Technologie

Extrem genügsame Minis – JDI produziert Stromspar-Panels

- Mit neuen LCDs ohne Backlighting bereitet sich Japan Display Inc. auf den steigenden Bedarf nach kleinen Displays für Wearables und Smartwatches vor. Extrem stromsparende Memory-In-Pixel-Panels gehen jetzt in Serie. von Thomas Kletschke

Die beiden ECB-LCDs für Memory-In-Pixel-Minidisplays gehen in Serie (Foto: JDI)

Die beiden ECB-LCDs für Memory-In-Pixel-Minidisplays gehen in Serie (Foto: JDI)

Für Anwendungen, in denen die verbauten Displays nur mit besonders wenig Strom auskommen können, will Hersteller JDI neue Panels in kleinen Größen anbieten. Möglich machen sollen das neue LCD-Panels, die als Memory-In-Pixel (MIP) ausgeführt sind.

Die kleinen MIP-Displays benötigen kein LED- oder anderes Backlighting mehr, sondern sollen mittels einer neuen reflektierenden Layerschicht arbeiten. Damit setzt der Panel-Produzent da an, wo der Strombedarf besonders groß ist: Normalerweise schlucken Backlighting-Technologien bis zu 80% des Stromverbrauchs des gesamten Panels, hat JDI gemessen.

Die als Reflective-type ECB gekennzeichneten neuen Module werden jetzt in den Größen 0,99″ und 1,39″ in Serie hergestellt. ECB steht für die Bezeichnung Electrophoretic. Sie können 64 Farben anzeigen und bringen eine Auflösung von 182 ppi bei 180 x 180p beziehungsweise 205 x 148p mit. Die besonders kleinen MIP-Displays sollen zudem extreme Stromsparer sein.

Konkurrent Qualcomm verwendet bei seiner Toq ein 1,55" großes Mirasol-Display mit 288 x 192p (Foto: Qualcomm)

Konkurrent Qualcomm verwendet bei seiner Toq ein 1,55″ großes Mirasol-Display mit 288 x 192p (Foto: Qualcomm)

Rivale Mirasol bereits am Markt

Vergleicht man die von JDI angegebenen Verbrauchsdaten, sind die beiden ECB-/ MIP-Displays noch dünner und sparsamer, als die Konkurrenztechnologie Mirasol von Qualcomm, die beispielsweise in der Smartwatch Toq zum Einsatz kommt. Allerdings dürften Mirasol-Mini-Displays eine spürbar bessere Reaktionszeit bei ebenfalls sehr genügsamem Vebrauch liefern, wie ein Vergleich zwischen verschiedenen Displaytechnologien zeigt, den Mitbewerber Qualcomm auf seiner Website veröffentlicht hat.

Da in Anwendungen das Display und der Prozessor in der Regel die Stromschlucker sind, und bei Kleinstlösungen keine Großakkus verbaut werden können, könnten Energiesparer wie JDIs neue Minis durchaus zu weiteren besonders smarten Produktentwicklungen führen.

Milliwatt im Null-Komma-Bereich

Entscheidend für den gesamten Stromverbrauch sind Spannung (Maßeinheit: Volt) und Strom (Maßeinheit: Ampere). Der Stromverbauch (Maßeinheit: Watt) ist das Produkt der beiden Größen. Und da können die beiden Mini-Panels von JDI durchaus als äußerst bescheidene Kandidaten durchgehen: Laut Hersteller sollen die zwei Varianten jeweils einen Verbrauch zwischen 0,13mW (stehendes Bild) und 0,16mW (Bewegtbild, 1Hz) haben.

Zum Vergleich: Die aktuelle vierte Generation an Intel-Prozessoren (Haswell) für den ultramobilen Einsatz in Ultrabooks oder Embedded-Systemen bringt es in den auf besondere Energieeffizienz getrimmten Varianten 4550U und 4650U des i7-Prozessors auf den etwa 100-fachen Wert (TDP von 15 mW). Auch Intels Atom-Prozessoren, die für Smartphones oder Tablets designt sind, vebrauchen in der Regel mit Werten von 2,2 mW (Modell Z3770D) immer noch beinahe die 20-fache Menge an Energie, wie die nun von JDI kommunizierten Werte für die MIP-Panels. Die ebenfalls auf niedrigen Energieverbrauch getrimmten Raspberry Pi, die mit ARM-Prozessoren arbeiten, verbrauchen insgesamt – je nach Modell – 2,5 oder 3,5 Watt.

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