Einzelhandel

Inzwischen 460 deutsche Shopping Malls mit 14,4 Mio. m²

- In den kommenden Jahren wird es deutschlandweit gut 500 Shopping Malls geben. Im laufenden Jahr ist der Markt vor allem durch Zukäufe bestehender Einkaufscenter gekennzeichnet. Weiterer Trend: Die Malls werden kleiner. von Thomas Kletschke

Shopping Malls aus dem deutschen Unibail-Portfolio (Fotos: Unibail-Rodamco; Montage: invidis.de)

Shopping Malls aus dem deutschen Unibail-Portfolio (Fotos: Unibail-Rodamco; Montage: invidis.de)

Shopping Malls sind in der Regel große Investitionsvorhaben, die nur mit hohem Kapitalaufwand geplant und umgesetzt werden können. Der europäische und deutsche Markt wird daher von größeren Mall-Betreibern dominiert, die als Töchter oder Kooperationspartner großer Investoren über die Ressourcen verfügen. Auch bei bestehdenen Einkaufscentern finden verkäufe oder Projektweiterentwicklungen oft auf dieser Ebene statt.

So hat etwa in diesem Jahr die französisch-niederländische Unibail-Rodamco einen 50%-Anteil am CentrO in Oberhausen vom ursprünglichen Entwickler Stadium Group erworben. Damit betreibt Unibail das CentrO nun gemeinsam mit dem Pensionsfonds Canada Pension Plan Investment Board (CPPIB). Die im Februar bekanntgegebene Akquisition wurde Mitte Mai 2014 vollzogen. Unibail-Rodamco ist europaweit erfahren als Betreiber von Gewerbe- und Büroimmobilien. Seit 2012 gehört die deutsche mfi als Tochter dazu – und damit Deutschlands zweitgrößter Betreiber von Shopping Malls. zwischen dem 2. Halbjahr 2014 und 2016 möchte die Gruppe die Standorte in Recklinghausen, Mönchengladbach und Osnabrück um 110.000 m² Einkaufsfläche erweitern.

Shopping Malls: Dynamischer Markt in Deutschland

Eine aktuelle Studie des EHI Retail Institut und des German Council of Shopping Centers e.V. sieht aktuell einen weiterhin dynamischen Markt. Laut dem  „Shopping-Center-Report“ gibt es aktuell zwar keinen Boom. Dennoch: Insgesamt 7 neue Shopping-Center registrierte das EHI im Jahr 2013. Damit gibt es dem Verband zufolge in Deutschland rund 460 großflächige Center mit einer Gesamtfläche von rund 14,4 Millionen m². Für die nächsten Jahre seien weitere 45 geplant. „Die guten Frequenzen in den Innenstädten sind ein Lichtblick für den stationären Handel. Mit einem Profil und attraktivem Mietermix ist und bleibt das Shopping-Center relevant.“, sagt Marco Atzberger, Experte für Handelsimmobilien und Mitglied der Geschäftsleitung beim EHI.

Flächen-Schrumpfkur: Malls werden kleiner

Da der Trend der Shopping Center zu den Innenstädten weiter anhält – 39 von den 45 geplanten neuen Center entstehen in den Cities – müssten die Betreiber kreativ werden, heißt es beim EHI. Neue Flächen sind auf dem Immobilienmarkt selten zu bekommen, daher setzen die Center-Entwickler auf Übernahmen und Umstrukturierungen anderer Handelsobjekte wie ehemalige Warenhäuser und SB-Warenhäuser.

Folge: deutlich kleinere Shopping Malls. Hatte ein durchschnittliches Center im Jahr 2000 rund 33.000 m²  Gesamtfläche, so sind es bereits heute nur noch 31.400 m² .

Nicht nur für die Flächen müssen die Betreiber erfinderisch sein, auch das inhaltliche Konzept von Shopping Centern verändert sich. Die Developer setzen auf Mixed-Use-Buildings, bei denen sich die Handelsgeschäfte meist in der unteren Etage befinden und in den darüber liegenden Stockwerken Büros und Praxen.

Revitalisierungen älterer Einkaufscenter

Daneben stehen bei den Centerbetreibern und -entwicklern weiterhin Revitalisierungen im Vordergrund der Aktivitäten. 11 Revitalisierungsmaßnahmen waren bis zum Jahresanfang 2014 abgeschlossen, weitere 22 Center stehen noch auf der Warteliste. Meist handelt es sich dabei um Objekte, die gegen Ende der 90er-Jahre oder früher eröffnet wurden und dringend einen neuen Anstrich benötigen oder vom Grundkonzept her umgewandelt werden müssen.

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