Displays im Reisebüro am Münchner Ostbahnhof. Damit keine Missverständnisse aufkommen: eine Werkzeug-Knarre braucht man – keine Schusswaffe. Beziehungsweise: eine Ratsche, wem das lieber ist.

Kritischer Blick und kurze Nachfrage bei Frau Nitschko: „Und das hält?“ – Installations-Profi Andreas Holst kann sie überzeugen: „Ja. Das hält.“ Auf den ersten Blick könnten einem Laien nämlich Zweifel kommen. Das bisherige kleinere Plasma-Display, das durch das größere LED-Display ausgetauscht wird, wog so an die 40kg – das neue bringt lediglich 17 Kilo auf die Waage. Auch wenn die Abmessungen des 55-Zöllers wesentlich mehr Gewicht suggerieren.

Alles gut: das Display hängt. In kurzer Zeit wird Marketingmaterial des Reisebüros via USB-Stick aufgespielt. Zu einem späteren Zeitpunkt wird dann die WLAN-Funktion aktiviert, um hier besser und ortsunabhängig neue Inhalte aufzuspielen.

Das könnten etwa besonders trendige Reiseziele sein. Denn die wechseln von zeit zu Zeit – und können zeitnah besonders beworben werden. Reise-Expertin Nitschko beobachtet, dass aktuell Marokko noch sehr gefragt ist – neben Reisezielen, die klassischerweise nachgefragt werden. Kunden werden so einen Service annehmen, der schnell aufs richtige Pferd setzt.

Fürs erste ist der Job am Ostbahnhof erledigt, und der Montagetrupp schwingt sich in die Sättel und gibt den Pferden Sporen. Oliver Schwede von invidis und auch der Mann, der kam, um zu hängen, Andreas Holst. Und der Mann, der kam, um zu schreiben – und für die Überschrift einfach mal den „Italo-Western-Titel-Generator“ ausprobiert hat. Von wegen Knarre und so.

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